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AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 31.01.2011


Ira Blazejewska - MösenProjekt
Sharon Adler

MösenProjekt - unter diesem Titel vereint Ira Blazejewska vier Zyklen von Keramik- und MixedMedia-Objekten, ergänzt durch einzelne Arbeiten. Die Reliefs und Skulpturen stellen das Geschlecht ...




... der Frau, die Vulva, als archaisches Symbol der weiblichen Kraft in den Mittelpunkt.

Die Darstellungen sind inspiriert von Frauenfiguren aus Literatur, Kunst und Mythologie, entwickeln sich aus dem Naturerlebnis und der Wahrnehmung des Zeitgeistes. Seit dem Jahr 2003 beschäftigt sich die ursprünglich aus der Musik kommende Künstlerin mit dem Sichtbarmachen des weiblichen Geschlechts.

© Alexander Winterstein


Die ersten Arbeiten waren noch jenseits politischer und geschichtlicher Überlegungen entstanden. Erst während des Schaffens- und Ausstellungsprozesses und durch die Konfrontation mit dem Publikum stellte die Künstlerin fest, dass die Darstellung des weiblichen Geschlechts vielerlei Reaktionen, von euphorischer Zustimmung bis zu befremdeter Ablehnung, hervorruft. So begann sie, sich mit der historisch wechselhaften Konnotation der Vulva in Bild und Wort zu beschäftigen.

Der Psychoanalytiker Jacques Lacan schreibt, es gebe "(...) keine Symbolisierung des Geschlechts der Frau als solchem." Auf jeden Fall sei die Symbolisierung nicht die gleiche "(...) wie die Symbolisierung des Geschlechts des Mannes. Und das, weil das Imaginäre nur eine Abwesenheit liefert, dort wo es anderswo ein hervorragendes Symbol gibt. (Lacan: "Qu´est-ce qu`une femme?")

Interessanterweise zeigt die älteste Skulptur eines menschlichen Körpers, die Venus von Galgenberg, eine nur rudimentär ausgestaltete Figur mit einer riesigen, deutlich ausgeformten Vulva.

Ein schönes Beispiel für die Verehrung der Vulva in Japan ist die Geschichte der Sonnengöttin Amaterasu. Diese wird von ihrem Bruder vergewaltigt und zieht sich zurück, was das Absterben der gesamten Vegetation zur Folge hat. Die Götter sind rat- und hilflos. Erst als Ame no Uzume ihr nach einem ekstatischen Tanz ihre Vulva zeigt, kann Amaterasu wieder lachen, kehrt getröstet an ihren Platz am Firmament zurück, und die Erde wird wieder fruchtbar.

Madame Amaterasu 2007, 10x11x5cm, Ton, Acrylfarbe, Lack


Zyklus I: Mösenengel I (2003-2004)

Dieser Zyklus entstand aus reinem Spieltrieb. Die Reliefs tragen Namen wie Effi wartet am Fenster, Mit verbundenen Augen im Dschungel, Psychodoll.

Zyklus II: Mösenengel II (2006-2008)

Ausgangspunkt war die Auseinandersetzung mit der kulturhistorischen Bedeutung der Vulva (vgl. Mithu M. Sanyal - Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts). Dies führte zu differenzierteren Formen und Themen, es entstanden Arbeiten wie Sadomöse, Madonna II (Birth of Jesusgirl) und Baby Pädophilina de Manga.

Madonna II (Birth of Jesusgirl) 2006, 18x15x7cm, Ton, Acrylfarbe, Lack


Zyklus III: Mösenwuckies (2008)

Mit dem Begriff "Wuckie"If Ganesha had a pussy, Mademoiselle Grabowski, Wolfa.

Zyklus IV: La groupe joyeuse (2010)

Diese Gruppe besteht im Gegensatz zu den vorangegangenen aus dreidimensionalen Keramikfiguren. In Burkas gehüllte weibliche Gestalten zeigen ihr Geschlecht.

Das MösenProjekt war als Ganzes oder in Auswahl unter anderem in folgenden Ausstellungen zu sehen: Praxis Dr. Gojic, Mohrvilla, t.a.t.e.modern, Galerie Royal, Lothringer 13, White box, Repüblik München. Dabei haben sich Installationen als geeigneteste Art der Präsentation bewährt.
Ira Blazejewska steht für Interviews zur Verfügung. Die Keramik- und MixedMedia-Objekte können vollständig oder teilweise für Ausstellungen angefragt, gebucht oder gekauft werden.
Preise für die Objekte auf Anfrage
Weitere Informationen und Kontakt zur Künstlerin per E-Mail: iralalelu@t-online.de

Zur Künstlerin: Ira Blazejewska wurde in München geboren, wo sie auch heute lebt und arbeitet. Die Künstlerin stand nach einem Musikstudium als Sängerin im Bereich Oper und Musical auf der Bühne. Aktuell tritt sie auch als Performancekünstlerin und Jazzsängerin auf.



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Beitrag vom 31.01.2011

Sharon Adler 






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