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AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 18.03.2009


genanet veröffentlicht feministische Anmerkungen zur Finanzkrise
AVIVA-Redaktion

Haben die Finanzkrise, die staatlichen Reaktionen in Form milliardenschwerer Rettungsschirme oder Konjunkturprogramme, oder die Auswirkungen der Krise auf die Gesellschaft ein Geschlecht?




Geld zum Spekulieren? Nein – Geld zum Leben!

Wer hat die Krise verursacht, wer profitiert? Was wäre, wenn das Geld statt in Abwrackprämien oder Bad-Bank-Einrichtungen in Klimaschutzprogramme und soziale Dienstleistungen flösse? Wäre damit der Gesellschaft vielleicht langfristig mehr gedient?

genanet geht diesen Fragen mit einer Reihe von Stellungnahmen zur Finanzkrise, Ressourcenverbrauch und Gender nach. Den Auftakt machen Dr. Uta von Winterfeld, vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und Adelheid Biesecker, erimitierte Bremer Wirtschaftsprofessorin und Mitbegründerin des "Netzwerks vorsorgendes Wirtschaften".

Einig sind sich beide in ihren Analysen: die Krise ist keine einmalige Entgleisung, sondern systemisch bedingt. Es ist an der Zeit, über eine andere Form des Wirtschaftens nachzudenken und Alternativen zu entwickeln. Von Winterfeld zeigt in ihren Anmerkungen die gemeinsamen Ursachen der ökologischen Krise und der Finanzkrise auf. Sie fordert, die Wirtschaft "vom Kopf auf die Füße zu stellen. Wirtschaften dient der Versorgung der breiten Bevölkerung mit dem alltäglich Notwendigen. Wirtschaften ruht auf dem Handlungsprinzip der Sorge. Sorgen und Fürsorgen sind Tätigkeiten, welche die Erde so erhalten, fortdauern lassen und wiederherstellen, dass Menschen so gut wie möglich auf ihr leben können."

Biesecker verdeutlicht in ihrem Beitrag, dass die Maßnahmen zur Krisenbekämpfung und zur Bewältigung der sozial-ökologischen Krise derselben Rationalität folgen, die die Krise hervorgerufen hat. Deshalb geht es bei der Bewältigung "nicht um Reform, sondern es geht um eine ganz neue ´Finanzarchitektur´ mit einer neuen Rationalität, der Rationalität des langfristigen Erhaltens des Lebendigen."
Am Beispiel des Klimaschutzes demonstriert sie, dass die Maßnahmen zur Krisenbekämpfung derselben Denkweise folgen, die die Krise hervorgerufen hat.

Die beiden Positionspapiere können im Internet unter www.genanet.de/positionen.html abgerufen werden.
Das nächste Papier erscheint im April 2009. In ihm beleuchtet Prof. Dr. Ines Weller die Technologiepolitik vor dem Hintergrund der Finanzkrise.

genanet – Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit ist die Koordinations- und Servicestelle für den Themenbereich Geschlechtergerechtigkeit, Umwelt und Nachhaltigkeit. Informieren, koordinieren, Impulse geben, Stellung beziehen – diese Arbeit leistet genanet, das Ziel ist umfassender: neue Konzepte und Ideen zu entwickeln, wie Genderaspekte in den Bereich "Umwelt und Nachhaltigkeit" erfolgreicher integriert werden können. genanet wird finanziell gefördert vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt.

genanet – Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit
LIFE e. V.
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Tel. 030/308798-35
www.genanet.de

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Beitrag vom 18.03.2009

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