Großer Bahnhof für Heidi Hetzer - und dann der Rassismus-Eklat im ZDF-Morgenmagazin - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Women + Work



AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 14.03.2017


Großer Bahnhof für Heidi Hetzer - und dann der Rassismus-Eklat im ZDF-Morgenmagazin
Yvonne de Andrés,Sharon Adler

Nach 960 Tagen rund um die Welt, zurück in Berlin. Nach 84.000 Kilometern ist Heidi Hetzer glücklich und sichtlich berührt von ihrer Weltreise. Hudo, ihr Oldtimer "Hudson GreaterEight", führte sie zuverlässig durch 60 Länder.







NEWS vom 15. März 2017Die klauen …

Kurz nach der Veröffentlichung unseres Beitrags "Großer Bahnhof für Heidi Hetzer" (14. März 2017) erfuhren wir von Heidi Hetzers Äußerungen im ZDF-Morgenmagazin gegenüber ZDF-Moderatorin Jana Pareigis. Im Zuge ihrer Reise-Erzählungen machte sie folgende diskriminierende Bemerkung gegenüber der schwarzen Bevölkerung in Südafrika "Die klauen. Die Schwarzen klauen, wenn sie nur eine Jacke, eine olle Jacke, sehen. Die klauen alles".

Das können wir an dieser Stelle nicht unkommentiert stehen lassen.

ZDF-Moderatorin Jana Pareigis postete im Anschluss über Facebook:
"Liebe Zuschauer,
wie Sie im ZDF Morgenmagazin gesehen haben mögen, war ich sichtlich perplex über die Aussage von Heidi Hetzer, dass "in Südafrika alle Schwarzen klauen würden". Eine Aussage, die natürlich falsch ist und Schwarze Menschen rassistisch stereotypisiert und verletzt. Ich hoffe, dass dieses Interview zumindest dazu führt, dass über rassistische Vorurteile diskutiert wird, die vielleicht auch Frau Hetzer dazu bewegt zu haben scheinen, persönliche Erfahrungen zu verallgemeinern."

Herzliche Grüße
Jana

Heidi Hetzer, die derzeit wegen einer Darmentzündung im Krankenhaus liegt, entschuldigte sich mittlerweile für diesen Satz. AVIVA wünscht gute Besserung und kann an dieser Stelle nur hinzufügen: "Wir haben Heidi Hetzer ganz anders kennen gelernt. Aufrichtig, vorurteilslos, großzügig, tough, hilfsbereit, liebenswert, ein Vorbild für Mädchen und Frauen. Aber das, liebe Heidi, das war daneben! Sorry!"







Endlich ist Heidi Hetzer wieder zurück. Die 79-jährige ehemalige Autohändlerin und Rallye-Fahrerin ist, gemeinsam mit ihrem 87-jährigen Oldtimer Hudo wieder in Berlin. Die Sonne scheint. Als sie langsam auf den Pariser Platz rollt, ist die Stimmung sonntäglich gelöst. Eine sonore Hupe sorgt für Platz. Viele Menschen wollen ihr gratulieren und drängen nach vorne. Als Hudo endlich steht, ist der Wagen augenblicklich umringt.



Heidi Hetzer ist sichtlich bewegt, als sie auf das Wagendach steigt. Die zierliche, vitale, drahtige Frau ist vom Anblick der Familie, Freundinnen und Freunde von der Classic Cars und interessierten Berlinerinnen und Berlinern gerührt: "Mann, is dit schön". Kein Mikrofon ist zur Stelle und so muss frau schon ganz nah ran rücken, um diese ersten Glücksmomente mitzuerleben. Heidi Hetzer lacht und weint, sie freut sich, dass sie sich endlich ihren Jugendtraum erfüllt hat. Es sprudelt nur so aus ihr heraus. Sie genießt das Blitzlichtgewitter der Kameras und gibt ihren Fans Tipps: "Nicht die Welt träumen, sondern die Welt sehen, erleben!"



Mit 26 Jahren hatte ihr großes Vorbild, Clärenore Stinnes, in den Jahren 1927 bis 1929 als erster Mensch die Welt mit dem Auto umfahren. Ihr Vater, Hugo Stinnes, war einer der wichtigsten Industriellen der Weimarer Republik. Da Clärenore keine führende Position im väterlichen Unternehmen anvertraut wurde, suchte sie andere Herausforderungen. Ihre Leidenschaft waren Autos. So begann sie an Autorennen teilzunehmen, erfolgreich. Mit 17 Siegen galt sie als eine der erfolgreichsten Rennfahrerin Europas. Verständlich, dass Clärenore Stinnes Heidi Hetzer imponiert hat.

Sie strahlt, ruft in die Menge und verabschiedet sich in Richtung eines Empfangs im Hotel Adlon: "Die Welt ist toll! Ihr müsst raus und nicht mit dem Arsch vorm Fernseher sitzen!"

Zur Person: Heidi Hetzer wurde am 20. Juni 1937 in Berlin geboren. Sie ist Unternehmerin und Rallyefahrerin. 1954 erlernte sie den Beruf der Kfz-Mechanikerin. Nach dem Tod ihres Vaters 1969 leitete und baute sie bis 2012 das Opelhaus erfolgreich aus. Autos und Rallys sind ihre Leidenschaft. Heidi Hetzer ist aber auch bekannt für ihr soziales Engagement.



Die AVIVA-Berlin Redaktion gratuliert Heidi Hetzer zur erfolgreichen Weltreise und freut sich über die Rückkehr von ihr und Hudo.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:


On the road again! Literatur über Autos gibt es wie Sand am Meer, das Thema "Frauen und Autos" steht jedoch nur selten im Fokus der Medien. Der Bildband von Sharon Adler mit Fotos und Geschichten sowie Erfahrungen von autoliebenden Frauen, darunter natürlich Heidi Hetzer - zum exklusiven Preis für AVIVA-Leserinnen.



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Beitrag vom 14.03.2017

AVIVA-Redaktion 






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