Lizzie Doron - Sweet Occupation - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Literatur Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de im November 2020 - Beitrag vom 29.05.2017


Lizzie Doron - Sweet Occupation
Sharon Adler

Die in Tel Aviv und Berlin lebende Schriftstellerin (u.a. "Warum bist Du nicht vor dem Krieg gekommen?", "Das Schweigen meiner Mutter") führt ihren in "Who the Fuck Is Kafka?" begonnenen inneren und direkten Dialog weiter. Dass Frieden zwischen Israelis und Palästinensern möglich ist, fordert sie in "Sweet Occupation" ein, stellvertretend für ihre Protagonisten, die Combatants for Peace.




Die Begegnung mit dem Fremden – eine Begegnung mit dem Fremden in sich selbst

Fünf Männer in der Mitte ihres Lebens: Die verurteilten ehemaligen Terroristen Muhammad, Suleiman und Jamil aus den besetzten Gebieten sowie die Israelis Chen und Amil, die den Dienst an der Waffe verweigert haben. Männer, die im Gefängnis saßen und, nachdem sie wieder freikamen, die "Friedenskämpfer-Bewegung" (Combatants for Peace) gründeten, entschlossen, ihrem Leben eine entschieden andere Richtung zu geben. Muhammad nahm Kontakt zu Lizzie Doron auf, und so traf sie diese Männer: Feinde, Widersacher. Palästinenser, die die Juden töten wollten, und Israelis, die sich geweigert hatten, ihr Land zu verteidigen.

Ein Jahr lang hörte sie ihren Kindheitserinnerungen zu, lernte ihre Gefühle kennen, ihre Träume und Ängste, erfuhr von dem Moment, als sie anderen das Leben nahmen. Entstanden ist ein ergreifendes Dokument über einst Radikale, die dem sinnlosen Hass eine Perspektive entgegensetzen: Worte sind stärker als Molotowcocktails, Handgranaten oder Steine. Und Rettung bringen oft diejenigen, die nicht mit dem Strom schwimmen.

AVIVA-Tipp: Das richtige Buch zur richtigen Zeit. Ein literarisches Engagement wie das von Lizzie Doron schafft ein Bewusstsein darüber, wie viel Arbeit noch vor uns liegt und dass es sich lohnt, öffentlich dafür einzutreten. Wünschenswert wäre es, wenn "Sweet Occupation" auch in Israel und der arabischen Welt erscheinen und gelesen werden würde.

Zur Autorin: Lizzie Doron, geboren 1953, lebte in einem Kibbuz auf den Golanhöhen, bevor sie Linguistik studierte und lehrte. 2003 wurde ihr Roman "Ruhige Zeiten" mit dem von Yad Vashem vergebenen Buchman-Preis ausgezeichnet. 2007 erhielt sie den Jeanette Schocken Preis - Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur. In der Begründung der Jury hieß es: "Lizzie Doron ist eine israelische Schriftstellerin, die jenen eine Stimme gibt, die sie selber nicht erheben, die jenen Raum verschafft, den sie sich selber nicht nehmen könnten. Sie schreibt über Menschen, die von ´dort´ kommen, die den Holocaust überlebten und nun zu leben versuchen. In Israel. Fremd, schweigend, versehrt – und stets ihre Würde wahrend. Mit großer Behutsamkeit nähert die Autorin sich ihren Figuren und mit großem Respekt wahrt sie Distanz." "Warum bist Du nicht vor dem Krieg gekommen?", das erste Buch von Lizzie Doron, erschien 2004 im Jüdischen Verlag im Suhrkamp Verlag. Zuletzt erschienen von ihr ist 2015 das Buch "Who the Fuck Is Kafka?" in dem sie von der problematischen Freundschaft einer Israelin aus Tel Aviv (Lizzie Doron) mit einem in Ost-Jerusalem lebenden Palästinenser (fiktiv: Nadim Abu Heni) erzählt.
Lizzie Doron lebt in Tel Aviv und Berlin.
Lizzie Doron im Interview auf Deutschlandradio Kultur (20.04.2017):
www.deutschlandradiokultur.de
Mehr Infos zu den Combatants for Peace unter: cfpeace.org

Zur Übersetzerin: Mirjam Pressler wurde 1940 in Darmstadt geboren. Sie studierte an der Akademie für Bildende Künste in Frankfurt a.M. und in München. Nachdem sie ein Jahr lang in einem Kibbuz in Israel gelebt hatte, kehrte sie 1970 nach Deutschland zurück. In der Folgezeit verfasste sie mehr als 30 Kinder- und Jugendbücher und erhielt hierfür den "Deutschen Jugendliteraturpreis". Neben ihrer Arbeit als Schriftstellerin arbeitete Pressler als Übersetzerin. So verdanken ihr zahlreiche Originaltitel auf Hebräisch, Niederländisch und Englisch ihre Übersetzung, darunter Werke von Uri Orlev ("Lauf, Junge, lauf"), Amos Oz ("Unter Freunden"), Zeruya Shalev ("Späte Familie"), sowie von Lizzie Doron, Nava Semel, Tamar Verete-Zahavi, Mira Magén und Aliza Olmert. Im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2015 wurde Mirjam Pressler für ihre Übertragung des Buches "Judas" von Amos Oz aus dem Hebräischen mit dem Preis in der Sparte Übersetzung ausgezeichnet.
Weitere Auszeichnungen: u.a. der Große Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach und die Carl-Zuckmayer-Medaille.

Lizzie Doron
Sweet Occupation

Dtv premium, erschienen 7. April 2017
Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler
Deutsche Erstausgabe, 208 Seiten
ISBN 978-3-423-26150-0
16,90 Euro
www.dtv.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Lizzie Doron - Who the Fuck Is Kafka? (2015)
Die israelische Schriftstellerin, die sich in ihren Werken wie "Ruhige Zeiten" und "Das Schweigen meiner Mutter" literarisch vor allem mit der Auseinandersetzung um die Traumata der Shoah -Überlebenden und der 2. Generation im Israel der 1950er Jahre verdient gemacht hat, erzählt in ihrer aktuellen Veröffentlichung von der problematischen Freundschaft einer Israelin aus Tel Aviv (Lizzie Doron) mit einem in Ost-Jerusalem lebenden Palästinenser (fiktiv: Nadim Abu Heni).

Interview with Lizzie Doron (anlässlich der Deutsch-Israelischen Literaturtage 2012)

"Das Schweigen meiner Mutter" von Lizzie Doron (2011)

"Es war einmal eine Familie", von Lizzie Doron (2009)

"Der Anfang von etwas Schönem" von Lizzie Doron (2007)

"Ruhige Zeiten" von Lizzie Doron (2005)

Claire Hajaj - Ismaels Orangen
Wenn es um den israelisch-palästinensischen Konflikt geht, ist fast immer nur von Kampf und Verlusten die Rede. Die britische Autorin Claire Hajaj erzählt in ihrem Debütroman "Ismaels Orangen" von dem unverdrossenen Versuch, einander über kulturelle und religiöse Differenzen hinweg zu lieben und aneinander festzuhalten.

Eva Illouz - Israel. Soziologische Essays
In ihrer Essay-Sammlung zeichnet die renommierte Soziologin Eva Illouz ein beunruhigendes Bild von der israelischen Gesellschaft. Ihre Kritik an der wachsenden Ungleichheit im Land, die arabische Israelis, aber auch misrachische Jüdinnen und Juden in ihren Staatsbürger_innenrechten diskriminiert, appelliert an die universalen Menschenrechte und das säkulare Erbe des modernen Zionismus. Eine eindringliche Gesellschaftsstudie einer linken Zionistin, die aus Liebe zu ihrer Heimat dieser einen Spiegel vorhält. (2015)


Quellen: dtv, AVIVA-Berlin


Literatur > Jüdisches Leben

Beitrag vom 29.05.2017

Sharon Adler 






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