JENSEITS DES SICHTBAREN - Hilma af Klint. Kinostart 5. März 2020. Premiere am 8. März 2020 im Cinema Paris. Berlinale Market am 23. Februar 2020. Buchvorstellung und Gespräch am 19. Februar 2020 - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2020 - Beitrag vom 08.02.2020


JENSEITS DES SICHTBAREN - Hilma af Klint. Kinostart 5. März 2020
Sharon Adler

In ihrem Dokumentarfilm erkundet Regisseurin Halina Dyrschka Leben und Werk der Ausnahme-Künstlerin, die zu Unrecht fast einhundert Jahre lang unbeachtet blieb. Heute gilt sie als "Pionierin der abstrakten Kunst", noch vor Kandinsky, der bislang als Begründer der abstrakten Malerei galt.



Hilma af Klint, geboren 1862, gehörte zu den ersten Malerinnen, die an der Königlichen Akademie der freien Künste in Stockholm von 1882 bis 1887 Malerei studierte. 1906 malte die Schwedin ihr erstes abstraktes Bild, viele Jahre vor Kandinsky, Mondrian und Malewitsch: Die Erfinderin der Abstraktion war eine Frau. Das aber wusste jahrzehntelang niemand. Der Öffentlichkeit präsentierte sich Hilma af Klint zeitlebens nur mit naturalistischen Landschafts- und Porträtbildern. Ihre abstrakten Werke hielt sie unter Verschluss und zeigte sie nur einigen Wenigen. Insgesamt schuf sie über 1500 abstrakte Gemälde und etwa 26.000 Tagebuchseiten, die der Nachwelt Jahrzehnte verborgen blieben.
Hilma af Klint, die am 21. Oktober 1944 starb, verfügte testamentarisch, dass ihre ungegenständlichen Arbeiten erst zwanzig Jahre nach ihrem Tod dem Publikum zugänglich gemacht werden sollen, da sie annahm, dass ihre ZeitgenossInnen noch nicht in der Lage waren, deren volle Bedeutung zu erfassen.

Wie auch Kandinsky und viele weitere KünstlerInnen und Intellektuelle ihrer Generation interessierte sie sich für Theosophie und Anthroposophie.
Darüberhinaus beschäftigte sie sich mit Biologie und Astronomie, bis hin zur Relativitätstheorie.
Diese Gedankenwelt manifestierte sich in einer lebenslangen künstlerischen Suche danach, das Leben jenseits des Sichtbaren, das Okkulte zu erfassen und durch ihre künstlerische Arbeit zum Ausdruck zu bringen.

Die geistige Dimension spielte in Hilma af Klints abstrakten Werken, in denen sie zunächst eine vorwiegend organische, später eine geometrische Formensprache der Symbolik entwickelte, eine entscheidende Rolle. Sie war überzeugt, dass es jenseits der sichtbaren Welt eine geistige Realität gäbe, zu der sie Kontakt und die sie in ihren Bildern zu visualisieren suchte. Die Teilnahme an spiritistischen Séancen und die Auseinandersetzung mit okkulten Lehren waren impulsgebend für ihr künstlerisches Schaffen. Diese geistige Inspiration nährte sich auch aus den Treffen der von Hilma af Klint 1896 gegründeten Frauengruppe "De Fem" ("Die Fünf"), bei der auch ihre ehemalige Kommilitonin und lebenslange Freundin Anna Cassel Mitglied war. Die Ergebnisse der Séancen hielt die Künstlerin in zahlreichen in Ausstellung und Begleitkatalog dokumentierten Notizbüchern fest, aus denen sich auch ihre Nähe zu Rudolf Steiner, mit dem sie sich mehrfach austauschte und dem sie als Einzigen ihre abstrakte Kunst zur Ausstellung anbot – vergeblich. Der von ihr verehrte Steiner kanzelte sie ab und stürzte die Künstlerin damit in eine künstlerische Schaffenskrise.

Die internationale Kunstwelt entdeckt Hilma af Klint. Eine sensationelle Entdeckung - 100 Jahre später

Lange verkannt und verschwiegen wird Hilma af Klint heute als Pionierin der Abstraktion gefeiert. Wie eine Explosion erschütterte ihr überwältigendes Werk Jahrzehnte nach ihrem Tod die Kunstwelt. Der Skandal ist perfekt, denn das MoMA in New York, die gleiche Institution, die auch die Werke der Fotografin Vivian Maier lange nicht ausstellen wollte, ignorierte lange Jahre ihre Existenz. Schließlich sorgt der überwältigende Erfolg ihrer ersten Retrospektive in Europa für Aufmerksamkeit: "Die Kunstgeschichte muss umgeschrieben werden"! lautet die einhellige Meinung der KritikerInnen.

Die Ausstellung "Pionierin der Abstraktion - Hilma af Klint", die 2013 startete, tourte über drei Jahre durch Europa und wurde von über 1 Million Menschen gesehen.
Die Ausstellung im Guggenheim Museum in New York war mit 600.000 BesucherInnen die bis dato erfolgreichste in der Geschichte des Hauses.

JENSEITS DES SICHTBAREN - Hilma af Klint. Der Film von Halina Dyrschka

Die filmische Annäherung an Hilma af Klint macht eine furchtlose Pionierin der Kunst sichtbar, die nicht nur durch ihr künstlerisches Werk fasziniert, sondern vor allem auch durch den Mut, mit dem sie ihr Leben gelebt und ihr Werk geschaffen hat.

Halina Dyrschka, die Hilma af Klint erstmalig 2013 in der Ausstellung im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart in Berlin entdeckte, war "fassungslos" darüber, dass ihr die Arbeiten Hilma af Klints bis dato vorenthalten worden waren.

"Die Zeit ist reif, die Geschichten von Frauen nicht mehr nur aus einer Opferperspektive zu betrachten sondern endlich auch von den Heldinnen zu erzählen. Hilma af Klint war eine starke Frau, die TROTZ der Umstände und unbeirrt aller Rückschläge ihre Kunst erschuf (…)" (Halina Dyrschka)
In ihrem sorgfältig komponierten Film lässt sie Nachfahren und Kunstexpert*innen zu Wort kommen, und zeigt, wie konsequent Hilma af Klint ihren künstlerischen Lebensweg verfolgte.

Dieser poetische Film, der erste überhaupt über Hilma af Klint, begeistert weltweit auf Filmfestivals und setzt der großen Künstlerin ein würdiges Denkmal. Bundesweiter Kinostart ist der 5. März 2020 zum Erscheinen der Biographie von Hilma af Klint (Julia Voss, Fischer Verlag) und zum Weltfrauentag (8. März).

Hilma af Klint hat ein atemberaubendes Werk geschaffen. Ihre Hinterlassenschaft ist ihr wagemutiges Œuvre, das es verdient, gesehen und bewundert zu werden.
Nicht die Künstlerin war ihrer Zeit voraus, die Zeit war nicht reif für sie.

AVIVA-Tipp: Der Dokumentarfilm "JENSEITS DES SICHTBAREN - Hilma af Klint" ist eine großartige Entdeckungsreise in die faszinierenden Bilderwelten einer zu Unrecht vergessenen Künstlerin, die sich zu keiner Zeit jemals Schranken auferlegt hat. In ihrer filmischen Recherchereise beleuchtet Regisseurin Halina Dyrschka auch die bedeutende Rolle der Frauen in der Kunstwelt und stellt die Frage danach, warum es so lange dauern musste, bis das Werk dieser Künstlerin, der Begründerin der abstrakten Malerei, sich schließlich seinen verdienten Platz in der Kunstwelt erobern konnte. Unbedingt sehenswert.

JENSEITS DES SICHTBAREN - Hilma af Klint
Schweden/Deutschland/Schweiz/UK 2019
Regie: Halina Dyrschka
Kamera: Alicja Pahl, Luana Knipfer
Schnitt: Antje Lass, Mario Orias
Musik: Damian Scholl ("Beuys")
Sounddesign: Niklas Kammertöns
Produzentinnen: Eva Illmer, Halina Dyrschka
93 min.
Verleih: mindjazz pictures
Kinostart: 5. März 2020
Mehr zum Film, der Trailer, sowie Kinotermine unter: mindjazz-pictures.de und www.facebook.com/HilmaAfKlintFilm

Termine

JENSEITS DES SICHTBAREN - Hilma af Klint, die Premiere mit anschließendem Filmgespräch am Sonntag, 8. März 2020, 20:30 Uhr, im Cinema Paris in Berlin
In Anwesenheit der Regisseurin Halina Dyrschka und Autorin Julia Voss im Rahmen der Kinotour. Mit anschließendem Filmgespräch.

Das Buch
Julia Voss »Hilma af Klint. Leben und Werk 1862–1944«

Die Biographie von Julia Voss erschien am 26. Februar 2020 im S. Fischer Verlag
Zur Autorin: Julia Voss, geb. 1974, studierte Neuere Deutsche Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg i. Brsg., am Goldsmiths College in London und an der Humboldt-Universität zu Berlin. Bis 2017 war sie leitende Redakteurin bei der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Sie erhielt u.a. den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Heute lehrt sie als Honorarprofessorin an der Leuphana Universität in Lüneburg und schreibt in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« die Kolumne »Fragen Sie Julia Voss«.
Mehr zum Buch unter: www.fischerverlage.de

Informationen zu Hilma af Klint und ihrem Werk unter:

www.hilmaafklint.se
www.hilmaafklint.se/en/the-foundation

Zur Regisseurin: Halina Dyrschka, 1975 in Berlin geboren, studierte Schauspiel an der Westfälischen Schauspielschule Bochum sowie klassischen Gesang und Filmproduktion. Seit dem Kurzfilm "9einhalbs Abschied" führt sie Regie.
Gemeinsam mit der Produzentin für Dokumentar- und Spielfilme Eva Illmer hat sie die Produktionsfirma Ambrosia Film GmbH gegründet.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Hilma af Klint - eine Pionierin der Abstraktion. Begleitkatalog im Verlag Hatje Cantz erschienen
Mit rund 200 Arbeiten zeigte die Ausstellung im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart vom 15.06.2013 bis 06.10.2013 die wichtigsten abstrakten Werke sowie bisher noch nie ausgestellte Gemälde und Papierarbeiten der schwedischen Künstlerin (1862 - 1944). Der Begleitkatalog ist im Verlag Hatje Cantz erschienen.





Quelle: mindjazz pictures, AVIVA-Berlin



Kultur > Kino Beitrag vom 08.02.2020 Sharon Adler 





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