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AVIVA-BERLIN.de im November 2018 - Beitrag vom 31.10.2018

RIAS-Bericht über das erste Halbjahr 2018: Antisemitismus gewalttätiger und gezielter
AVIVA-Redaktion

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) stellte am 25.10.2018 den Bericht antisemitischer Vorfälle von Januar bis Juni 2018 vor. Insgesamt wurden 527 Vorfälle in Berlin erfasst. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (514 Vorfälle) blieb die Gesamtzahl erfasster antisemitischer Vorfälle in Berlin konstant auf hohem Niveau. Besonderen Anlass zur Sorge gibt die deutliche Zunahme gemeldeter antisemitischer Angriffe und Bedrohungen. Mehr Informationen sowie Links zu Initiativen gegen Antisemitismus auf AVIVA-Berlin.



RIAS Berlin wurden jeweils 18 solcher antisemitischen Angriffe und Bedrohungen bekannt, wobei sich die Anzahl der gemeldeten Angriffe im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 verdoppelte und die der Bedrohungen um 50 % anstieg. Fast doppelt so häufig wie im gleichen Vorjahreszeitraum meldeten Jüdinnen_Juden oder Menschen, die als solche von Täter_innen wahrgenommen wurden, antisemitische Erfahrungen (98 Personen). Insgesamt waren 158 Einzelpersonen von antisemitischen Vorfällen betroffen, 68 % mehr als von Januar bis Juni 2017.

RIAS Berlin-Projektleiter Benjamin Steinitz erklärt hierzu: "Die Häufung der gemeldeten Angriffe und Bedrohungen nehmen wir mit Erschrecken wahr. Mehr Betroffene als im vergangenen Jahr wandten sich an uns, weil sie besorgniserregende Erfahrungen machten und uns in diesen schwierigen Situationen das Vertrauen entgegenbrachten. Durch unsere Erhebungen während der letzten vier Jahre entsteht ein differenziertes Bild, wie antisemitische Erfahrungen den Alltag der Betroffenen prägen können."

Ebenfalls erhöht hat sich die Anzahl der Meldungen von verletzendem Verhalten (von 362 auf 401). Zurückgegangen sind dagegen die gezielten antisemitischen Sachbeschädigungen (von 28 auf 21) und die antisemitischen Massenzuschriften (von 103 auf 69).
Mehrere Vorfälle, darunter auch acht gemeldete Angriffe, richteten sich gegen Menschen, die antisemitische Äußerungen kritisiert hatten, wie etwa eine Jüdin, die am Rande des Straßenfestes "Karneval der Kulturen" einen Mann aufforderte, seine verschwörungsmythologischen und NS-relativierenden Plakate herunterzunehmen. Als sie eines der Schilder berührte, schlug der Mann sie mit diesem und versuchte sie, als sie auf den Boden fiel, zu treten. Durch das Eingreifen ihrer Begleiterin konnte die Betroffene flüchten.

Im Schnitt verzeichnete RIAS Berlin fast drei Vorfälle pro Tag. Dabei war der Mai 2018 der Monat mit den meisten gemeldeten antisemitischen Vorfällen (142) seit Beginn der RIAS-Erfassung 2015. Eine beträchtliche Rolle dürften hierfür israelfeindliche Mobilisierungen im Zuge der 70-Jahr-Feier des Staates Israels und der Verlegung der US-amerikanischen Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem gespielt haben.
Außerhalb Berlins wurden RIAS Berlin im ersten Halbjahr 2018 insgesamt 263 antisemitische Vorfälle bekannt, darunter 8 Angriffe, 33 gezielte Sachbeschädigungen und 13 Bedrohungen. Für andere Bundesländer ist nach wie vor von einer erheblich größeren Zahl nicht gemeldeter Vorfälle als in Berlin auszugehen. Eine umfassendere Dokumentation antisemitischer Vorfälle außerhalb Berlins wird künftig durch den sich im Oktober gründenden Bundesverband RIAS gewährleistet werden.

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) wurde im Januar 2015 durch den Verein für Demokratische Kultur in Berlin (VDK) e.V. gegründet. Sie wird gefördert durch das Berliner Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Anti-Diskriminierung und die Amadeu Antonio Stiftung. Ziel von RIAS ist eine zivilgesellschaftliche Erfassung antisemitischer Vorfälle und die Vermittlung von Unterstützungsangeboten an die Betroffenen.

Sigmount Königsberg – Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin:
"Das Monitoring von RIAS Berlin – insbesondere die niedrigschwellige Erfassung antisemitischer Vorfälle – ist die Voraussetzung zur Bekämpfung des Judenhasses. RIAS Berlin schafft die Transparenz, die notwendig ist, damit die Verantwortungsträger zum Einen sich der Problemlage bewusst werden und zum Anderen auch die notwendigen Maßnahmen implementieren – gemäß dem Auftrag des Abgeordnetenhauses an den Senat, ein Konzept zur Antisemitismus-Prävention vorzulegen. Der Kampf gegen Antisemitismus ist nicht nur wegen oder für die Juden zu führen, sondern für die offene, liberale, tolerante demokratische Gesellschaft."

Lala Süsskind – Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) e.V.
"Antisemitische Vorfälle verharren in Berlin weiter auf konstant hohem Niveau. Traurig genug! Zusätzlich erleben wir einen massiven Anstieg von körperlicher Gewalt gegenüber Personen, die als Jüdinnen und Juden erkennbar sind. Die Dokumentation jedes einzelnen Vorfalls im Halbjahresbericht 2018 durch die Recherche- und Informationsstelle Berlin (RIAS) ist wertvoll, im täglichen Engagement gegen Antisemitismus sind wir jedoch alle gefordert. Denn die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus ist der Lackmustest für die deutsche Demokratie nach der Shoah."

Marina Chernivsky – Leitung des Kompetenzzentrums für Prävention und Empowerment der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden
"Die Quantität und Qualität der gemeldeten Vorfälle kommt für uns nicht überraschend. Aus unserer eigenen Arbeit mit Betroffenen und Bildungsinstitutionen wissen wir wie alltäglich antisemitische Episoden sind. Diese Bestandaufnahme zeugt also von einer ungebrochenen Kontinuität antisemitischer Ideologien, die Menschen dazu verleiten, ihren Hass offen zu zeigen bzw. auch Gewalt anzuwenden. Es bedeutet auch, dass die Wahrnehmung von Antisemitismus durch die jüdische Bevölkerung nicht nur Ängste abbildet, sondern auf realen Erfahrungen beruht."

Der vollständige Bericht ist online unter. report-antisemitism.de

Kontakt für Rückfragen und weitere Informationen unter:

Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS), ein Projekt des Vereins für demokratische Kultur in Berlin e.V.: www.report-antisemitism.de

Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) auf Facebook: www.facebook.com/AntisemitismusRechercheBerlin

Verein für Demokratische Kultur in Berlin e.V.: www.vdk-berlin.de

Mehr Informationen und weitere Organisationen gegen Antisemitismus:

Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment (ZWST): zwst-kompetenzzentrum.de

Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA): jfda.de, auf Facebook: fb.com/juedischesforum, Twitter: twitter.com/JFDA_eV, Youtube: www.youtube.com, Instagram: www.instagram.com/jfda_ev

Anne Frank Zentrum e.V.: www.annefrank.de

Amadeu Antonio Stiftung: www.amadeu-antonio-stiftung.de

KIgA e.V.: www.kiga-berlin.org

Handlungsempfehlungen des "Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus" sind online unter:

www.bundestag.de

Die zentralen Forderungen des "Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus" sind online unter:

www.bundestag.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Bericht antisemitischer Vorfälle in Berlin 2017 vorgelegt: Anzahl der Vorfälle bedenklich
Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) legte am 18. April 2018 ihren Bericht antisemitischer Vorfälle für das vergangene Jahr vor. Für 2017 hat RIAS insgesamt 947 antisemitische Vorfälle in Berlin erfasst. Im Jahr 2016 wurden 470 antisemitische Vorfälle in Berlin registriert, im Jahr 2015 waren es 405 Fälle. (19.04.2018)

Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA) begeht 10-jähriges Jubiläum
Mit einer Feier im Festsaal des Rathauses Charlottenburg hat das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA) am 26. Juni 2018 zusammen mit rund 200 GästInnen sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. Lala Süsskind, die Vorsitzende des JFDA, Levi Salomon, Sprecher des JFDA und Samuel Salzborn, Gastprofessor am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin äußern Hoffnungen und Forderungen. Eine Bestandsaufnahme.

Langzeitstudie im Juli 2018 erschienen: Antisemitismus 2.0 und die Netzkultur des Hasses
Das Thema: "Judenfeindschaft als kulturelle Konstante und kollektiver Gefühlswert im digitalen Zeitalter". Die auf umfangreichem Datenmaterial basierende Studie zeigt unter anderem: "Antisemitismen haben im Netz signifikant zugenommen und der klassische Judenhass ist vorherrschend". AVIVA meint: Die Ergebnisse sind wenig überraschend, den "Betroffenen" in allen Facetten seit Jahren bestens bekannt. Und doch: Die große Medienpräsenz auf genau diese Untersuchung zeigt endlich den dringenden Handlungsbedarf auf. (20.07.2018)

ZWST eröffnet neue Beratungsstelle für Betroffene antisemitischer Gewalt in Berlin
Mit der neuen Beratungsstelle soll ein Angebot speziell für Ratsuchende nach Erfahrungen antisemitischer Gewalt geschaffen werden, das sich durch einen niedrigschwelligen Ansatz auszeichnet. (2017)

Zahl gemeldeter antisemitischer Vorfälle in Berlin bleibt hoch
Im Jahr 2016 erfasste die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) 470 antisemitische Vorfälle in Berlin. Die Zahl der registrierten Vorfälle ist damit gegenüber dem Vorjahr (2015: 405 Fälle) um 16 % angestiegen. Die Zahl der von Antisemitismus Betroffenen hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. (2017)

Kooperation will Antisemitismus sichtbar(er) machen und den Betroffenen zur Seite stehen
Das Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden (ZWST) e.V. und die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) des Vereins für demokratische Kultur in Berlin (VDK) e.V. ermutigen Jüdinnen und Juden darin, antisemitische Vorfälle zu melden. (2016)




Quelle: Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) Pressemitteilung vom 25.10.2018

Public Affairs > Diskriminierung Beitrag vom 31.10.2018 AVIVA-Redaktion 





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