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AVIVA-BERLIN.de im Januar 2020 - Beitrag vom 16.12.2019


Es war einmal ein Töpfchen – der israelische Kinderbuchklassiker von Alona Frankel aus dem Jahr 1975 nun erstmalig auf Deutsch erschienen
Nea Weissberg

Um ihrem kleinen Sohn Michael die Umstellung von der Windel aufs Töpfchen zu erleichtern, hat die israelische Künstlerin, Illustratorin und Bestsellerautorin Alona Frankel 1975 ihren weltweit erfolgreichen Kinderbuchklassiker "Sir haSirim" (hebräisch, Topf der Töpfe) geschrieben. Die erste hebräische Version stellte den kleinen Jungen Naftali in den Fokus, später schrieb sie mit dem Mädchen Naomi eine Mädchenversion



Deren Gefährtin im Alltag ist ihre Mama. Dank ihrer Liebe und ihrer Geduld gelingt es Naomi und Naftali, ihr "Kaki" und Pipi" in einen weißes rundes Henkel-Töpfchen zu platzieren.

Das Kleinkinderbuch zum Vorlesen zur Frage des "Töpfchen-Trainings". Zwei Papp-Bilderbücher für Knirpse – eines für Mädchen und eines für Jungen.

Im Mittelpunkt steht der kindliche Körper, dessen Körperteile und Funktionen klar benannt werden: der Popo, der Penis, die Scheide, das Löchlein, alles anschaulich und kindgerecht in buntmatten Farben bebildert.
Die illustrierten Objekte wie auch das Töpfchen sind Alltagsgegenstände, die Kleinkindern die schrittweise Umstellung von der Windel zum "aufs Töpfchen gehen" und inklusive das im Anschluss dazugehörende Händewaschen auf spielerische Weise beibringen.

Alona Frankel widmet sich mit ihrem Kinderbuch einem Tabu-Thema: Die Kontrolle über Blase und Stuhlgang ist ein großer Schritt für das Kind, sich selbst zu spüren und seinen Körper wahrzunehmen.
Töpfchen-Training heißt auch, dem Kind die Zeit zu geben, die es benötigt, bis es selbst "sauber" werden möchte und ihm ein Töpfchen anzubieten, sobald es ein erkennbares Interesse zeigt, ins Töpfchen "Pipi" und "Kaki" zu machen.

Das Bilderbuch dient mit seinen ansprechend gegliederten Bildtexten als begleitender Elternratgeber, der den innerlich entstandenen physischen Reifungsprozess des Kleinkinds spielerisch unterstützen möchte. Diese Entwicklungsphase kann zwischen einem Jahr und vier Jahren liegen. Es hat sich gezeigt, dass Kleinkinder, die gelernt haben, ihren Körper wahrzunehmen, nachts eher nicht einnässen, was bei zu früh zur Sauberkeit trainierten Kindern des Öfteren der Fall ist.

Das Buch "Es war einmal ein Töpfchen" möchte Prozesse aufzeigen, die Schritt für Schritt behutsam eingeübt und in Folge vom Kleinkind körperlich umgesetzt werden können.

Alona Frankel zeigt Müttern und Vätern (somit in Folge auch Erziehern und Erzieherinnen) wie sie, ohne emotionalen Druck aufs Windelkind aufzubauen, die Jüngsten für ein spielerisches Training öffnen, sodass diese selbst Interesse zeigen am Ausprobieren und Entdecken der körperlichen Ausscheidungsprozesse.

Dazu bedarf es eines längeren Zeitraumes, der Eltern und Erziehende zu Geduld im Umgang mit den Kleinkindern ermutigen möchte.
Alona Frankel demonstriert Kleinkindern mit Hilfe von farbigen, heiteren Zeichnungen, die der künstlerischen Stilrichtung der naiven Malerei zugeordnet werden können, dass es gut ist, die Windel immer mal wieder auszuziehen, damit das Kind ein Gespür für seinen Körper entfalten kann.

Das Layout des Bilderbuchs ist apart, eine vielfarbig matte Kartonage, mit stilisierten Figuren, Blüten und Gegenständen und erinnert vom Format an Poesiealben.
Kontrastierend zu den bunt bemalten Seiten sind beim Umblättern die wiederkehrend weiß gepinselten Windeln mit seitlichem Klebestreifen und das schneeweiße Töpfchen – im Stile antiker Nachttöpfe aus Keramik, Porzellan oder emailliertem Blech.

Wird "Es war einmal ein Töpfchen" in die Hand genommen, so erlebt frau / man ein griffiges, handliches Buchformat, mit abgerundeten Ecken. Buchseiten und Buchdeckel sind aus fester Kartonage und können von Kinderhänden nur schwerlich zerrissen werden.

Zur Autorin: Alona Frankel, 1937 in Kraków geboren, war zwei Jahre alt, als die Wehrmacht, deutsche "Gebirgsjäger" und Einsatzgruppen gemeinsam 1939 in Polen einmarschierten. Nach dem deutschen Überfall auf Polen floh Alonas Familie wie 10.000 andere Juden und Jüdinnen in Richtung Osten, nach Lwów. Doch am 30.Juni/1. Juli 1941 wurde Lwów von der deutschen Wehrmacht okkupiert. NS-Deutsche, ukrainische und polnische Kollaborateure und Kollaborateurinnen verübten gewaltsam-quälende, gewalttätige, mörderische Ausschreitungen gegen 4.000 jüdische Menschen.

Anfang November 1941 wurde der Aufbau eines Ghettos in Lemberg befohlen und Mitte November wurde der Umzugsbefehl bekanntgemacht: Ukrainischen und polnischen Mitbürgern und Mitbürgerinnen des ausgesonderten Viertels wurden befohlen, in das übrige Stadtgebiet umzuziehen. Alle Juden und Jüdinnen mussten sich gezwungenermaßen bis Mitte Dezember 1941 im vorgesehenen Ghettoviertel einfinden. Als im Ghetto Typhus ausbrach, der sich auf die ganze Stadt auszudehnen drohte, wurde Anfang Dezember 1941 vorübergehend die Ghettoisierung unterbrochen. Die Familie Alonas floh und bat Polen und Polinnen, sie zu verstecken. Ein polnischer Tischler war jedoch nur bereit den Eltern illegalen Unterschlupf zu gewähren. Das kleine Mädchen wurde von ihren Eltern getrennt und zu einer nicht sehr menschen-und wenig judenfreundlichen Polin gegeben. Diese war bereit das Kind gegen materielle Entlohnung bei sich aufzunehmen. Sie versteckte das Kind im Stall, gemeinsam mit Schweinen, Pferden, Mäusen und Läusen. Alona bekritzelte zunächst Papierfetzen und später zeichnete sie darauf. Die polnische Frau nahm diese Bilder und schickte sie Alonas Eltern als Beweis, die so ein Lebenszeichen ihres Kleinkindes erhielten. Als den mittlerweile mittellosen Eltern das Geld ausging, warf die Polin das Kind ins Erdloch-Versteck der Eltern.

Alona war von ihrem zweiten Lebensjahr an durch die NS-Ideologie und das NS-Vernichtungsprogramm existentiell bedroht. Sie lebte in unaufhörlicher Lebensgefahr, gefangen, erschossen und vergast zu werden. Sie wurde eine Zeit lang auf gewalttätige Weise von ihren Eltern abgetrennt und reagierte darauf zunächst mit Entfremdung. Die Familie überlebte und emigrierte 1949 nach Israel.

Alona Frankel studierte am "Avni Institute of Art and Design" in Tel Aviv Kunst und begann, Kinderbücher zu schreiben und zu bebildern. 2005 bekam sie den renommierten Sapir-Preis für Literatur für ihre autobiografische Novelle "Yalda" / "Girl" sowie den Jacob-Buchman-Preis für Holocaust Literatur von Yad Vashem. Sie ist außerdem Preisträgerin des Premierministerpreises (2014) und des Devorah-Omer-Preises für ihr Lebenswerk (2017). Alona Frankel lebt in Tel Aviv und hat zwei erwachsene Söhne und fünf Enkelkinder.
Mehr Infos unter: www.alonafrankel.com

AVIVA-Tipp: "Es war einmal ein Töpfchen" – ein israelischer Klassiker und Bestseller, der nun endlich auch auf dem hiesigen deutschen Kinderbuchmarkt erhältlich ist. Ein schönes Geschenk für Mutter, Vater und Kleinkind.

Alona Frankel
Es war einmal ein Töpfchen

Eine Buchausgabe für Mädchen und eine für Jungen.
Verfasst und illustriert von Alona Frankel
Ariella Verlag, erschienen Herbst 2019
Aus dem Hebräischen ins Deutsche übersetzt von Myriam Halberstam
Fachliche Beratung: Marguerite Marcus, Kinderärztin
Es war einmal ein Töpfchen - Mädchen



Es war einmal ein Töpfchen - Junge


Es war einmal ein Töpfchen - Mädchen: ISBN 978-3-945530-27-6
Es war einmal ein Töpfchen – Junge: ISBN 978-3-945530-26-9 Junge

Jeweils Preis: EUR 7,95
Unterstützt von der Brodt Foundation München.
Mehr Infos zu den Büchern und zum Ariella Verlag unter:
www.ariella-verlag.de

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Literatur > Jüdisches Leben Beitrag vom 16.12.2019 Nea Weissberg 





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