Das Hinterhaus - Het Achterhuis – Die Tagebücher von Anne Frank. 250 Schulen beteiligen sich am bundesweiten Anne Frank Tag - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA_gegen_AFD DER FLOHMARKT VON MADAME CLAIRE
AVIVA-Berlin > Literatur > Jüdisches Leben AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   Jüdisches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   Gewinnspiele
   Frauennetze
   E-cards
   About us
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2019







 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2019 - Beitrag vom 12.06.2019


Das Hinterhaus - Het Achterhuis – Die Tagebücher von Anne Frank. 250 Schulen beteiligen sich am bundesweiten Anne Frank Tag
Saskia Balser

Am 12. Juni 2019 wäre Anne Frank 90 Jahre alt geworden. Zu diesem besonderen Datum hat der S. Fischer Verlag im Juni 2019 ihre zwei fragmentarischen Tagebuchversionen, bestehend aus den ursprünglichen Einträgen, sowie ihrem Romanentwurf in einer Sonderausgabe herausgebracht. Diese entstand auf Basis der 2013 erschienenen Gesamtausgabe, aus dem Niederländischen übersetzt von Mirjam Pressler.



Die Lebensgeschichte der Anne Frank und ihre Tagebücher, die sie schrieb, bis sie mit 16 Jahren am 15. Februar 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet wurde, sind seit ihrem Erscheinen in über 70 Sprachen übersetzt worden. Bis heute erinnern sie an die entsetzlichen Verbrechen und das unvorstellbare Grauen der Shoah und dürfen deshalb niemals in Vergessenheit geraten. So schreibt auch Audrey Azoulay, die Generaldirektorin der UNESCO im Geleitwort zum Buch "Das Hinterhaus - Het Achterhuis": "Wir bleiben trotz der Jahre, die kommen und gehen, mit Anne Frank verbunden."

Unterschiedliche Tagebuch-Versionen

Weil Anne Frank ihre eigene Geschichte detailgenau aufgeschrieben und ihr Erlebtes auf diese Weise zu verarbeiten versuchte, können heute Menschen auf der ganzen Welt ihr Leben rückwirkend begleiten. Seit Jahrzehnten sind ihre Tagebücher Schullektüre und tragen dazu bei, dass sich Jugendliche mit den Themen Holocaust und Antisemitismus auseinandersetzen. Dass das notwendig ist, beweisen beispielsweise die Ergebnisse der ersten bundesweit vergleichenden Bestandsaufnahme zum Themenfeld "Antisemitismus in der Schule" von Samuel Salzborn und Alexandra Kurth.
Die Version, die in den Klassen gelesen wird, ist die so genannte "Leseausgabe", welche vom Anne Frank Fonds autorisiert wurde. Der AFF, in Kooperation mit UNICEF, unterstützt mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Bücher, Theater- und Filmrechte karitative und edukative Zwecke im Sinne von Anne Frank und Otto Franks testamentarisch verfügtem Willen.

Die Leseausgabe stellt eine Fassung dar, die sowohl aus dem ursprünglichen Tagebuchtext von Anne Frank besteht als auch dem Text, den Anne bereits für eine mögliche Publikation vorbereitet hatte – was als "Romanentwurf" bezeichnet wird.
Abgesehen von diesen drei Versionen gibt es noch jene, die Otto Frank nach dem Krieg 1947 veröffentlichte, nachdem er den Text von einigen ausgewählten Stellen bereinigte, die für ihn das Andenken an seine Familie schmälerten. Diese Version ist seit 1990 jedoch nicht mehr lieferbar.

"Das Hinterhaus - Het Achterhuis"

Zu Anne Franks 90. Geburtstag erscheinen jetzt die zwei fragmentarischen Tagebuchversionen, nämlich der ursprüngliche Text und der "Romanentwurf", in einer Sonderausgabe mit besonderer Leinenausstattung. Diese entstand auf Basis der Gesamtausgabe, aus dem Niederländischen übersetzt von Mirjam Pressler, welche im Jahr 2013, ebenfalls im S. Fischer Verlag, erschien.
Der Titel des Buchs verweist auf den Ort, an dem Anne, wie es Azoulay benennt, uns "mit ihren Eltern, ihrer Schwester und einigen Freunden auf drei Stockwerken eingepfercht, verborgen hinter dem Geschäft des Vaters im von den Nazis besetzten Amsterdam – an ihren Freuden und Leiden teilhaben lässt." Es ist zugleich der Titel, den Anne Frank für die Veröffentlichung ihrer Tagebücher gewählt und innerhalb dieser am 29. März 1944 selbst kommentiert hatte: "Stell dir doch mal vor wie interessant es sein würde, wenn ich einen Roman vom Hinterhaus herausgeben würde, nach dem Titel allein würden die Leute denken, daß es ein Detektiv-Roman wäre."

Im "Romanentwurf", den Anne Frank ab dem 20. Mai 1944 schrieb, nimmt sie einige Änderungen an ihren ursprünglichen Tagebucheinträgen vor. So lässt sie beispielsweise Passagen aus, in denen sie über ihre Verliebtheit gegenüber Peter van Pels schrieb, oder über die Konflikte mit ihrer Mutter. Zudem können Leser*innen eine Entwicklung in ihrem Schreibstil beobachten, sie formuliert klarer und stärker mit dem Ziel, eine Schriftstellerin zu werden, deren Geschichte nicht verloren gehen soll: "Oh ja, ich will nicht umsonst gelebt haben wie die meisten Menschen. Ich will den Menschen, die um mich herum leben und mich doch nicht kennen, Freude und Nutzen bringen. Ich will fortleben, auch nach meinem Tod."

Die Leserin kann sich nur Audrey Azoulay anschließen: "Man schließt also das Buch, und man beginnt nachzudenken. Man überlegt sich, dass es – entgegen dem Gewicht der Leere, der Unsäglichkeiten der Denunzierung, der Deportation, der Lager, der Krankheit und des Todes – die Texte sind, die bleiben, und nicht das darauf folgende Schweigen. Als Schriftstellerin überlebt und triumphiert Anne Frank."

Das Hinterhaus – Het Achterhuis. Die Tagebücher von Anne Frank
Übersetzt von Mirjam Pressler
S. Fischer Verlag, erschienen im Juni 2019
Leinen, 480 Seiten, gebunden
Preis 35 Euro
ISBN: 978-3-10-397485-0
Mehr zum Buch unter: www.fischerverlage.de

Zu Anne Frank: Annelies Marie "Anne" Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. Gemeinsam mit ihrer deutsch-jüdischen Familie wurde sie im Februar oder Anfang März 1945, kurz vor Ende des Krieges, aus Amsterdam ins KZ Bergen-Belsen deportiert und dort von den Nationalsozialisten ermordet. Zuvor war die Familie 1934 in die Niederlande ausgewandert war, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. In den Niederlanden hatte sie ab Juli 1942 mit der Unterstützung von Helferinnen in einem versteckten Hinterhaus in Amsterdam gelebt. In diesem Versteck hielt Anne Frank ihre Erlebnisse und Gedanken in einem Tagebuch fest, das nach dem Krieg als "Tagebuch der Anne Frank" von ihrem Vater Otto Frank, der als einziger die Shoa überlebt hatte, veröffentlicht wurde.

Zur Übersetzerin: Mirjam Pressler wurde 1940 in Darmstadt geboren. Sie studierte an der Akademie für Bildende Künste in Frankfurt a.M. und in München. Nachdem sie ein Jahr lang in einem Kibbuz in Israel gelebt hat, kehrte sie 1970 nach Deutschland zurück. In der Folgezeit verfasste sie mehr als 30 Kinder- und Jugendbücher. Neben ihrer Arbeit als Schriftstellerin war Pressler als Übersetzerin tätig. Zahlreiche Originaltitel auf Hebräisch, Niederländisch und Englisch sind dank ihr auch in deutscher Sprache erhältlich, darunter Werke von Uri Orlev ("Lauf, Junge, lauf"), Amos Oz ("Unter Freunden") und Zeruya Shalev ("Späte Familie").
Mirjam Pressler ist am 16. Januar 2019 im Alter von 78 Jahren in Landshut gestorben.
Weitere Informationen: www.mirjampressler.de

Der Anne Frank Tag am 12. Juni 2019

Am diesjährigen Anne Frank Tag beteiligen sich rund 250 Schulen unter dem Motto "Anne Frank 90". Zum Auftakt dieses Aktionstags gegen Antisemitismus und für Demokratie spricht der Zeitzeuge Pieter Kohnstam in Gütersloh. In Berlin können alle Interessierten von 10 bis 18 Uhr die Ausstellung "Alles über Anne" im Anne Frank Zentrum bei freiem Eintritt besuchen und sich mit Anne Franks Biografie beschäftigen.

"Am Anne Frank Tag möchten wir an Anne und alle Opfer des Nationalsozialismus erinnern und ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Gerade in Zeiten, in denen der Hass gegen Jüdinnen und Juden zunimmt und sich immer offener zeigt, ist es wichtig, schon früh damit zu beginnen, Kinder und Jugendliche für ein respektvolles und demokratisches Miteinander zu gewinnen", erklärt Patrick Siegele, Direktor am Anne Frank Zentrum und Initiator des Anne Frank Tags.

Auf der Website stehen neben weiteren Informationen zum bundesweiten Anne Frank Tag auch pädagogische Arbeitsmaterialien zum kostenlosen Download bereit.

Weitere Informationen zu Anne Frank, ihrer Familiengeschichte und dem Tagebuch auf den Webseiten des Anne Frank Zentrums: www.annefrank.de
auf den Seiten der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem: www.yadvashem.org
dem Anne-Frank-Haus Amsterdam: www.annefrank.org
und dem Anne Frank WebGuide für SchülerInnen: www.annefrank.org

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Antisemitismus in der Schule: Erste Bundesweite Bestandsaufnahme dokumentiert geringes Problembewusstsein und Engagement bei schulischen AkteurInnen und Bundesländern
Antisemitische Haltungen von LehrerInnen und SchülerInnen, antisemitische Inhalte und Weiterverbreitung von Klischeebildern in Schulbüchern. Das Schul- und Universitätssystem weist diverse Schwachstellen auf, die Antisemitismus in Bildungseinrichtungen erst möglich machen. Das Gutachten des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin mit der Universität Gießen vom Januar 2019 liefert zwar keine Zahlen. Dafür zeigt es präzise auf, wo Handlungsbedarf besteht. (2019)

Das Tagebuch der Anne Frank - eine Graphic Novel von Ari Folman und David Polonsky
Anne Frank wäre am 12. Juni 2018 neunundachtzig Jahre alt geworden. Zum bundesweiten Anne Frank Tag am 12. Juni und dem 70. Jahrestag der Erstveröffentlichung ihres berühmt gewordenen Tagebuchs macht AVIVA auf die wunderbar gestaltete gleichnamige Graphic Novel von Ari Folman und David Polonsky, kongenial übersetzt von Mirjam Pressler, aufmerksam. Mit dieser künstlerischen Interpretation des Tagebuchs des am 15. Februar 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen von den Nazis ermordeten 16 jährigen Mädchens haben die Macher des mehrfach ausgezeichneten Films und Buchs "Waltz with Bashir" ein weiteres Stück schmerzhafte Geschichte beeindruckend aufs Papier gebracht. (2018)

Nathan Englander - Worüber wir reden, wenn wir über Anne Frank reden. Stories
In seiner Kindheit und Jugend gab es für den 1970 auf Long Island geborenen Nathan Englander nichts außer Thorastudium, Vorabendserien und Actionfilme mit Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone. (2012)

Ernie Colon und Sid Jacobson - Anne Frank
Mit 13 Jahren begann Anne Tagebuch zu führen, drei Jahre später starb sie 1945 in Bergen-Belsen. Mit einer grafischen Biografie von Colon und Jacobson gelingt der wohl bekanntesten Geschichte des Holocaust der Anschluss an die Popkultur. (2010)

Mirjam Pressler - Grüße und Küsse an alle - Anne Franks Familiengeschichte in Briefen
Mirjam Pressler, vielbeschäftigte Autorin und Übersetzerin aus dem Hebräischen, hat umfangreiche Briefwechsel aus der Familie des weltweit wohl berühmtesten Opfers des Holocaust herausgegeben (2009)

Anne Frank
Im Rahmen des Gedenkjahres 2005 stellt Ihnen AVIVA-Berlin zwei Bücher zu Anne Frank vor: "Liebe Anne. Ein Buch für Anne Frank" und "Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus". (2005)

Anne Frank WebGuide und Online-Datenbank
Seit Oktober 2005 ist das Internetportal online, das Schülerinnen und Schülern umfangreiche Informationen und verschiedene Materialien zu Anne Frank und zum Zweiten Weltkrieg zur Verfügung stellt. (2005)


Quelle: Pressemitteilung des Anne Frank Zentrums vom 21. Mai 2019 / 5. Juni 2019



Literatur > Jüdisches Leben Beitrag vom 12.06.2019 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2019 
zum Seitenanfang   suche   sitemap   impressum   datenschutz   home   Seite weiterempfehlenSeite drucken