Lisa Seiden - Bleib immer mit deinem Bruder zusammen. Eine Geschichte vom Kindertransport. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Inge Hansen-Schaberg - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA_gegen_AFD
AVIVA-Berlin > Literatur > Jüdisches Leben AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   Jüdisches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2018 - Beitrag vom 14.07.2018

Lisa Seiden - Bleib immer mit deinem Bruder zusammen. Eine Geschichte vom Kindertransport. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Inge Hansen-Schaberg
Bärbel Gerdes

Neun Jahre alt ist Lisa Leist, als sie aus ihrem vertrauten Leben gerissen wird. Gemeinsam mit ihrem Bruder Peter steht sie fast ohne Vorwarnung auf dem Wiener Bahnhof, umgeben vom Lärm zahlloser Menschen und lauscht den eindringlichen Ermahnungen ihrer Mutter. Erst acht Jahre später sollte sie ihre Eltern wiedersehen. Lina und Peter gehörten zu den jüdischen Kindern, deren Eltern es gelang, sie nach Großbritannien ausreisen zu lassen, um sich vor den Verfolgungen des Nationalsozialismus zu retten.



Am 21. November 1938 stimmte das britische House of Commons einem Statement des Home Secretary zu. In Folge der "Reichspogromnacht" am 9./10. November 1938 ermöglichte Großbritannien unbegleiteten jüdischen Kindern und Jugendlichen aus Deutschland, Österreich, Polen und der Tschechoslowakei die Einreise. Ein Visum oder ein Reisepass waren nicht notwendig. Die Kinder sollten für eine bestimmte Zeit in britischen Familien untergebracht werden, bis eine Familienzusammenführung oder eine Ausreise in ein anderes Land möglich wären. Organisiert wurden diese "Kindertransporte" in Wien von der "Kultusgemeinde", in Berlin von der "Reichsvertretung der Juden". Sie fanden vom 1. Dezember 1938 bis zum September 1939 statt.

Wie aber erlebt ein Kind diese Trennung vom Vertrauten, vor allem von der eigenen Familie? Wie ist es, plötzlich allein ein fremdes Land zu betreten, in dem die Menschen eine Sprache sprechen, die nicht verstanden wird, und Dinge essen, die unbekannt sind?

Lisa Seiden, geborene Leist, wollte sich für ihre drei Enkel erinnern. Auf ihre Frage, wo sie denn zur Schule gegangen sei, begann sie zu erzählen. "Was für´n Ding!" rief einer der drei Jungen aus und bewegte seine Großmutter dadurch, ihre Kindheit aufzuschreiben. Unter dem Titel No te separes de tu hermano erschienen sie 2009 in Buenos Aires. Dankenswerterweise übersetzte ihn Dieter Heymann jetzt für den verdienstvollen Verlag Hentrich & Hentrich.

Erinnerungen, schreibt Seidel, "scheinen schalkhafte Gnome zu sein. Sie treiben ihr Spiel mit uns, erscheinen, ohne sich anzukündigen, verschwinden bei anderen Gelegenheiten, verschwimmen. … Sie begleiten uns in jedem Augenblick jeder Stunde, an jedem Tag unseres Lebens. MIT ihnen leben zu lernen und nicht FÜR sie ist lebensnotwendig."

Eines der ersten Ereignisse, das eine schreckliche Veränderung ankündigte, erlebte Lisa Seidel in ihrer Schule.
"Ich erinnerte mich nicht daran, mich schlecht betragen zu haben, auch nicht, respektlos gewesen zu sein oder irgendein anderes Problem verursacht zu haben. Bestürzt und verwirrt reagiert Lisa auf die Aufforderung ihrer Lehrerin, nach Hause zu gehen und nicht mehr zurückzukommen. Wenige Monate zuvor waren die Nazis in Österreich einmarschiert. "Die Strafe, nicht länger meine Schule besuchen zu dürfen, war nur der erste von vielen Schritten, auf den andere, schlimmere und irreparable folgten.

Lisa lebte mit ihren Eltern und ihrem fünf Jahre älteren Bruder Peter in Wien, in einer assimilierten jüdischen Familie, die "wie so viele andere in jener Zeit […] wie üblich integriert war [...], unsere Freunde waren nur Freunde, und es kümmerte uns nicht, ob sie jüdische Wurzeln hatten oder nicht." Die Familie lebte in guten wirtschaftlichen Verhältnissen und auf einem hohen kulturellen Niveau.

Lisa Seidens Erinnerungen eröffnen der Leserin zunächst mit einer glücklichen Kindheit im Wien der dreißiger Jahre. Sie stellt ihre Lieblingsspielsachen, -speisen und -tiere vor und beschreibt winterliches Rodeln und Schneemann bauen mit ihrer Cousine Edith und ihrem Cousin Robert. Sie erinnert den Sommer und die am Altaussee verbrachten Ferien. "Glückliche, erfüllte, runde und gesicherte Erinnerungen!" nennt die Autorin sie und belegt alles mit vielen Fotos aus dieser Zeit, die die Kinder und die Eltern zeigen.

Doch mit Beginn des Rauswurfs aus der Schule, werden die Erinnerungen "schwarz, beißend, schrecklich." Die Eltern veränderten sich. Sie sprachen plötzlich mit leiser Stimme miteinander und waren schreckhaft, wenn die Klingel oder das Telefon läuteten. Die Straßen waren voller SS-Gruppen. Sie wird Zeugin, wie ihre Mutter von einem feixenden Trupp Uniformierter furchtbar gedemütigt wird. "Im Haus herrschte eine Atmosphäre der Angst."
Ihr Vater muss sich versteckt halten, wird aber schnell aufgegriffen und in das Konzentrationslager Dachau verschleppt.

Aus dieser Situation heraus und mit der mütterlichen Mahnung, immer mit ihrem Bruder zusammen und einig zu bleiben, wird das Mädchen mit ihrem Bruder nach England geschickt. Etwa 10.000 jüdische Kinder aus Mitteleuropa wurden durch Großbritannien gerettet. "Das vom Parlament beschlossene Gesetz mit dem Namen ´Rettung von Kindern in Notsituation´ war das einzige in seiner Art während des letzten Weltkriegs."

Die zahlreichen als Faksimile abgedruckten Briefe an die Eltern geben Lisa Seidens Bericht eine Gegenwärtigkeit und Authentizität, die das Leben und Erleben der beiden Geschwister eindrücklich spürbar werden lässt. Zunächst kommen die beiden in ein Camp, das als Transitstation für die Flüchtlinge benutzt wurde. Von dort wurden die Kinder in andere Landesteile gebracht, "zu einzelnen Familien, die willens waren, sie aufzunehmen, oder zu Institutionen, Heimen oder landwirtschaftlichen Kollektiven."
Lisa und Peter kommen zu Mrs Tanner, einer kanadischen Dame aus den höheren Kreisen von Bath. In den Erinnerungen von Lisa redete und lachte sie unaufhörlich, ohne sich darum zu kümmern, ob die beiden Kinder sie verstanden oder nicht. Sie wohnen in einem riesigen Haus, das den Eindruck vergangener Pracht vermittelte.
Mrs Tanner schreibt sogleich den Eltern über die gute Ankunft ihrer Kinder.
Die Geschwister lernten allmählich Englisch, schrieben eifrig Briefe nach Hause und erhielten am 18. Januar 1939 den sehnsüchtig erwarteten Brief ihrer Mutter, der ihnen mitteilte, dass ihr Vater wieder zu Hause sei – zwar krank – er wog nur noch 35 Kilo – aber er lebte. Diese Nachricht beruhigte die beiden und nährte die Aussicht, dass sie ihre Eltern bald wiedersehen würden.

Lisa Seiden berichtet lebhaft von ihren Schulbesuchen, ersten Annäherungen mit den fremden Kindern, neuen Spielen und dem Spaß, wenn die englischen KlassenkameradInnen Deutsch reden wollten.
Jäh ändert sich alles, als sie erfahren, dass Mrs Tanner, die zwei Söhne in Kanada hat, dorthin zu reisen beabsichtigt, um das unsicher gewordene England zu verlassen.
Mit viel Glück kommen sie gemeinsam in die Familie Hole auf Rosemount Farm, die aus einem Ehepaar und seinen sechs Kindern besteht. "Sie wurden Freunde und Brüder während unseres ganzen Aufenthalts auf der Farm."

Aufgrund der Kriegserklärung Großbritanniens an England am 3. September 1939 bekamen Lisas und Peters Eltern kein Visum für die Einreise nach England. Sie emigrierten nach Buenos Aires, wo ein Bruder des Vaters lebte. Geplant war, dass die Kinder in Southampton mittels einer Sondergenehmigung an Bord des Schiffes gehen konnten, doch es erhielt keine Erlaubnis, den Hafen anzulaufen.

Die folgenden Jahre waren geprägt von Verdunkelungen und den heftigen Luftangriffen Deutschlands auf England. Lisa Seiden erinnert die Rationierung der Lebensmittel, die Übungen mit Gasmasken und die neuen Unterrichtsfächer und Themen: Erste Hilfe, Solidarität, Pflicht und Patriotismus.
Der Kontakt zu den Eltern erfolgt weiterhin per Brief. Das Schreiben wird immer schwieriger, denn "die Worte wirkten platt, leer und unpersönlich... Das Wichtige fand sich zwischen den Zeilen, und meistens konnte man es nicht einmal dort finden."

In ihrem Nachwort verdeutlicht die Erziehungswissenschaftlerin Inge Hansen-Schaberg, wie sich Eltern und Kinder in den Jahren der Trennung entfremdet hatten. "Während die Eltern sich nach der jahrelangen erzwungenen Trennung nach ihnen sehnten, hatten ihre Kinder lernen müssen, allein zurechtzukommen und waren zu selbstständigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen herangereift."

So geriet Lisa, die sich inzwischen in einen der Söhne der Gastfamilie verliebt hatte, in einen großen Konflikt. Die Siebzehnjährige, die im Mai 1946 die Bestätigung bekam, dass sie und ihr Bruder einen Platz auf einen Überseedampfer hätten, der sie nach Argentinien zu ihren Eltern fahren würde, kämpfte mit Schuldgefühlen und Scham: "Wäre ich fähig, mich zu weigern, dies alles zu verlassen? Wäre ich fähig, meine armen Eltern so tief zu verletzen? Könnte ich mein Glück auf ihren Schmerz errichten?

AVIVA-Tipp: Lisa Seidens Erinnerungsbuch betont vor allem das Glück, das sie hatte, als sie so gastfreundlich und liebevoll in Großbritannien aufgenommen wurde. Heimweh, Sehnsucht nach den Eltern, Traumatisierungen durch den Krieg bleiben ausgespart. Vielleicht ist das Buch deshalb umso eindringlicher, ganz bestimmt aber ihr Appell. "Nicht allein das Schicksal trifft Entscheidungen / lass nicht zu, dass es dich in Besitz nimmt / zu seinem unerbittlichen Vergnügen."

Zur Autorin: Lisa Seiden, geborene Leist, wurde am 8. Januar 1929 in Wien geboren. Von 1938 bis 1946 lebte sie in Großbritannien. Im Juni 1946 reiste sie mit ihrem Bruder über Frankreich nach Buenos Aires. Lisa Seiden arbeitete als Sekretärin einer argentinischen Handelsfirma und heiratete 1951 ihren aus Berlin stammenden Mann. Lisa Seiden unterrichtete Englisch in Schulen und arbeitete 30 Jahre lang als Privatlehrerin für Englisch. Zu ihrer Familie in Bath steht sie bis heute in Kontakt. Lisa Seiden lebt in Buenos Aires.
Mehr Informationen zur Familie und Geschichte von Lisa Seiden unter: www.geni.com und www.injoest.ac.at

Zum Übersetzer: Dieter Heymann lehrte 40 Jahre an Schulen und Hochschulen war in der Lehreraus- und Fortbildung tätig. Er lebt in Stuttgart und Buenos Aires.

Zur Herausgeberin: Inge Hansen-Schaberg, geb. 1954, ist Professorin für Erziehungswissenschaft mit besonderer Berücksichtigung der Historischen Pädagogik an der TU Berlin. Sie ist Herausgeberin der Reihe "Frauen + Exil" in der edition text + kritik. Seit 2013 ist sie Vorsitzende der Gesellschaft für Exilforschung e.V., seit 2016 Vorsitzende des Vereins Cohn-Scheune e.V..
Herausgeberin u.a. von Ethik der Erinnerung in der Praxis (2005), Familiengeschichte(n). Erfahrungen und Verarbeitung von Exil und Verfolgung im Leben der Töchter (2006), Das Politische wird persönlich – Familiengeschichte(n) (Bd. 2) (2007).

Lisa Seiden
"Bleib immer mit deinem Bruder zusammen!". Eine Geschichte vom Kindertransport

Originaltitel: No te separes de tu hermano. Una historia del Kindertransport
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Inge Hansen-Schaberg.
Aus dem Spanischen von Dieter Heymann
Verlag Hentrich & Hentrich, erschienen 2018
152 Seiten, 70 Abb.
ISBN 978-3-95565-265-4
14,90 Euro
Mehr zum Buch: www.hentrichhentrich.de


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Gertrude Pressburger und Marlene Groihofer - Gelebt, erlebt, überlebt
Sie hat Auschwitz überlebt – als einzige ihrer Familie kehrte Gertrude Pressburger 1947 nach Wien zurück. Im Alter von 90 Jahren erzählte die Zeitzeugin erstmals in einem Radio-Interview von ihrem Schicksal und appelliert mit ihrem YouTube Video "Meine letzte Bundestagswahl" insbesondere an die Jugend, sich politisch zu bilden und Rechtsextremismus entschieden entgegenzutreten. (2018)

Anna Hess - Briefe einer jüdischen Hamburgerin an ihre Tochter in Buenos Aires von 1937 bis 1943. Herausgegeben von Madelaine Linden, der Urenkelin der in Theresienstadt ermordeten Anna Hess
Das Trauma lastet schwer auf der Familie: während die Tochter mit Mann und Kindern nach Argentinien emigriert, bleibt die jüdische Mutter in Deutschland zurück. Ihre Briefe berichten vom Alltag in einer sie immer schwerer belastenden und bedrohenden Gesellschaft. (2018)

Kristine von Soden - Und draußen weht ein fremder Wind .... Über die Meere ins Exil
Wie gelang den wenigen Überlebenden 1933 bis 1941 die Flucht ins Ungewisse, was ging dem Verlust um Heimat, Familie, Sprache und Kultur voraus? Im Zentrum dieses Buches steht der verzweifelte Kampf jüdischer Emigrantinnen um Visa und Affidavits für das von den Nazis erzwungene Exil. Anhand von Tagebüchern, Briefen, Gedichten sowie unveröffentlichten Bild- und Textdokumenten und literarischen Zeugnissen aus den im Deutschen Exilarchiv in Frankfurt am Main befindlichen Nachlässen jüdischer Emigrantinnen zeichnet die Autorin die dramatischen Umstände der individuellen Fluchtwege akribisch nach. (2017)

Gerda Lerner - Es gibt keinen Abschied
Gerda Lerner, 1920 in Wien geboren und in die USA geflüchtet, war Pionierin der feministischen Geschichtswissenschaften und Verfasserin der Standard-Werke "Die Entstehung des Patriarchats" und "Die Entstehung des feministischen Bewusstseins" war auch eine beeindruckend gute Literatin. In ihrem neu herausgegebenen Roman beschreibt Roman Gerda Lerner, wie sich die Stimmung in Wien in den Jahren 1934 bis zur Annexion Österreichs 1938 zunehmend verändert und Faschismus und offener Antisemitismus immer mehr die Oberhand gewinnen. (2017)

Anne Siegel - Señora Gerta. Wie eine Wiener Jüdin auf der Flucht nach Panama die Nazis austrickste
Während einer Lesereise erfuhr die Kölner Rundfunkjournalistin und Buchautorin Anne Siegel durch Zufall vom bisher nur wenig bekannten Exilland Panama, traf auf die hochbetagte, aber quietschfidele Gerta Stern und schrieb die Erinnerungen der heute Hundertundeins-Jährigen auf. Beinahe filmreif hatte der ehemalige Kinderstar 1938 ihren Mann, den jüdischen Profifußballer Moses Stern aus dem KZ Buchenwald gerettet, indem sie es ihr unter Einsatz all ihrer schauspielerischen Fähigkeiten gelang, die Gestapo davon zu überzeugen, dass es sich um eine Verwechslung handele. (2016)

EVA HESSE
Marcie Begleiters Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der hochtalentierten Künstlerin – ein jüdisches Flüchtlingskind aus Hamburg, das sich an die Spitze der US-Kunstszene kämpfte und bis zu ihrem frühen Tod 1970 mit 34 Jahren die Kunstgeschichte verändert hat. (2016)

Peggy Parnass und Tita do Rego Silva - Kindheit. Wie unsere Mutter uns vor den Nazis rettete
Die 1934 in Hamburg geborene Schauspielerin, Autorin und Gerichtsreporterin erinnert sich. Eine persönliche Kritik in Form eines Briefes von Journalistin und Publizistin Sibylle Plogstedt. (2015)

Regina Steinitz mit Regina Scheer - Zerstörte Kindheit und Jugend. Mein Leben und Überleben in Berlin. Herausgegeben von Leonore Martin und Uwe Neumärker
Die "Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas" gibt die "Zeitzeugenreihe" heraus, in der Holocaust-Überlebende zu Wort kommen, von denen viele erst im hohen Alter von dem traumatisch Erlebten ihrer Kindheit und Jugend berichten können. (2015)

Natasha Solomons - Als die Liebe zu Elise kam
Elise Landau war eines von etwa 10.000 jüdischen Kindern, das aus Europa nach Großbritannien emigrieren konnte. Ihre Geschichte steht stellvertretend für die vielen namenlosen Schicksale derer, die Familien und Zuhause für immer verloren haben. (2012)

Lilian R. Furst und Desider Furst - Daheim ist anderswo. Ein jüdisches Schicksal. Erinnert von Vater und Tochter
Wie sah der Tag aus, an dem 1938 die Nazis in Wien einmarschierten? Und wie fühlt es sich an, von einem Tag auf den anderen total entrechtet zu werden? Lilian und Desider Furst erstatten sachlich, sparsam und zurückhaltend Bericht über die Katastrophe. (2010)

Louise Carpenter - Ida und Louise
Die Recherche der englischen Journalistin Louise Carpenter über das Leben der im Nationalsozialismus beherzt und unerschrocken handelnden Schwestern Ida & Louise Cook liegt hiermit weltweit erstmals als Buch vor. Schon 1965 als "Gerechte der Völker" ausgezeichnet, ehrte der englische Premierminister Gordon Brown die beiden Schwestern am 11. März 2010 postum als "Heroes of the Holocaust", eine Auszeichnung für über zwanzig britische StaatsbürgerInnen, zu denen nun auch Ida und Louise Cook gehören. (2010)

Vienna´s Lost Daughters – ein Dokumentarfilm von Mirjam Unger
Wien in New York im Jahr 2007. Zwischen 60 und 70 Jahre alte Erinnerungen liegen zwischen dem Kindertransport von 1938/39. Einige der von Wien nach England verschickten jüdischen Mädchen leben heute in New York. Die 1970 in Wien geborene Regisseurin Mirjam Unger hat mit diesem Film ein berührendes Portrait und eine Hommage an die Lebenden und Toten geschaffen. (2008)

Ten Green Bottles - Vienna to Shanghai - Vivian Jeanette Kaplan
"Von Wien nach Shanghai". Vivian Kaplans Erzählung über die Flucht einer jüdischen Familie. (2006)

Weitere Links:

www.20thcenturylondon.org

www.kindertransporte-1938-39.eu

news.bbc.co.uk

Literatur > Jüdisches Leben Beitrag vom 14.07.2018 Bärbel Gerdes 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken