Shelagh Delaney – A Taste of Honey. Erzählungen und Stücke. Buchvorstellung am 10. Januar 2020 im Literaturhaus Berlin - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA_gegen_AFD
AVIVA-Berlin > Literatur > Biographien AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   Jüdisches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   Gewinnspiele
   Frauennetze
   E-cards
   About us
 


AVIVA – Literatur live. AVIVA-Literaturveranstaltungen im Rahmen des BEGINE-Literaturcafés




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2020







 



AVIVA-BERLIN.de im Mai 2020 - Beitrag vom 04.01.2020


Shelagh Delaney – A Taste of Honey. Erzählungen und Stücke
Saskia Balser

Sie war die eine Frau unter den "Angry Young Men" im England der 1950er und 60er Jahre: Shelagh Delaney wurde mit ihrem Theaterstück "Bitterer Honig" zu einer der bekanntesten Schriftstellerinnen und Drehbuchautorinnen ihrer Zeit. Eine Zusammenstellung ihrer Erzählungen und Stücke in neuer Übersetzung im AvivA Verlag sorgt dafür, dass Delaney auch im deutschsprachigen Raum nicht in Vergessenheit gerät.



Hierzulande ist der Name Shelagh Delaney vermutlich nur einigen wenigen Theater- und Filminteressierten bekannt. Denn das Werk der aus der nordenglischen Arbeiter*innenstadt Salford stammenden (Drehbuch-)Autorin hat aus verschiedenen Gründen insbesondere außerhalb Großbritanniens nicht die Anerkennung bekommen, die es verdiente. Dem wirkt das von Tobias Schwartz und André Schwarck im AvivA-Verlag herausgegebene Buch "A Taste of Honey" entgegen. Warum es sich lohnt, sich mit Delaney zu beschäftigen und wieso ihre Texte aktuell wie nie sind, erläutert Schwartz gleich zu Beginn seines mit "Shakespeares Schwester" betitelten Vorworts: Er hält sie für "die wohl wichtigste und einflussreichste Autorin der britischen Nachkriegsliteratur und Ikone der Popkultur" und "keinesfalls nur eine feministische Fußnote".

Bitterer Honig

Ihren Durchbruch feierte Delaney bereits im Alter von 20 Jahren, als ihr Theaterstück "A Taste of Honey" (im Deutschen: "Bitterer Honig") von Regisseurin Joan Littlewood inszeniert wurde. Die Tochter einer Fabrikarbeiterin und eines Busfahrers schrieb über das, was sie selbst bewegte und was sie kannte. Mitunter deshalb wird sie oft als Teil der "Angry Young Men" betrachtet. Wie ihre männlichen Kollegen schrieb auch sie gesellschafts- und sozialkritische Texte, die im Arbeiter*innenmilieu spielen und sich beispielsweise mit Klassenkonflikten beschäftigen. So muss sich beispielsweise ihre Protagonistin Jo aus "A Taste of Honey" mit einer ungewollten Schwangerschaft von einem Matrosen (zudem noch mit nicht-weißer-Hautfarbe) auseinandersetzen. Sie verliert jedoch nicht den Mut und beteuert: "Ich werde mein Kind schon alleine durchbringen. [...] Ich kann alles machen, wenn ich es mir einmal in den Kopf gesetzt habe." Delaneys feministische Prägung wird deutlich.
Das Theaterstück war so erfolgreich, dass es drei Jahre später von Tony Richardson verfilmt wurde. Das Drehbuch zum Film schrieb Delaney selbst und wurde dafür mit dem BAFTA-Award ausgezeichnet.

Einflüsse und Inspirationen

Anders als ihr Debüt wurde ihr anschließendes Stück "Der verliebte Löwe" von den Kritiker*innen verrissen. Von da an hielt sich Delaney eher im Hintergrund und arbeitete weiterhin erfolgreich an Drehbüchern. Der Film "Dance with a Stranger", der die Geschichte von Ruth Ellis, der letzten Frau, die in Großbritannien hingerichtet wurde, erzählt, ist einer ihrer größten Erfolge. Dass Delaney weiterhin wirkte und andere Künstler*innen inspirierte, lässt sich an einigen Werken des Sängers Morrissey von der Band "The Smiths" erkennen. Zwei seiner Albumcover zeigen Delaneys Gesicht und in dem Song "Reel around the Fountain" zitiert er eine Zeile aus "A Taste of Honey", die mittlerweile weltbekannt ist: "I dreamt about you last night. And I fell out of bed twice.

AVIVA-Tipp: Was zur Zeit seiner Veröffentlichung noch als Schund bezeichnet wurde, war kurz darauf schon ein großer Erfolg: "A Taste of Honey" ist nur eins der vielen unkonventionellen, eindringlichen, aufmüpfigen Werke Shelagh Delaneys, weshalb der gleichnamige Band in neuer Übersetzung eine hervorragende Gelegenheit bietet, diese zu oft vergessene Künstlerin (wieder-) zu entdecken.

Shelagh Delaney
A Taste of Honey

Erzählungen und Stücke
Hg. von Tobias Schwartz & André Schwarck
Aus dem Englischen übersetzt von Tobias Schwartz
AvivA Verlag, ET: 16. Oktober 2019
Klappenbroschur, 400 Seiten
ISBN 978-3-932338-77-9
22 Euro
Mehr Infos zum Buch unter: www.aviva-verlag.de

Zur Autorin: Shelagh Delaney, 1938 in Salford bei Manchester geboren, wurde durch ihr 1958 uraufgeführtes Theaterstück "A Taste of Honey" berühmt. Es lief u.a. am Broadway und wurde 1961 verfilmt. Ihr zweites Stück "The Lion in Love" folgte 1960. 1964 erschien der Erzählungsband "Sweetly Sings the Donkey". Später arbeitete sie hauptsächlich als Drehbuchautorin. Shelagh Delaney starb 2011 in Suffolk.
(Quelle: Verlaginformation)
Mehr Infos unter: www.aviva-verlag.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Nell Leyshon - Die Farbe von Milch
Diese Geschichte ist poetisch und politisch. Mit sprachlicher Eindringlichkeit erzählt sie von Klassenunterschieden und dem Leben einer jungen Frau in der patriarchalen Welt des 19. Jahrhunderts. Für ihren zweiten Roman erhielt die Schriftstellerin und Dramaturgin den Prix de l´Union Interalliee und war für den Prix Femina nominiert. (2017)

Zadie Smith - London NW
Rau, laut und alles andere als royal: Der Nordwesten der englischen Hauptstadt ist wahrlich kein Tourist*innenmagnet. Leah und Natalie leben trotzdem dort - erfolgreich, aber unglücklich. Und das, obwohl sie die Betonwüsten ihrer Kindheit längst verlassen haben. (2014)

Sefi Atta - Nur ein Teil von dir
Die junge Nigerianerin Deola Bello wäre fast eine normale, moderne Frau im Getriebe der Londoner Leistungsgesellschaft, wenn sie sich nicht andauernd so "fremd" fühlen müsste und würde. (2014)

Chimamanda Ngozi Adichie – Americanah
Adichies großer Roman aus der Sicht der Bloggerin Ifemulu beschreibt klug und gewitzt das Leben einer Nigerianerin in den USA, ihrer großen Liebe und das "Dazwischen" der "Americanah". (2014)



Literatur > Biographien Beitrag vom 04.01.2020 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2020 
zum Seitenanfang   suche   sitemap   impressum   datenschutz   home   Seite weiterempfehlenSeite drucken