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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2021 - Beitrag vom 01.11.2007


Alles, was ein Pferdebuch braucht. Von Andrea Wandel
Ruth Niehaus

"Schwere Zeiten für Marie" heißt der achte Band der Reihe um das nette Reitermädchen und ihr Pony. Das Leben stellt der jungen Springreiterin diesmal eine besonders fiese Hürde in den Parcours.




Die Turniersaison beginnt wieder und es könnte alles wundervoll sein für die begeisterte Springreiterin Marie. Doch schon noch dem ersten Training kommt der kalte Lappen in Person eines neuen, unsympathischen Trainers. Dieser protegiert ganz unverhohlen Maries Erzfeindin, die untalentierte Irina. Kein Wunder, ist er doch ein Günstling ihres Papas, eines betuchten Münchner Rechtsanwalts.
Für Marie aber weht nun ein anderer Wind – so schnell wie sie sich auf ihr Pony schwingt, verliert sie mit hanebüchener Begründung ihren Platz im A-Kader – eine Kröte, die sie zunächst empört, aber kampflos zu schlucken bereit ist.
Die fiese Irina, ihrerseits selbstverständlich zum Turnier eingeladen, trumpft zu allem Überfluss bei jeder sich bietenden Gelegenheit hämisch auf.

Doch bevor Hochmut im Wortsinn für einen üblen Fall mit ernsten Verletzungen sorgt, lernt Marie bei ihrem, dem Westernreiten verschriebenen Nachbarn Hank (!), etwas für´s Leben: Eine Runde Reiten im antiautoritären Westernstil erinnern Marie daran, dass sie ihr geliebtes Hobby, die Springreiterei, auf keinen Fall an den Nagel hängen darf. Der lebenskluge Cowboy sorgt noch für eine weitere wichtige Erkenntnis - es gehe bei allem Ehrgeiz doch vor allem um den Spaß an der Sache.
Und so nimmt sie ihr Training wieder auf, Turnier hin oder her.
Und schwups, bietet sich eine wunderbare Gelegenheit, echten Sportsgeist zu beweisen: Irinas Pferd ist durch den Leichtsinn seiner Reiterin krankgeschrieben, ein weiteres Kadermitglied schwächelt und der Verband klopft bei Marie an, die sich durchringen kann und antritt. Was macht es schon, dass die Mannschaft nicht platziert wird - dabei sein ist alles. Und gegen Ende gibt es noch eine schöne Überraschung.

"Schwere Zeiten für Marie" ist straff, flott und mit vielen Dialogen erzählt. Die Autorin berichtet aus der Perspektive der Heldin, spart nicht mit fachkundig angewandtem Reitervokabular und erzeugt so mit leichter Hand ungekünstelte Lebendigkeit - ein Eindruck, den die Bezeichnung der Eltern als Paps und Ma nicht trüben kann. Angenehm unpädagogisch ist die Konstanz, die die Figur der Irina auszeichnet. – sie bleibt bis zum Schluss unverändert gemein. Und angenehm unaufgeregt werden Maries kleine Aha-Erlebnisse eingeflochten.

AVIVA-Tipp: Den Lesetest durch eine geschmackssichere Vielleserin (10 Jahre) mit einem ganz unzickigen Hang zu Pferden hat das Buch bestanden. "Ganz gut", heißt das auf Nachfrage vergebene Prädikat. Was soviel heißt wie: "kann man neben Atemberaubendem wie ´Tintentod´ auch durchaus zwischendurch mal lesen".
Wie der fünfte Band der Reihe so ist, erfahren Sie hier.

Zur Autorin: Andrea Wandel hat drei Kinder (zwei Mädchen und einen Jungen), drei Pferde (einen Araber, einen Trakehner und ein New Forest Pony), einen Mann, einen Hund und eine Katze. Nachdem sie lange als Musikjournalistin rund um die Welt geflogen ist, um Rockbands zu interviewen, lebt sie heute in Oberbayern.

Andrea Wandel
Schwere Zeiten für Marie

Ein Pony für alle Fälle (Band 8)
`rororo Rotfuchs` Verlag, erschienen April 2007
Illustriert von Eleonore Gerhaher.
Empfohlen ab 8 Jahre.
Kartoniert, 152 Seiten
5,90 Euro
ISBN: 3499213826


Literatur

Beitrag vom 01.11.2007

Ruth Niehaus 






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