FOR SAMA. Kinostart: 5.3.2020. Kinotour: Regisseurin Waad al-Kateab stellt den Kinodokumentarfilm in Hamburg, Berlin und München vor - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Banner-BEGiNE Die perfekte Kandidatin
AVIVA-Berlin > Kunst + Kultur > Film AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kunst + Kultur
   Kultur live
   Film
   Music
   Veranstaltungen in Berlin
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Sport
   Gewinnspiele
   About us
 


AVIVA - Literatur live.
AVIVA-Literatur-veranstaltungen im Rahmen des BEGINE-Literaturcafés





AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2020








 



AVIVA-BERLIN.de im August 2020 - Beitrag vom 20.02.2020


FOR SAMA. Neuer Starttermin: 18. Juni 2020
Sharon Adler

Der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm der syrischen Filmemacherin und Journalistin Waad Al-Kateab ("INSIDE ALEPPO") zeigt das Leben und Sterben der Menschen in Aleppo. Aus ihrer Perspektive als junge Frau und Mutter dokumentiert sie deren Leid, aber auch den Zusammenhalt und die Hoffnungen, den verzweifelten Kampf ums Überleben. "FOR SAMA" ist zutiefst berührendes Zeitdokument wie filmischer Liebesbrief einer Mutter an ihre kleine Tochter, Sama.



NEWS vom 18. Juni 2020Neuer Starttermin: 18. Juni 2020

Am 5. März 2020, kurz vor den Kinoschließungen aufgrund der Corona-Pandemie, startete FÜR SAMA sehr erfolgreich in den deutschen Lichtspielhäusern. Der Dokumentarfilm erreichte in nur knapp zwei Wochen über 15.000 Besucher_innen.
Nun endlich kann das bewegende Zeitzeugnis der Filmemacherin und Menschenrechtsaktivistin Waad al-Kateab am 18. Juni 2020 seinen Re-Start in den Kinos erleben – jetzt auch in einer deutschen Fassung (Voice-Over).




2011 studiert Waad al-Kateab als eine der wenigen Frauen Wirtschaft und Marketing an der Universität in Aleppo, wo sie mit ihrem iphone ihre ersten Aufnahmen von den Protesten der Studierenden gegen das Assad-Regime macht. Trotz der zunehmenden Gewalt durch die Polizei und das Militär macht sie weiter, ist mit ihrer Kamera überall dabei. Sie begleitet die mörderischen Aktionen, die Niederschlagung der Proteste ebenso wie die verzweifelten Versuche der Zivilist_innen, inmitten dieser Gewalt zu überleben.

Waad al-Kateab bildet täglich, immer unvorbereitet, die Realität und die furchtbaren Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung, ihre Freund_innen und Familie ab. Unter Lebensgefahr hält sie das tägliche Leben und Sterben im Bürgerkrieg fest, dreht in Luftschutzkellern, in Krankenhäusern, auf der Straße, in zerstörten Wohnungen. Sie filmt die Leichen ebenso wie eine Geburt, einen Not-Kaiserschnitt bei einer schwerverwundeten Mutter. Mutter und Kind überleben wie durch ein Wunder.

Am Ende hat Waad al-Kateab über einen Zeitraum von fünf Jahren – von 2012-2016 – nicht nur das Leid der Menschen und den Beschuss ziviler Einrichtungen und der Belagerung der Menschen im aufständischen Aleppo in ihrer unmittelbaren Nähe aufgezeichnet. Inmitten der andauernden Bombardements zeigt sie auch, wie die Menschen versuchen, sich ein kleines Stückchen Lebensqualität und Freude zu bewahren und wie sie sich gegenseitig unterstützen.

Ihre eindringlichen Bilder zeigt nun der Dokumentarfilm "FOR SAMA", der ihrer Tochter gewidmet ist. Sama. Der Name bedeutet "Himmel". Sama steht stellvertretend für alle Kinder, die Opfer werden von sinnlosem Krieg und brutaler Gewalt. Diese Kinder sind es, die Waad al-Kateab in ihrem Film vor allem anderen in den Fokus stellt, ihr unbeschreibliches Leid. Waad al-Kateab ist selbst Mutter. Die Filmemacherin, die sich inmitten von Krieg und Gewalt verliebt hatte, heiratet Dr. Hamza al-Kateab, der als einer der wenigen verbleibenden Ärzt_innen in Aleppo unter unsäglichen Bedingungen und bis zur totalen Erschöpfung Operationen durchführt und versucht, soviel Menschenleben wie nur möglich zu retten.

Als das Paar eine Tochter bekommt, stellt es sich die Frage, ob sie weiterhin für ihre Stadt und die Menschen dort, und für die Freiheit kämpfen oder ob sie fliehen und ihre Tochter in Sicherheit bringen sollen. Waad und Hamza entschließen sich zu bleiben und zu helfen, bis sie schließlich 2016 mit anderen Überlebenden von der UN evakuiert werden. Bis es jedoch dazu kommt, richtet der verheerende Krieg immer größere Zerstörung an, der Lebensraum wird immer kleiner. Immer mehr Menschen sterben.

All diese entsetzlichen Bilder sind in den Aufnahmen von Waad al-Kateab für die Weltöffentlichkeit festgehalten. Das ist zwar für europäische Augen schwer ertragbar, aber auch umso wichtiger. Waad al-Kateabs Bilder verstören nicht nur, sie machen wütend. Wütend auf das Assad-Regime und seine Helfer, wütend auf die Welt, die nur zusieht. Wütend auf die Politiker, die mit diesem Regime damals wie heute weiterhin lukrative Geschäfte machen. Wütend auch auf die, die den traumatisierten Geflüchteten aus diesem Land kein Exil gewähren will. Waad al-Kateabs Aufnahmen machen wütend – und hilflos. Was bleibt, ist auf diesen wichtigen Film aufmerksam zu machen, darauf, dass sich das Unrecht nicht wiederholt.

Syrien heute

In diesen Tagen, im Februar 2020, führt eine erneute Offensive von Assads Truppen auf die Provinz Idlib zu einer dramatischen Verschlimmerung der Situation von hunderttausenden von Menschen, die von dem Diktator aus anderen Teilen des Landes vertrieben wurden und in Idlib verzweifelt Zuflucht gesucht hatten. Syrien ist noch immer Spielball zwischen der Türkei und Russland. Geschichte wiederholt sich und die Welt sieht zu…

FOR SAMA

Gemeinsam mit dem Filmemacher Edward Watts hat Waad al-Kateab das von ihr produzierte Filmmaterial aufbereitet: Insgesamt 12 externe Festplatten und 500 Stunden Materiel hatte sie an den syrischen Grenzposten vorbeigeschmuggelt. Mit diesem Filmmaterial will Waad al-Kateab nicht nur ihre persönlichen Erzählungen und Erinnerungen festhalten, vielmehr geht es ihr darum, das Material zu liefern, für den Fall, dass das Assad-Regime eines Tages vor Gericht gestellt wird.

Über die Regisseurin Waad al-Kateab und Regisseur Edward Watts:

Waad al-Kateab, geboren und aufgewachsen in Syrien, begann ein Studium an der Universität in Aleppo, wurde dann zu Beginn des arabischen Frühlings als zivile Journalistin von NGOs ausgebildet und berichtete für Medien wie Channel 4 News und Orient TV. Seitdem hat ein Millionenpublikum ihre Reportagen wie INSIDE ALEPPO verfolgt, für ihre Arbeit erhielt sie den Emmy Award.
Edward Watts, Studium der Modernen Geschichte (Oxford Universität). Er arbeitet als Filmemacher vor allem fürs Fernsehen, hat u. a. UNREPORTED WORLD (2007–2011) und DISPATCHES (2008–2015) gedreht. Desweiteren handeln seine Filme wie OKSIJAN (2017) und ESCAPE FROM ISIS (2015) immer wieder von den Krisengebieten dieser Welt. Auch seine Filme wurden bereits mit einem Emmy ausgezeichnet.

Auszeichnungen:

Die Dokumentarfilmproduktion FOR SAMA von Channel 4 News und ITN Productions für Channel 4 und PBS Frontline erhielt zahlreiche Auszeichnungen: "FÜR SAMA" wurde auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2019 als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Am 2. Dezember 2019 erhielt der Film bei den British Independent Film Awards vier Auszeichnungen in den Kategorien Best British Independent Film, Best Director, Best Documentary und Best Editing und am 7. Dezember 2019 die Auszeichnung als Bester Dokumentarfilm auf dem 32. Europäischen Filmpreis. Weitere Preise sind der Jugendjurypreis FKM 2019 auf der Filmmesse Leipzig, der Special Jury Preis auf dem Hot Docs Canadian International Documentary Festival, der Publikumspreis auf dem Filmfest München 2019 und der Sustainaible Impact Award auf dem Human Rights Filmfestival Berlin sowie den Grand Jury Award for International Documentary Feature @Asian Pacific Film Fest 2019.

Von der Deutschen Film- und Medienbewertung erhielt "FÜR SAMA" das Prädikat "besonders wertvoll". Am 2. Februar 2020 wurde FÜR SAMA mit dem BAFTA Award in der Kategorie Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Am 9. Februar fand die 92. Oscar®-Verleihung statt – der Film war hier ebenfalls als bester Dokumentarfilm nominiert, ging jedoch leider leer aus.

Auch wenn FOR SAMA – völlig unverständlicherweise – bei der 92. Oscar®-Verleihung nicht ausgezeichnet wurde, gewann er doch weltweit den Oscar der Herzen. Diesen Film sollten alle sehen, besonders aber diejenigen, die geflüchteten Menschen das Recht absprechen, in Europa Asyl zu suchen.

Anlässlich der British Academy of Film and Television Arts´ (BAFTA) awards-Verleihung am 2. Februar 2020 erklärte Waad al-Kateab:
This award I will dedicate to the great Syrian people who are still suffering today and the great heroes: doctors, nurses, civil defence and so many other people"

AVIVA-Tipp: "FOR SAMA" ist ein kraftvoller Film über das unbedingte Recht auf Freiheit und Unversehrtheit, ganz besonders aber für all die Kinder, die Opfer sinnloser Kriege und politischer Machtspiele werden. "FOR SAMA" macht ihre Stimmen sichtbar. Ein wichtiger, ein mutiger, und ein unvergesslicher Film.

FOR SAMA
Dokumentarfilm
UK/Syrien 2019
Buch und Regie: Waad al-Kateab, Edward Watts
Länge: 95 Min
OmU (arabisch, englisch) mit deutschen Untertiteln. Barrierefreie Fassung
FSK FREIGABE: ab 16
SOUND: Dolby Digital (5.1)
Verleih: Filmperlen
Kinostart: 5. März 2020 // Neuer Starttermin: 18. Juni 2020
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotickets unter: www.forsamafilm.com und www.facebook.com und filmperlen.com





Quelle: Filmperlen



Kunst + Kultur > Film Beitrag vom 20.02.2020 Sharon Adler 





  © AVIVA-Berlin 2020 
zum Seitenanfang   suche   sitemap   impressum   datenschutz   home   Seite weiterempfehlenSeite drucken