Das Jüdische Quartett – eine Veranstaltungsreihe der Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung. Alle fünf Talkrunden auf Extra-Website verfügbar - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de 13/6/5781 - Beitrag vom 28.06.2020


Das Jüdische Quartett – eine Veranstaltungsreihe der Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung. Alle fünf Talkrunden auf Extra-Website verfügbar
AVIVA-Redaktion

Im Talk-Format "Das jüdische Quartett" diskutieren seit Sommer 2020 regelmäßig unregelmäßig debattierfreudige Jüdinnen aus Frankfurt, Hannover und Berlin zu den unterschiedlichsten Themen zu Wort: von Literatur und Kultur bis hin zu Fragen von Gesellschaft, Politik, Religion und Privatem. Die Frauen im Jüdischen Quartett sind: Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung), Dalia Grinfeld (ADL, Keshet), Laura Cazés (ZWST), Rebecca Seidler (LGJ Hannover). Sharon Adler (AVIVA Berlin, Stiftung Zurückgeben) moderiert.




Initiiert wurde das jüdische Quartett von Anetta Kahane, der Gründerin und Vorstandvorsitzenden der Amadeu Antonio Stiftung
Im Sommer 2020 hat sie es im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus als ein neues, digitales Format konzipiert.

Viel zu oft werden Stimmen abseits der vermeintlichen Mehrheitsgesellschaft nur anlass- und themenbezogen gehört. Sie werden als "Betroffene" eingeladen, um über ihre Erlebnisse und Emotionen zu reden. Oft geht damit einher, dass Rationalität und Objektivität abgesprochen werden. Nicht selten werden "Betroffene" allein eingeladen, um der eigenen Argumentation als nicht-betroffene*r Person zu nutzen.

So auch mit der jüdischen Perspektive: In den Debatten rund um das Thema Antisemitismus werden Jüdinnen und Juden häufig lediglich als Opfer von Antisemitismus gesehen. Sie werden eingeladen, um das gesellschaftliche "Nie wieder"-Credo zu untermauern und zu beweisen, dass die nicht-jüdische Bevölkerung aus der deutschen Geschichte gelernt habe.

Es gibt eine lange jüdische Tradition, sich mit Antisemitismus zu beschäftigen und dabei ist es eben auch die Betroffenenperspektive, die erkenntnisreiche Zugänge für die Antisemitismusforschung erschlossen hat. Aber die jüdische Perspektive ist weit mehr als eine Betroffenenperspektive. Und es gibt auch eine (meist sogar mehrere) jüdische Perspektive(n) zu jedem anderen nur denkbaren Thema.

In dem neuen Talk-Format "Das jüdische Quartett" melden sich daher Jüdinnen zu den unterschiedlichsten Themen aus einer innerjüdischen Perspektive zu Wort: Von Literatur und Kultur bis hin zu Fragen von Gesellschaft, Religion, Politik und Privatem. Immer geht es dabei um Jüdisches Leben und viel zu oft muss es um Antisemitismus gehen.

Das Quartett besteht aus: Anetta Kahane, Laura Cazés (Referentin für Verbandsentwicklung, Leitung Kommunikation und Digitalisierung bei der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, ZWST), Rebecca Seidler (1. Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover) und Dalia Grinfeld, (Assistant Director European Affairs der Anti-Defamation League und Mitgründerin des jüdisch-queeren LGBTQI* Vereins Keshet Deutschland), moderiert wird es von Sharon Adler (Herausgeberin AVIVA Berlin, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Zurückgeben).

Die Themen bisher:

"Wie werden wir gesehen und wie sehen wir die Welt? Die jüdische Perspektive auf Antisemitismus"

"Als Minderheit unter Minderheiten. Jüdische Perspektive(n)?"

"Was ist Jüdischkeit? Im Spannungsfeld zwischen Kultur, Religion und säkularem Engagement"

"1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland: Wer feiert was?"

Der Live-Talk am 06. Juli 2021 hatte zum Thema: "Israel und die Juden – eine komplizierte Geschichte?!"

In dieser Folge des Jüdischen Quartetts geht es um die Beziehung von Israel und Jüdinnen und Juden in der Diaspora.

2019 gaben in einer EU-weiten Befragung jede Zweite junge Jüdin oder Jude an, häufig oder ständig für "die" Politik Israels verantwortlich gemacht zu werden. In den meisten Fällen hat das einen antisemitischen Beigeschmack. Es wird suggeriert, dass sie eigentlich nicht zu dem Land gehörten, in dem sie leben, sondern zum "Unrechtsstaat" Israel. Den es, so die Meinung, am Besten gar nicht mehr geben solle. Für Betroffene bedeutet das, ständig als nicht-zugehörig abgestempelt zu werden oder – gerade in progressiven, linken Kreisen – die Pistole auf die Brust gesetzt zu bekommen: Wie hältst du´s mit Israel?
Israelbezogener Antisemitismus ist eine laute und weitverbreitete Form des gegenwärtigen Antisemitismus, besonders perfide ist sie, weil sie auch aus progressiven Kreisen vertreten wird und mit ihr Anti-Antisemitismus und Antirassismus gegeneinander ausgespielt werden können.
Gleichzeitig haben viele Jüdinnen und Juden ein Verhältnis zu Israel – wie auch immer es aussehen mag. Das resultiert schon daraus, dass Israel der einzige jüdische Staat ist, und zudem Schutz und Wehrhaftigkeit verspricht. Oder einfach daraus, dass sie Shakshuka und Tubi gerne mögen. In derselben Befragung gaben 75% der Befragten jungen Jüdinnen und Juden an, dass Israel ein wichtiger Teil ihrer jüdischen Identität ist.

Also: Welche Rolle spielt Israel im Leben deutscher Jüdinnen und Juden? Welche nicht? Welche im Judentum und in der Diaspora? Und wenn Israel ein wichtiger Teil jüdischer Identität ist, auch in der Diaspora, wie werden dann die Angriffe auf Israel wahrgenommen, die Boykottforderungen und die Verharmlosungsstrategien, die Forderungen nach einer Unterscheidung zwischen "Israelkritik" und Antisemitismus?
Diese und weitere Fragen diskutierte das Jüdische Quartett in der 5. Ausgabe. Sie ist ebenfalls via YouTube unter: www.youtube.com

Mehr Infos:

www.amadeu-antonio-stiftung.de/israel-und-die-juden-eine-komplizierte-geschichte

Dieses ursprünglich für den 11. Mai 2021 geplante jüdische Quartett wurde abgesagt, um die Teilnehmerinnen nicht zu gefährden, die massiven Bedrohungen ausgesetzt waren.

"Das jüdische Quartett": Mehr Infos zu den Diskutantinnen, den Themen, aktuelle Termine und die Übersicht der bisherigen Folgen unter: www.amadeu-antonio-stiftung.de/das-juedische-quartett

Mehr Infos zur Arbeit der Amadeu Antonio Stiftung:

www.amadeu-antonio-stiftung.de
www.facebook.com/AmadeuAntonioStiftung
twitter.com/AmadeuAntonio

Weiterlesen:

Die Kolumne "1700 Jahre Juden in Deutschland: Ein neues jüdisches Selbstbewusstsein" von Anetta Kahane: www.fr.de (Frankfurter Rundschau, 25.01.2021)
"Es ist an der Zeit, zu zeigen, was das Jüdische bedeutet und wie sehr es Teil des modernen Lebens ist." (Anetta Kahane)

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

AVIVA-Interview- + Fotoprojekt JETZT ERST RECHT: Anetta
Um Erfahrungen und Forderungen von Jüdinnen und Juden zu Antisemitismus in Deutschland sichtbar zu machen, hat Sharon Adler, Fotografin und Herausgeberin von AVIVA-Berlin das Projekt "JETZT ERST RECHT! STOP ANTISEMITISMUS!" initiiert. Eine der Teilnehmer*innen ist Anetta Kahane, die sich als Vorstandvorsitzende der 1998 von ihr gegründeten Amadeu Antonio Stiftung gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus engagiert. Ihr Slogan lautet: "JETZT ERST RECHT! - STOP ANTISEMITISMUS" – "Jewish Empowerment Now!" (2020)

Gesichter der Antimoderne. Gefährdungen demokratischer Kultur in der Bundesrepublik Deutschland. Herausgegeben von Dr. Martin Jander, Anetta Kahane
Die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes analysieren vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Themenfelder die Kontinuitäten von Antisemitismus und Antimoderne sowie ihre Präsenz in verschiedenen politischen Strukturen wie gesellschaftlichen Milieus. Weithin sichtbar in den wissenschaftlich-soziologischen, essayistischen oder empirischen Beiträgen werden die vielfältigen Erscheinungsformen von (Alltags)Antisemitismus und damit die Herausforderungen für die Demokratie: Zivilgesellschaft wie Politik oder Kunst und Kultur. (2020)


Copyright Logo: Amadeu Antonio Stiftung


Jüdisches Leben

Beitrag vom 28.06.2020

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