Keshet Deutschland wird mit Kompassnadel geehrt - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de 3/26/5781 - Beitrag vom 11.06.2020


Keshet Deutschland wird mit Kompassnadel geehrt
AVIVA-Redaktion

Am 4. November 2018 traf sich eine Gruppe junger Jüdinnen und Juden in Berlin, um den Verein Keshet Deutschland (Keshet, hebräisch für Regenbogen) zu gründen. Ziel war und ist die Vernetzung queerer jüdischer Menschen und die Sichtbarmachung queeren jüdischen Lebens in Deutschland. Für ihr Engagement wird der Verein nun vom Schwulen Netzwerk NRW mit der "Kompassnadel für einzigartiges Engagement für lsbtiq* Communities" ausgezeichnet. Coronabedingt findet die Kompassnadelverleihung digital statt. Am 4.7.2020 laden das Schwule Netzwerk NRW und die Aidshilfe NRW zur Onlinepremiere von CSD-Empfang 2020.




Zum 20. Mal verleiht das Schwule Netzwerk NRW in diesem Jahr die Kompassnadel für einzigartiges Engagement für lsbtiq* Communities. Im Jahr 2020 zeichnet das Netzwerk die Organisation Keshet Deutschland aus, eine Initiative junger jüdischer Queers. Keshet bietet in derzeit einzigartigem Umfang eine Plattform für lsbtiq* Jüd_innen und ihre Lebensrealitäten, und arbeitet daran die Koexistenz von jüdischer Religiosität und lsbtiq*-Identität damit sowohl in Jüdischen Gemeinden als auch in der Mehrheitsgesellschaft sichtbarer und selbstverständlicher zu machen.

Seit 1993 lädt das Schwule Netzwerk NRW im Juli zu einem CSD-Empfang anlässlich des colognepride ein - seit 2000 gemeinsam mit der Aidshilfe NRW. In diesem Rahmen verleiht das Schwule Netzwerk 2020 zum 20. Mal die KOMPASSNADEL an Persönlichkeiten und Organisationen, die sich um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*, inter* und queeren Personen besonders verdient gemacht haben.

"Die Vereinbarkeit von Glauben und queerer Identität ist für viele Mitglieder unserer Communities ein wichtiges Thema," sagt Jürgen Rausch, Vorstand des Schwulen Netzwerks NRW. "Lsbtiq* Personen gehören zu allen Bereichen unserer Gesellschaft – auch zu Glaubensgemeinschaften. Und wie überall sonst sollten sie her mit ihrer ganzen Identität willkommen sein." Dieses Ziel verfolgt Keshet Deutschland für queere Jüd_innen – ob im Kleinen, mit queeren Shabbat-Feiern und psychosozialer Unterstützung, oder im Großen, indem sie durch Bildungsangebote nach Innen, wie Außen für Sichtbarkeit und Aufklärung sorgen. So war die Organisation 2019 auf dem Gemeindetag des Zentralrats der Juden vertreten und 2020 Teil der ARD-Dokumentation "Jung – schwul – gläubig", die ein großes Publikum erreichte.

"In Zeiten, in denen sowohl Antisemitismus als auch LSBTIQ*-Feindlichkeit in Deutschland Zulauf haben, ist es besonders wichtig, Strukturen zu schaffen, in denen queere Jüd_innen empowert und ihre Interessen vertreten werden. Keshet hat hierzu einen unschätzbaren Beitrag geleistet, den wir als Schwules Netzwerk mit der Kompassnadel ehren," so Laura Becker, ebenfalls Vorstandsmitglied des Schwulen Netzwerks NRW.

Denn Keshet ist in Deutschland momentan das einzige Angebot seiner Art. Zwar gibt es in einigen wenigen jüdischen Gemeinden bereits länger existierende Angebote von und für lsbtiq* Jüd_innen, als bundesweit aktive Organisation, die sich sowohl Empowerment als auch Sichtbarkeit zum Ziel gesetzt hat, besitzt Keshet allerdings ein Alleinstellungsmerkmal. Der Verein wurde 2018 in Berlin gegründet und verzeichnet mittlerweile ca. 100 Mitglieder. Regionale Angebote außerhalb der Hauptstadt sind im Aufbau, so etwa mit Keshet Köln, der ersten Regionalgruppe des Vereins. Zu den Aktivitäten von Keshet gehören Netzwerk- und Austauschangebote im On- und Offlinebereich, Vorträge und Fortbildungsveranstaltungen, interreligiöse Austauschformate und vieles mehr. Dabei bewegt Keshet ganz klar auch eine politische Verantwortung: "Wir haben alle die gleiche Verantwortung. Die Verantwortung dafür, gegen Antisemitismus, gegen Rassismus, gegen Homo- und Transfeindlichkeit, gegen Sexismus und Vergangenheitsabwehr einzutreten," so Keshet-Vorstandsvorsitzender Monty Ott.

Aufgrund der aktuellen Veranstaltungslage findet die Kompassnadelverleihung in diesem Jahr in neuem Format statt. Am 4.7.2020 laden das Schwule Netzwerk NRW und die Aidshilfe NRW zur Onlinepremiere von CSD-Empfang 2020 – Das Video! Denn gerade in Zeiten von Krise und sozialer Isolation ist es unersetzbar, Sichtbarkeit für die wichtige Arbeit in lsbtiq* Communitystrukturen zu schaffen und zu erhalten. Im Rahmen des digitalen Empfangs überreicht Johannes Kram, Kompassnadelträger 2019, die Auszeichnung an Vertreter_innen von Keshet Deutschland.

Darüber hinaus umfasst das Programm politische Beiträge der Vorstände zu aktuellen Themen der lsbtiq* Communityarbeit, Einblicke in die Arbeit der Projekte beider Verbände, sowie Kulturprogramm. Durch das Programm führt Oliver Schubert.

Mehr Infos und Ansprechpartner*innen unter: www.csd-empfang-nrw.de und www.schwules-netzwerk.de

Kontakt und weitere Infos zu Keshet Deutschland unter:

keshetdeutschland.de

www.facebook.com/keshetdeutschland

www.instagram.com/keshet_de

Sowie per E-Mail info@keshetdeutschland.de



Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Gruppe junger Jüdinnen und Juden gründet in Berlin LGBTQI*-Verein
Am 4. November 2018 traf sich eine Gruppe junger Jüdinnen und Juden in Berlin, um den Verein "Keshet Deutschland" (Keshet, hebräisch für Regenbogen) zu gründen. Ziel ist die Vernetzung queerer jüdischer Menschen und die Sichtbarmachung queeren jüdischen Lebens in Deutschland.

Mehr zum Thema

"Der große Zwiespalt. Viele Homosexuelle glauben, sich zwischen Religion und Schwulsein entscheiden zu müssen". Ein Beitrag in der Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung vom 01.10.2009
www.juedische-allgemeine.de

"Chuppa auch für Homo-Paare?"
Eine Pro und Contra Debatte in der Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung vom 04.06.2015
www.juedische-allgemeine.de

"Homosexualität", ein Beitrag zu der UNION PROGRESSIVER JUDEN IN DEUTSCHLAND
www.liberale-juden.de/das-liberale-judentum/leben/homosexualitat

"Juden und Homosexualität", ein Beitrag von Prof. Dr. Felice-Judith Ansohn auf haGalil
www.hagalil.com

Pessach-Haggada auf Deutsch mit traditionellen und alternativen Brachot für Lesben und Schwule
www.hagalil.com
Berlin 1999 / 5759, zusammengestellt von Prof. Dr. Felice-Judith Ansohn für die Gruppe Yachad Berlin

Yachad war ein Zusammenschluss von schwulen, lesbischen und transsexuellen Juden /Jüdinnen mit mehreren Regionalgruppen. Diese Gruppe ist seit ca. 2006 nicht mehr aktiv.
www.yachad.israel-live.de

Quelle: Presseinformation Schwules Netzwerk NRW vom 28.05.2020
Copyright Foto von Keshet Deutschland: Lucas Wxyz


Jüdisches Leben

Beitrag vom 11.06.2020

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Wir leben in Wohnungen mit Vergangenheit

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Mehr zum Film und der Trailer unter:
x-verleih.de/female-pleasure und facebook.com/aglobalissue

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Gabriel Berger hat sich der Aufgabe gestellt, nach Kriegsende entstandene ZeugInnenberichte in polnischen Archiven zu sichten und ins Deutsche zu übersetzen. Eine ergreifende Dokumentation über die Vernichtung polnischer Juden und Jüdinnen in der Stadt Tarnów, einst die drittgrößte jüdische Gemeinschaft im ostpolnischen Galizien, und ihrer Umgebung.
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Mehr Infos, Lesungstermine und Buch-Bestellung unter:
lichtig-verlag.de


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