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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2018 - Beitrag vom 18.10.2018

Ian Hamilton - Der schottische Banker von Surabaya. Ein Ava-Lee-Roman
Gertrud Lehnert

Eine starke und ungewöhnliche lesbische Heldin: Ava Lee, Mitte 30, schön, elegant, intelligent, sportlich, weltläufig, stets tadellos gekleidet, geboren in Hongkong, lebt in Kanada, bewegt sich beruflich ständig durch die Weltgeschichte (vornehmlich Asien und Nordamerika) und hat mit den Provisionen für das Aufdecken von bedeutenden Wirtschaftsverbrechen …



…bereits ein Vermögen angehäuft.

Sie arbeitet mit "Onkel" zusammen, einem weit vernetzten alten Herrn in Hongkong: Er verfügt über immenses Wissen und schier unerschöpfliche Kontakte in die Welt der Mächtigen und Reichen ebenso wie in die Unterwelt. Er agiert im Hintergrund. Ava Lee löst mit Fachwissen, Menschenkenntnis, strategischem Geschick und Wagemut die Fälle vor Ort. Nicht selten agiert sie an und manchmal auch jenseits der Grenze zur Legalität. Diese Grenze überschreitet Ava Lee in diesem neuen Roman von Krug & Schadenberg zweifellos, und sie hat gute Gründe dafür – in diesem Fall nicht nur finanzielle Gründe. Aber mehr soll hier nicht verraten werden.

Die Summe, um die es geht, ist im Vergleich zu Avas sonstigen Aufträgen klein, aber aus drei Millionen werden dann schnell 30 Millionen kanadische Dollar, von denen Ava und Onkel 30% als Honorar inklusive Spesen verlangen. Mehrere in Toronto lebende vietnamesische Großfamilien haben ihr gesamtes mühsam erarbeitetes Geld – eben diese 30 Millionen – an der kanadischen Steuer vorbei bei einer Bank in Hongkong angelegt. Die Bank ist mit einem Mal unauffindbar, das Geld verschwunden. Ava, die sich den Sommer über von einer Schussverletzung erholt hat, die ihr letzter Auftrag ihr eingebracht hat, übernimmt die neue Aufgabe einigermaßen widerwillig, kommt aber rasch in Fahrt und einer internationalen Geldwäsche-Mafia auf die Spur, die unter anderem in Indonesien aktiv ist. Dort spielt denn auch der größte Teil des Romans. Mit Scharfsinn, strategischem Denken, Mut und nicht zuletzt Skrupellosigkeit gegenüber den Schurken löst Ava Lee den Fall. Beim Lesen fürchtet frau oft genug, dass nun alles verloren wäre. Nein, nicht wenn Ava Lee die Dinge in die Hand nimmt.

Der Roman ist fünfte einer Serie um Ava Lee und Onkel, von der bereits vier Bände in deutscher Übersetzung bei Kein & Aber erschienen sind. Krug & Schadenberg übernimmt die Serie ab diesem Band, der von Andrea Krug hervorragend aus dem Englischen übersetzt worden ist. Der nächste Band ist zum Glück bereits angekündigt – auf ihn wird sich jede ungeduldig freuen, die den "Bankier von Surabaya" gelesen hat.

Es gibt einiges, was die Krimis mit und um Ava Lee so besonders und so lesenswert macht: Da ist zum einen die Branche, in der Ava arbeitet: nicht als Polizistin oder Detektivin wie die meisten Krimiheldinnen der letzten Jahre, nein: als Agentin in der Welt des ganz großen und oft illegal angehäuften Geldes. Da sind ferner die unterschiedlichen Schauplätze mit ihren sehr verschiedenen Gebräuchen, vorwiegend Nordamerika und Asien. Und schließlich die Figur der Ava selbst, die zwischen – oder auch in – den Welten China und Kanada lebt, Flugzeuge benutzt wie andere Menschen Regionalzüge, in Luxushotels zu Hause ist, ihre Hemden bei Brooks Brothers kauft und nicht nur mit Handtaschen von Chanel und Schuhen von Cole Haan kombiniert, sondern auch mit kostbaren, antiken asiatischen Schmuckstücken – sofern sie nicht gerade im Laufdress ist. Denn höchst sportlich ist sie auch, aus Leidenschaft und Notwendigkeit. Ständig muss sie sich mit neuen Menschen aus anderen Kulturen auseinandersetzen und ihre Verhaltensweisen einschätzen, sie muss ebenso tough wie taktvoll sein, und dass sie ihr Metier hervorragend beherrscht, ist ohnehin klar.

Denen gegenüber, die sie liebt, ist Ava unwandelbar loyal. Ihre ungewöhnliche, weitverzweigte chinesische Familie lebt teils in Kanada, teils in Hongkong. Ava hat wenige sehr gute Freundinnen und eine Geliebte, Maria, die in Kanada aufgewachsene praktizierende Katholikin kolumbianischen Ursprungs, die zum Glück so selbstständig ist, dass Avas häufige berufliche Abwesenheiten die Beziehung nicht in Gefahr bringen. So zieht sich die Liebesbeziehung wie ein roter Faden durch die Romane, ohne die Hauptrolle zu spielen. Und da ist schließlich Onkel. Onkel, dem Ava blind vertraut, von dem sie alles gelernt hat, was sie weiß und kann, Onkel, der weise Alte, zugleich ein mit allen Wassern gewaschener Stratege und schwerreicher Mann, der sogar für Ava Lee oft undurchschaubar bleibt.

Eine schöne, intelligente Heldin im Zentrum, der rätselhafte Alte im Hintergrund, gefährliche Fälle, ein kosmopolitisches Setting, exotische Schauplätze, die Welt der Reichen und Schönen, durchsetzt von mafiösen Strukturen und unterstützt von kleinkriminellen Handlangern – die Mischung ist gelungen. Dass ein Autor und keine Autorin den Roman verfasst hat, ist für den Verlag Krug & Schadenberg ein Novum. Wie gut, dass sie diesen ungewöhnlichen Schritt gemacht haben.

AVIVA-Tipp: Das biologische Geschlecht ist bekanntlich keine Qualitätsgarantie, und auch Männer können zuweilen gute Romane schreiben – auch mit weiblichen und sogar lesbischen Heldinnen, solange sie es dezent tun. Das ist hier der Fall. Für mich zählt deshalb mehr, dass temporeich und flüssig erzählt wird, dass die Schauplätze und Fälle spannend und abwechslungsreich sind, dass die Figuren durchweg mit klaren Strichen charakterisiert werden – und dass die Heldin eine starke lesbische Frau mit Stil, Intelligenz, Gefühl, Selbstbewusstsein und ausreichend krimineller Energie ist, um sich in dieser Welt auf der Seite der "Guten" zu behaupten.

Zum Autor: Ian Hamilton, 1946 in Toronto geboren, hat als Journalist für verschiedene nordamerikanische Zeitungen gearbeitet, bevor er für die kanadische Regierung und als Geschäftsmann in verschiedenen Branchen tätig war. Über zwanzig Jahre lang bereiste er beruflich die ganze Welt, vor allem den asiatischen Raum, und diese internationalen Erfahrungen und Einblicke in andere Kulturen verleihen den Schilderungen seiner Romanschauplätze ihr überzeugendes Flair. Heute lebt Ian Hamilton mit seiner Frau in Burlington, Ontario, und schreibt weiter an seiner erfolgreichen, mehrfach preisgekrönten Reihe, in der die faszinierende Ava Lee im Mittelpunkt steht.
Die vorherigen Ava-Lee-Bände sind im Schweizer Verlag Kein & Aber erschienen. Mit Der schottische Bankier von Surabaya liegt nun der erste Roman bei Krug & Schadenberg vor. Der nächste Band, Die zwei Schwestern von Borneo, ist bereits in Vorbereitung und erscheint im Herbst 2019.

Ian Hamilton
Der schottische Banker von Surabaya. Ein Ava-Lee-Roman

Originaltitel: The Scottish Banker of Surabaya
Aus dem amerikanischen Englisch von Andrea Krug
Berlin: Verlag Krug & Schadenberg 2018
446 Seiten
€ 19,99 / E-Book: € 14,99
Mehr zum Buch unter: www.krugschadenberg.de

Literatur > Romane + Belletristik Beitrag vom 18.10.2018 AVIVA-Redaktion 





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