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AVIVA-BERLIN.de im September 2020 - Beitrag vom 11.09.2020


BODY OF TRUTH. Kinostart: 10. September 2020
AVIVA-Redaktion

Der Dokumentarfilm von Evelyn Schels begleitet vier Ausnahme-Künstlerinnen auf einer spannenden, emotionalen Reise durch ihre Biographien: die serbische Performance-Künstlerin Marina Abramović, die israelische Video- und Installationskünstlerin Sigalit Landau, die iranische Foto- und Film- Künstlerin Shirin Neshat und die deutsche Foto-Künstlerin Katharina Sieverding. Ihre Lebensgeschichten sind geprägt von …




… gesellschaftlichen Konflikten und persönlichen Erfahrungen mit Krieg, Gewalt und Unterdrückung – die sie in Kunst verwandeln. Ihr Ausdrucksmittel ist das Persönlichste, was sie haben: ihr eigener Körper.

In ihrer Kunst befassen sie sich mit Themen wie den Jugoslawienkriegen, dem Nahost-Konflikt, der iranischen Revolution und dem Faschismus. Themen, die nach wie vor virulent sind und deren Verwandlung in explosive Kunst filmisch erzählt wird.
In ihrem Film BODY OF TRUTH gelingt es Regisseurin Evelyn Schels, diese vier herausragenden Künstlerinnen mit ihrer künstlerischen Message zu beschreiben, in ihre Biographien einzuführen und dabei auch ihre Verletzlichkeit fühlbar zu machen.

Der vier außergewöhnlichen Künstlerinnen Marina Abramović, Sigalit Landau, Shirin Neshat und Katharina Sieverding arbeiten auf höchst radikale, aber auch sehr unterschiedliche Weise mit ihrem Körper und machen ihn zum Werkzeug ihrer Kunst:

Marina Abramović, eine der größten Performance-Künstlerinnen unserer Zeit, Tochter jugoslawischer Partisan_innen im Zweiten Weltkrieg, setzt sich immer wieder mit Gewalt, Schmerz und Trauer auseinander, mittelbar erlebt in den Jugoslawienkriegen. In ihren Performances werden die Grenzen und die Verletzlichkeit des Körpers auf drastische Weise sichtbar gemacht. Shirin Neshat, Exil-Iranerin und international renommierte Foto- und VideoKünstlerin, befasst sich mit den Widersprüchen der islamischen Gesellschaft und betrachtet den weiblichen Körper als Schlachtfeld politischer Ideologien. Die deutsche Foto-Künstlerin Katharina Sieverding beschäftigt sich mit faschistischen Strukturen von der Nazizeit bis heute, ein besonderer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit ist das Selbstporträt als eine der verschiedenen Ausdrucksformen von Fotografie. Sigalit Landau, die Jüngste der vier Künstlerinnen, ist 1969 in Jerusalem als Tochter von aus Wien und Rumänien geflohenen Jüdinnen und Juden, die den Holocaust überlebten, geboren. Die Video-Künstlerin und Bildhauerin hat ihre künstlerischen Wurzeln im Tanz und arbeitet als Video-Künstlerin und Bildhauerin. Sie greift den Kriegsalltag im Nahost-Konflikt auf und verletzt in einer ihrer Performances ihren Körper mit Stacheldraht.

BODY OF TRUTH nimmt uns mit auf eine Reise durch die Biographien der vier Künstlerinnen. Regisseurin Evelyn Schels beobachtet dabei aus nächster Nähe die aktuellen Schaffensprozesse der Künstlerinnen, die jede für sich ihren Körper auf sehr unterschiedliche Art und Weise ins Zentrum ihrer Kunst stellen. Provokativ und schonungslos verarbeiten sie dabei ihre biographischen Verwundungen und reflektieren über Revolution, Krieg und politische Ohnmacht.

Der Film gibt so Einblick in Marina Abramovićs Arbeit an neuen Werken, die ihre Performances in Alabaster verewigen und 2020 in der Royal Academy in London erstmals gezeigt werden. Schels reist mit Sigalit Landau ans Tote Meer und ist bei der Entwicklung einer Video-Installation dabei. Skulpturen aus Stacheldraht verwandeln sich durch das Salzwasser zu kristallin-glitzernden Objekten. Die Ausstellung "Salt Years" mit einer Auswahl ihrer Videoarbeiten sowie mehreren Skulpturen aus dem Toten Meer war 2019 im Museum der Moderne, Salzburg, zu sehen. Sie begleitet Shirin Neshat bei der aufwendigen Vorbereitung eines Portraits der Friedensnobelpreisträgerin Malala und zeigt ihre hohe Kunst der Kalligraphie in Farsi, ihrer Muttersprache. Und schließlich ist die Dokumentarfilmerin auch dabei, wenn Katharina Sieverding ein Großprojekt für den öffentlichen Raum in Düsseldorf, wo sie lebt und arbeitet, vorbereitet: "Von fremden Ländern in eigenen Städten". Auf 200 Metern Länge umspannen ihre Foto-Arbeiten den Bahnhof von Düsseldorf. Für Sieverding ist es entscheidend, dass Kunst in der Öffentlichkeit stattfindet, um aus dem aktiven Geschehen heraus Gedanken anzustoßen.

DIE KÜNSTLERINNEN ZUM FILM

"I was so happy to see the culmination of all of our conversations and filming, as well as hear my stories in dialogue with the other artists in the film." MARINA ABRAMOVIĆ

"You did a great job integrating four artists´ work and lives together and we are all so different. I am so honored to have been included in your film." SHIRIN NESHAT

"A world movie about the arts and artists that should be continued and expanded all over the world." KATHARINA SIEVERDING

"The film invites you to a meeting point where place, biography and history are transformed and shared through art – illuminating different feminist perspectives." SIGALIT LANDAU

Der Dokumentarfilm feierte seine Festivalpremiere auf dem diesjährigen Filmfest Hamburg und seine Internationale Premiere auf dem DOC NYC. Gezeigt wurde er ebenfalls auf dem Kasseler DOK Fest 2019. BODY OF TRUTH sollte ursprünglich am 26. März 2020 in den deutschen Kinos starten, wurde jedoch coronabedingt verschoben und startete nun am 10. September 2020.

AVIVA-Tipp: BODY OF TRUTH ist ein Film über vier außergewöhnliche und radikale Künstlerinnen, die für und mit ihrer Kunst bis an die Grenzen ihrer physischen wie emotionalen Kräfte und darüberhinaus gehen. Der Film von Evelyn Schels begleitet sie dabei aus allernächster Nähe, ohne dabei jemals voyeuristisch zu sein. "Body of Truth" macht (auch) deutlich, wie stark weibliches künstlerisches Schaffen Einfluss nehmen kann auf gesellschaftspolitische Prozesse. Ein wichtiger Film.

Body of Truth
Deutschland/Schweiz 2019
Regie: Evelyn Schels
Mit Marina Abramović, Sigalit Landau, Shirin Neshat, Katharina Sieverding
im Verleih der Filmwelt Verleihagentur
96 Minuten
Kinostart: 10. September 2020

Mehr zum Film unter: www.filmweltverleih.de und www.facebook.com/bodyoftruth.film

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Marina Abramović - Durch Mauern gehen. Autobiographie
Zu ihrem 70. Geburtstag am 30. November 2016 erzählt die Künstlerin, die in ihren Performances oft schweigt, nun selbst davon, wie sie zu der wurde, die sie ist. Der Untertitel der Originalausgabe "Walk Through Walls: Becoming Marina Abramović" impliziert, wie intensiv Abramović selbst den Mythos um ihre Person zementiert hat. (2016)

VALIE EXPORT – Ikone und Rebellin. Ein Film von Claudia Müller. Ab April 2016 auf DVD
In der feministischen Aktionskunst gilt die Professorin, Medien- und Performancekünstlerin sowie Filmemacherin spätestens seit 1968 als mutige Pionierin, ihre Performances sind immer noch hochaktuell. Die Portraitfilmerin Claudia Müller rückt in ihrem filmischen Essay auch die Schriftstellerin Elfriede Jelinek, sowie die Künstlerinnen Marina Abramovic, Carolee Schneemann und Kiki Smith mit in den Blick. (2016)

Marina Abramovic: The Artist Is Present - ein Film von Matthew Akers. Ab 17. April 2013 auf DVD, Blu-ray und VoD
Was daran ist Kunst, wenn eine Frau mitten im Museum of Modern Art in New York den ganzen Tag auf einem Stuhl sitzt? Von März bis Mai 2010 war die serbische Performancekünstlerin in den Räumen des MoMA anzutreffen – ist das jetzt Kunst, oder kann das weg? (2012)

Katharina Sieverding - Kunst und Kapital
Retrospektive und Ausstellungen (Bundeskunsthalle Bonn, Akademie der Künste Berlin mit Verleihung des Käthe-Kollwitz-Preises) sowie der begleitende Bildband "Katharina Sieverding – Kunst und Kapital" zeigten Arbeiten der Künstlerin vom Anfang ihres Schaffens in den 1960er Jahren bis heute und verdeutlichen deren künstlerische wie gesellschaftliche Relevanz. Die ehemalige Beuys-Schülerin und Pionierin der Fotografiekunst lehrte von1992 bis 2007 an der Universität der Künste Berlin, ihre Werke wurden international ausgestellt.

Auf der Suche nach Oum Kulthum - Der neue Film von Shirin Neshat. Ab 20. November 2018 auf DVD & Video-on-Demand
Mit ihrem zweiten Spielfilm nähert sich die iranisch-amerikanische Künstlerin, Filmemacherin ("Women without Men", 2009) und Fotografin einer der legendärsten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts in der arabischen Welt an: Oum Kulthum. Wegen ihrer besonderen Stimme und unvergesslichen Bühnenauftritte wurde "the voice and face of Egypt" auch als die "Maria Callas des Orients" bezeichnet. Selbst 40 Jahre nach ihrem Tod werden ihre Stücke noch millionenfach gehört.

Women without Men - Ein Film von Shirin Neshat
Videokünstlerin und Regisseurin Shirin Neshat hat mit ihrem ersten Langspielfilm ein bereits ausgezeichnetes Gesamtkunstwerk geschaffen. Der Film basiert auf der Vorlage des gleichnamigen Romans der iranischen Autorin Shahrnush Parsipur. Trotz der Zensur ist ihr Roman auch im Iran sehr bekannt. Die Autorin war von der Idee einer Verfilmung so begeistert, dass sie gleich selbst eine Rolle übernommen hat - und zwar als Puffmutti. (2010)

Interview with Shirin Neshat about her first film - Women without Men
This first film from Neshat has been awarded the Silver Lion for Best Director at the Venice Film Festival 2009. Lyrical and sometimes surrealistic, the movie portrays the desire of four women to escape the boundaries of society during the political upheavals of Tehran in 1953. AVIVA-Berlin asked the director about the keys to her moving images. It took six years to make - from the idea to the final result. (2010)

Sigalit Landau – The Dining Hall
Die zeitgenössische israelische Künstlerin Sigalit Landau wurde von November bis Januar 2007/08 in den Räumen der KW-Berlin ausgestellt. Der nun erschienene Katalog reicht jedoch weit darüber hinaus. (2008)

Quellen: Filmwelt Verleihagentur, AVIVA-Berlin


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Beitrag vom 11.09.2020

AVIVA-Redaktion 






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