Hatun-Sürücü-Preis 2017 – Grüne Fraktion zeichnete am 3. Februar zum fünften Mal drei Berliner Projekte und Initiativen aus
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AVIVA-BERLIN.de im Februar 2017 - Beitrag vom 03.02.2017

Hatun-Sürücü-Preis 2017 – Grüne Fraktion zeichnete am 3. Februar zum fünften Mal drei Berliner Projekte und Initiativen aus
AVIVA-Redaktions

Damit rückt sie Menschen in den Fokus, die sich für Mädchen und junge Frauen engagieren. Zugleich erinnern sie an Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von einem ihrer Brüder ermordet wurde, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Gedenkveranstaltungen für Hatun Sürücü am 7. Februar in Berlin



Anja Kofbinger, stellv. Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Frauenpolitik, sowie Susanna Kahlefeld, Sprecherin für Partizipation und Beteiligung, sagen zum zwölften Todestag von Hatun Sürücü:

"Vor zwölf Jahren wurde Hatun Sürücü Opfer eines sogenannten Ehrenmordes, weil sie sich aus einer Zwangsehe befreit hatte und ein selbstbestimmtes Leben in Berlin führte. Wir haben sie nicht vergessen und behalten sie als mutige und starke Frau in Erinnerung.

Ob Silvester in Köln, rechte Hetze gegen den angeblichen "Genderwahn" oder Donald Trump – das letzte Jahr war ein Jahr der Extreme für Frauen und hat gezeigt, dass der Feminismus dringend gebraucht wird. Frauenrechte müssen für alle Frauen gelten – überall. Mit dem Hatun-Sürücü-Preis wollen wir daran erinnern, dass wir immer noch viele Initiativen brauchen, die sich für die Selbständigkeit von Mädchen und jungen Frauen engagieren."


Die drei diesjährigen Preisträger*innen zeigen, wie vielfältig das Engagement aussehen kann:

1. PREIS: CENTRE TALMA


Das Centre Talma ist eine Kinder- und Jugendfreizeitstätte in Reinickendorf mit über 500 aktiven Mitgliedern. Seit 1994 bietet es in über 40 Sport- und Tanzkursen geschlechtsbewusste sportorientierte Kinder- und Jugendsozialarbeit an. Das Zentrum bringt Themen aus der Erlebniswelt der Mädchen und jungen Frauen auf die Bühne, wie z.B. Gewalt an der Schule, die mediale Welt oder Menschenhandel. Seit 2005 engagieren sich die Jugendlichen in dem bundesweiten Projekt "Respect Girls" mit Tanzchoreographien, Songs und Aktionen gegen eine frauenverachtende, sexistische und homophobe Darstellung in den Medien. Seit 2012 beteiligt sich das Centre Talma auch an der Aktion "One Billion Rising". Bei dieser weltweiten Kampagne kommen Menschen an öffentlichen Orten zusammen, um gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und für Gleichstellung zu tanzen.
(Das Preisgeld in Höhe von 500 Euro wurde gestiftet von Joanna Florian)
www.centre-talma.de

2. PREIS: BOXGIRLS BERLIN e.V.
In dem Boxverein kommen Mädchen, junge Frauen und Transpersonen mit unterschiedlichsten Erfahrungen und sozialen Hintergründen zusammen. Hier können sie frei von Diskriminierung trainieren, werden dabei unterstützt, sich selbständig, aktiv und mutig für ihre Belange einzusetzen und selbstbestimmt durchs Leben zu gehen. Boxgirls Berlin steht für inklusive Sport- und Bildungsarbeit und trägt dazu bei, die Rollenbilder von Männern und Frauen im Boxsport aufzulösen. Dabei wird Rücksicht auf spezifische Problemlagen wie Sprachbarrieren, körperliche und geistige Einschränkungen und finanzielle Nöte gelegt.
(Das Preisgeld in Höhe von 300 Euro wurde gestiftet von Sonja Jost)
www.boxgirls.de

3. PREIS (200 Euro): #BIKEYGEES e.V.
Die zwei Gründerinnen der Initiative, Dr. Annette Seebach und Annette Krüger, bringen seit 2015 geflüchteten Frauen, die überwiegend in Berliner Notunterkünften leben, das Fahrradfahren bei. Zusammen mit etwa 100 Helfer*innen ermöglichen sie auf diese Weise mehr als 60 Mädchen und jungen Frauen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan Zugang zu einem selbstbestimmten Leben. Der Verein stellt den Geflüchteten Räder, Helme und Schlösser bereit und kommt für Reparaturen auf. Durch die gemeinsame Aktivität leistet #Bikeygees einen Beitrag zu mehr Integration, Vernetzung und Empowerment.
(Das Preisgeld in Höhe von 200 Euro wurde gestiftet von Sieglinde Berger und Birgit Wesner)
www.bikeygees.org

DER HATUN-SÜRÜCÜ-PREIS – ENGAGEMENT IN DEN MITTELPUNKT RÜCKEN!

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus: "Auch heute werden Mädchen und Frauen immer wieder benachteiligt oder gehindert, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Aus diesem Grund haben wir 2013 den Hatun-Sürücü-Preis initiiert, um diejenigen zu ehren, die sich tatkräftig für Mädchen und junge Frauen engagieren, und diesen Einsatz in den Mittelpunkt zu rücken.

Wir verleihen insgesamt drei Preise an Einzelpersonen, Initiativen oder Organisationen aus Berlin, die sich für das Recht von Mädchen und jungen Frauen auf Chancengleichheit und Selbstbestimmung einsetzen und sie auf dem Weg dorthin begleiten und fördern. Der Hatun-Sürücü-Preis wurde in den vergangenen Jahren etwa an Mama Afrika e.V., die Mädchenmannschaft des Fußballclubs Türkiyemspor oder das Präventionsprojekt Heroes verliehen.

Der grüne Frauenrechtspreis ist nach Hatun Sürücü benannt, die am 7. Februar 2005 Opfer eines sogenannten Ehrenmordes wurde. Für uns ist sie Inbegriff einer starken und mutigen Frau. Die junge Mutter hatte sich aus einer Zwangsehe befreit und führte danach gegen alle Widerstände ein selbstbestimmtes Leben. Kurz vor Abschluss ihrer Gesellenprüfung zur Elektroinstallateurin wurde sie von einem ihrer Brüder auf offener Straße erschossen."


DIE JURY 2017

Die Preisträgerinnen und -träger wurden von einer fünfköpfigen Jury ausgewählt: Jurorinnen in diesem Jahr waren Christa Stolle, Lucía Muriel und Sookee.

Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes, ist seit über 25 Jahren das Gesicht der Organisation. Die Ethnologin und Kulturwissenschaftlerin setzt sich u.a. gegen häusliche Gewalt, Genitalverstümmelung und Zwangsheirat ein. Dafür erhielt sie den Woman of Courage Award und das Bundesverdienstkreuz. Stolles Ziel ist die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am gesellschaftlichen Leben.
Lucía Muriel ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von moveGLOBAL e.V., einem Berliner Verband migrantischer-diasporischer Organisationen. Die in Ecuador geborene Diplompsychologin berät und begleitet MigrantInnen als entwicklungspolitische Akteure und ermutigt sie, sich gleichberechtigt in der öffentlichen Debatte zu positionieren.
Die queer-feministische Rapperin Sookee zeigt wie gut Hip Hop und Feminismus zusammenpassen. Seit mehr als zehn Jahren engagiert sie sich gegen Homophobie, Rassismus und sexistische Klischees. Die studierte Linguistin leitet Workshops für Jugendliche und ist im Bereich der interkulturellen Bildung und Gewaltprävention aktiv.
In der Jury waren zudem für die Grünen-Fraktion:
Anja Kofbinger, stellv. Vorsitzende und Sprecherin für Frauen-, Gleichstellungs- und Queerpolitik und Susanna Kahlefeld, Sprecherin für Partizipation und Beteiligung

Gedenktag für Hatun Sürücü am 7. Februar 2017 um 14 Uhr und um 16.15 Uhr

Neukölln setzt Zeichen für ein selbstbestimmtes Leben
Fahnenhissung und Gedenken

Zum Gedenken an Hatun Sürücü und weiteren Opfer von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, erheben die Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey, Neuköllner Mädchen-/Frauenprojekte und die Gleichstellungsbeauftragte ihre Stimmen.

Zum Auftakt wird erstmals in Berlin die entwickelte Fahne "Selbstbestimmtes Leben gegen Gewalt an Frauen" vor dem Rathaus Neukölln gehisst.
In gemeinsamer Arbeit vom Arbeitskreis Mädchenarbeit, Netzwerk Frauen in Neukölln und der Gleichstellungsbeauftragte - Sylvia Edler.

Dienstag, 07. Februar 2017 um 16.15 Uhr
Bezirksamt Neukölln, Vorplatz, Karl-Marx-Straße 83, 12043 Berlin


Über ein zahlreiches Erscheinen an diesem Gedenktag würden sich die Initiatorinnen sehr freuen. Es wird darum gebeten, zum Gedenken eine Rose mitzubringen.

TERRE DES FEMMES fordert in ihrer Pressemitteilung besseren Schutz für Betroffene und mehr Einsatz im Kampf gegen traditionell-patriarchalische Wertvorstellungen:

12 Jahre nach dem "Ehren"-Mord an Hatun Sürücü hat sich kaum etwas geändert

Am 2017 jährt sich der Todestag von Hatun Sürücü zum zwölften Mal. Dazu wird es am Tatort in der Oberlandstraße in Berlin am 7. Februar um 14 Uhr eine Gedenkveranstaltung geben, um an das Leben dieser mutigen Frau zu erinnern: Hatun Sürücü hat ihr Recht wahrgenommen, selbstbestimmt zu leben, und wurde dafür von ihrem eigenen Bruder umgebracht. So erging es bereits davor und danach vielen jungen Frauen, die eine vermeintliche Familienehre verletzten, die in Wahrheit der Erhaltung traditionell-patriarchalischer Normen und Machtverhältnisse dient. Um diese archaischen Wertvorstellungen aufzubrechen und Bedrohte besser zu schützen, fordert TERRE DES FEMMES deutlich mehr Anstrengungen von der Politik:

"Der geschützte Raum des Klassenzimmers muss endlich konsequent genutzt werden, um Debatten über Gleichberechtigung und Menschenrechte anzustoßen sowie Mädchen über ihre Rechte zu informieren", bringt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES, eine wichtige Forderung auf den Punkt. Zudem bräuchten betroffene Mädchen und Frauen Anlaufstellen, in denen Fachkräfte darin geschult sind, sie zu unterstützen. "Wenn junge Frauen vor ihren Familien fliehen, darf ihre sichere Unterbringung nicht am Hickhack um finanzielle Zuständigkeiten scheitern", erklärte Stolle weiter. Diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe dürfe nicht allein einzelnen Initiativen und Modellprojekten aufgebürdet werden.

Die Frauenrechtsorganisation verweist in dem Zusammenhang auch auf das Problem der Zwangsverheiratung, für das Hatun Sürücü exemplarisch steht. Viele Mädchen werden minderjährig zwangsverheiratet. TERRE DES FEMMES setzt sich seit vielen Jahren für Gesetzesänderungen zum besseren Schutz vor Zwangsheirat ein und überreichte im Mai 2016 über 108.000 gesammelte Unterschriften, um ein Mindestheiratsalter von 18 Jahren durchzusetzen. Eine diesbezügliche Gesetzesänderung war bereits für Ende 2016 angekündigt. "Der Handlungsbedarf ist groß", sagt Christa Stolle. "Die rechtlichen Grundlagen müssen nun zügig angepasst werden, um Schicksale wie das von Hatun Sürücü in Zukunft möglichst zu verhindern."

Weitere Informationen zum Hatun-Sürücü-Preis unter:

www.gruene-fraktion-berlin.de

Weitere Informationen zu TERRE DES FEMMES unter: www.frauenrechte.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Hatun-Sürücü-Preis 2016 – Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zeichnete Engagement für Mädchen und Frauen aus
Am 5. Februar 2016 wurden zum vierten Mal drei Berliner Projekte und Initiativen gewürdigt: 1. Preis: Mama Afrika e.V. 2. Preis: Interkultureller Mädchentreff Albatros gGmbH. 3. Preis: Afghanisches Kommunikations- und Kulturzentrum e.V.
Ziel des Frauenrechtspreises ist es, Menschen in den Vordergrund zu rücken, die sich oft im Stillen mit viel Tatkraft für die Emanzipation und Gleichberechtigung von Mädchen und junge Frauen einsetzen.

Women + Work > WorldWideWomen Beitrag vom 03.02.2017 AVIVA-Redaktion 

   




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