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AVIVA-BERLIN.de im September 2017 - Beitrag vom 20.06.2017

Monika Werkstatt - 20 Jahre Monika Enterprise
Christina Mohr

Zum zwanzigjährigen Jubiläum ihres Labels Monika Enterprise präsentiert Gudrun Gut eine kollektiv produzierte Künstlerinnen-Werkschau – getreu dem Motto Leben und arbeiten, mitmischen und einmischen...



"Keine Angst vor Technik" sollten musizierende Frauen haben, riet Gudrun Gut vor einigen Jahren der Verfasserin dieser Zeilen während eines Interviews, und tatsächlich gibt niemand in der deutschen Musikszene ein besseres Beispiel für selbstbewusstes DIY-Handeln ab als eben Gudrun Gut: Mitte der Siebziger Jahre zog Gut aus der Lüneburger Heide zum Studieren nach Berlin, schon ab 1977 war sie maßgeblicher Teil der Berliner Subkultur. Zunächst mit Mark Eins in der Performancegruppe DIN A Testbild, ab 1979 spielte sie mit Beate Bartel und Bettina Köster in der Band Mania D, gemeinsam mit Köster und später Blixa Bargeld betrieb GG den Laden Eisengrau in Schöneberg, in dem Mode, Tapes und Fanzines verkauft wurden. Gudrun gehörte zu den Urmitgliedern der Einstürzenden Neubauten, allerdings führten ihre Erfahrungen mit den EN zunächst zu dem Entschluss, nie wieder in einer Band zu spielen – einen Entschluss, den sie kurze Zeit später revidierte: mit ihren Freundinnen Bettina Köster, Manon Pepita Duursma und Beate Bartel gründete Gudrun Malaria!, die mit ihrem Song "Kaltes Klares Wasser" einen Underground-Welthit landeten. Als reine Frauenband mit androgynem Auftreten waren Malaria! Sensation und Mysterium gleichermaßen, bis heute gilt die Band als visionär und einzigartig.

Die Beteiligung an verschiedenen Bands und ihre Solo-Aufnahmen sind allerdings nur ein Teil des Schaffens von Gudrun Gut, die auch als Produzentin, Radiomoderatorin und vor allem Labelbetreiberin arbeitet: 1990 rief sie Moabit Musik ins Leben, 1997 gründete sie Monika Enterprise, um vor allem Künstlerinnen wie Barbara Morgenstern, Masha Qrella oder Cobra Killer zu veröffentlichen. Dieser Politik ist sie bis heute treu geblieben – und viele Acts sind hinzugekommen: Islaja, Sonae, Danielle de Picciotto, Natalie Beridze, Pilocka Krach stehen für experimentelle, avantgardistische Elektronik abseits des Mainstream, der weder Gudrun Gut noch ihre Kolleginnen wirklich interessiert. Monika Enterprise ist praktizierter Feminismus: dass GG mit ihrem Label eine "Nische" besetzt habe, findet sie so lustig wie ärgerlich, schließlich sind Frauen keine Minderheit, sondern die Hälfte der Menschheit – die im Musikgeschäft jedoch chronisch unter- bzw. miss-repräsentiert ist.

Doch in der Nische gedeihen ja nicht selten die schönsten und langlebigsten Blüten: Monika Enterprise feiert 2017 bei bester Laune den zwanzigsten Geburtstag – anlässlich dieses Jubiläums lud Gudrun Gut im letzten Jahr eine Reihe ME-Künstlerinnen in ihr Rückzugs-Anwesen in der Uckermark ein: Lucrecia Dalt, Danielle de Picciotto, Islaja, Barbara Morgenstern, Sonae, Pilocka Krach, AGF und Beate Bartel zogen aufs Land, um gemeinsam zu komponieren, musizieren, improvisieren, produzieren... ganz ungezwungen, ohne Vorgaben, aber mit einem Ziel, das jetzt als Monika-Release # 90 erscheint: Monika Werkstatt heißt das ungewöhnliche Projekt in CD- und LP-Gestalt, das als Essenz und Sinnbild des Labels gesehen werden kann. Die Künstlerinnen fungieren als Musikerinnen und Produzentinnen, jede nahm sich quasi als "Patin" Stücke der anderen vor, um sie final zu mixen – das Ergebnis ist ein Gemeinschaftswerk, das ihresgleichen sucht, mehr kollektives Hörspiel als singuläres Track-by-Track-Album ist. Die typischen Monika-Ingredienzien sind ebenso spürbar wie die Individualität der jeweiligen Musikerin: vom organischen Rauschen und Fließen über atmosphärische Spoken Word-Tracks bis zum tanzbaren Beat ziehen die Künstlerinnen alle Register zeitgenössischer Elektronik – und Gudrun Gut hat natürlich völlig Recht: keine Angst vor Technik!

AVIVA-Tipp: Gudrun Guts Goldfisch Monika, die/der dem Label den Namen gab, ist schon lange in die ewigen Jagdgründe eingegangen – Monika Enterprise ist dagegen quicklebendig, nachzuhören auf dem tollen Album Monika Werkstatt.

Monika Werkstatt
CD/LP 2017
21 Tracks
Label: Monika (Monika90)

Monika Enterprise im Netz:

www.monika-enterprise.de und www.facebook.com/monikaenterprise

Gudrun Gut im Netz:
www.gudrungut.de

Barbara Morgenstern im Netz:
www.barbaramorgenstern.de

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Barbara Morgenstern – Doppelstern
Schon ein paar Monate sind seit der Veröffentlichung von Barbara Morgensterns aktuellem Album "Doppelstern" ins Land gezogen. Doch die Musik der Berlinerin ist ja zeitlos, und die akustischen Doppelsterne strahlen auch im Frühling 2016 hell und warm. (2016)

Barbara Morgenstern - Sweet Silence
Seit den Neunzigern ist sie fester Bestandteil der Berliner Electro-Szene. Ihr siebter Longplayer klingt so klar und auf den Punkt gebracht, wie noch nie. Nicht minimalistisch, aber ganz ohne Überflüssiges in Musik und Lyrics ist es ein Pop-Album nach feinster elektronischer Art. (2012)

Bettina Köster - Queen Of Noise
Im geteilten Berlin der punkbewegten 1980er machte sie als Mitbegründerin der legendären All-Female-Band Malaria Furore. Kein Geringerer als John Peel gab schon dem Vorgängerprojekt Mania D. das Prädikat "Queens Of Noise". (2009)

Barbara Morgenstern - The Grass is always greener
Nach drei Jahren endlich wieder ein Soloalbum von der Königin des luftig-versponnenen Elektropop. Neue Impulse durch die vom Goethe Institut initiierte Welttour sorgen für lebendig-frischen Esprit. (2006)

Bleib Gold, Mädchen
Das Multitalent Ziska überrascht mit einem ungewöhnlichen Sampler. Sie gewann 20 geniale Musikerinnen für ihr Themenalbum über die schwierige Zeit der Pubertät. Frech, witzig, bissig, ironisch! (2005)

Weiterlesen auf AVIVA:

Danielle De Picciotto - The Beauty of Transgression. A Berlin Memoir
Berlin 1987. Ein Geheimtipp für alle, die sich nicht anpassen wollen. Doch schon bald kommen gewaltige Veränderungen auf die geteilte Stadt und ihre Kulturszene zu. Ein spannendes Stück Underground-Geschichte! De Picciotto beschreibt die Wende und ihre Folgen aus der Sicht einer Frau, der sich trotz zahlreicher Hindernisse immer wieder neue Möglichkeiten auftun. (2011)

Wir sind jetzt - Frontfrauen im deutschen Pop (2007)

Interview mit Gudrun Gut (2002)

Music Beitrag vom 20.06.2017 Christina Mohr 

   




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