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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2017 - Beitrag vom 29.03.2017

Goldfrapp - Silver Eye
Lisa Baurmann

Das Duo um Alison Goldfrapp und Will Gregory liefert auf ihrem neuen Album sowohl eingängigen Elektropop als auch düstere, atmosphärische Klänge. Zusammen mit dem originellen Artwork von Alison Goldfrapp persönlich ergibt es ein faszinierendes Gesamtwerk.



Mit "Silver Eye" veröffentlichen Goldfrapp ihr siebtes Studioalbum. Dabei waren die Ergebnisse der Zusammenarbeit von Alison Goldfrapp und Will Gregory nie vorhersehbar. Nach den unverwechselbar vielschichtigen, ätherischen Soundlandschaften auf dem Debut "Felt Mountain" haben sie mit "Black Cherry" und "Supernature" das Genre Elektropop mit tanzbaren, metallisch klingenden Beats nachhaltig geprägt. Die folgenden Alben unternahmen Ausflüge in Folk und Singer-Songwriter-Musik ("Seventh Tree"), 80er-Jahre-Synthpop ("Head First") und experimentierten mit Orchester-Instrumentierung ("Tales Of Us"). Entsprechend gespannt ist die Musikwelt auf "Silver Eye", das nach vier Jahren Pause am 31. März 2017 erscheint.

Das Warten hat sich gelohnt. Goldfrapp gelingt es, sich auf dem neuen Album gleichzeitig auf ihre musikalischen Wurzeln zurück zu besinnen und ihren Stil wieder einmal neu zu erfinden. Gleich im Auftakt des Albums, dem Opener "Anymore", klingt der typische Sound an, der für Goldfrapp zum Markenzeichen geworden ist. Kühle, industriell klingende Beats unterlegen die Vocals von Alison Goldfrapp, die hier eine klare, eingängige Melodie singt. Mit "Systematic" folgt ein ähnlich energetischer Elektropop-Song. Bloße Hommage an frühere Hits wie "Train" oder "Ooh La La" sind die Songs dabei nicht: Die Beats sind zwar noch metallisch, aber deutlich dunkler, der Sound insgesamt reduzierter. "Tigerman" weist dann endgültig die Richtung, in die sich der Rest des Albums entwickelt: Die Stücke werden zunehmend düsterer und atmosphärischer. Die Beats bleiben minimalistisch, aber zwischen sie flicht das Duo gekonnt sich überlagernde Klänge und kreiert auf diese Weise ganze Soundlandschaften. In "Black Zodiac" und "Ocean" kulminiert dies in einem epischen, finsteren Klang. Alison Goldfrapps Stimme bleibt dabei oft ungewohnt geerdet, rau und kräftig. Es ist diese Mischung aus metallenen und erdigen Elementen, aus synthetisch und organisch, die "Silver Eye" nicht nur für eingefleischte Goldfrapp-Fans interessant macht.

Das Artwork spiegelt den klanglichen Kontrast des Albums wieder. Das Video zur ersten Singleauskopplung "Anymore" weist bereits in die Richtung, in die die visuelle Ästhetik von Silver Eye geht. Diese entspringt Alison Goldfrapps fotografischem Können: Für das Album ist eine Bilderserie vor dem Hintergrund der Vulkanerde Fuerteventuras entstanden, welche auch Drehort für das Video zu "Anymore" war. Artwork wie Video sind farblich geprägt von schwarzem Sand, stahlblauem Himmel und den feuerroten Haaren Alison Goldfrapps. Sie vereint die kontrastreichen Farben und unterschiedlichen Elemente in schlichten Kompositionen zu beeindruckenden Bildern, ganz so, wie das Duo die kontrastreichen Klangelemente in den Songs zusammenführt.

"The "Anymore" video was shot on the strange & beautiful island of Fuerteventura. I love the volcanic rock and dunes which were also the setting for the still images I took", erinnert sich Alison.

Die einzigartige Naturkulisse bietet auch einen perfekten Hintergrund für die Themen, die in den Texten des Albums bearbeitet werden. Alison Goldfrapp besingt und beschwört darin die Elemente: "the wild fire", "endless sunshine", "magic in the water", "trees and light", und immer wieder den Mond, der als "silver eye" auch namensgebend für das Album war. Klang, Bilder und Lyrik vereinen sich so zu einem harmonischen Ganzen.

Bemerkenswert ist der Song "Become The One". Er thematisiert, wie schon "Annabel" auf dem Vorgängeralbum, Geschlechtsidentität jenseits von gesellschaftlichen Erwartungen. Alison war hier inspiriert von Nick Sweeneys Dokumentation "My Transgender Summer Camp", die ein Ferienlager für Transgender-Jugendliche und ihre Eltern in den USA porträtiert. Im Interview mit The Guardian vom 26. Februar 2017 erklärt sie: "I´ve always felt that not everybody is one thing. Sexuality and gender are complex. I saw that documentary a few years ago and I was so taken aback by how articulate the main girl was about her experience. At the end, she said: "I´m not changing who I am, I am becoming who I am" and I found that really moving." Aus dieser Inspirationsquelle entsteht bei Goldfrapp keine nachdenkliche Ballade, sondern ein dynamischer Song, der Zuversicht ausstrahlt und zur Selbstermächtigung auffordert: "become the one you know you are".

Wollte frau an dem Werk etwas kritisieren, so wäre dies, dass der Wechsel von tanzbar zu bedächtig, von eingängig zu sphärisch stellenweise etwas zu abrupt erscheint. Mit einem fließenderen Übergang hätte das Album noch stärker in seinen Bann ziehen können.

AVIVA-Tipp: Nicht nur fĂĽr Fans ist das neue Album des Duos lohnenswert. Es ĂĽberzeugt durch interessante Kontraste und ein stimmiges, multimediales Konzept. Goldfrapp gelingt es nach wie vor, sich allen Labels zu entziehen und dabei hochinteressant zu bleiben.

Goldfrapp
Silver Eye
Label: Mute/GoodToGo
VĂ–: 31.03.2017
mute.com

Goldfrapp im Netz:

www.goldfrapp.com ‒ Offizielle Website mit Video zu "Anymore"

www.golfrapp.com/live ‒ Tourdaten

https://twitter.com/goldfrapp ‒ Auf Twitter

www.instagram.com/alison_goldfrapp ‒ Alison Goldfrapps Fotografien

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Opfer des Zweit-Album-Syndroms: Goldfrapp enttäuschen mit ihrem neuen Werk Von schneebedeckten Berggipfeln geradewegs in die Nachtclubs: leidlich elektronisch kommt "Black Cherry" daher, und kaum etwas erinnert noch an die außerweltliche Schönheit des Debüts (2003)

Music Beitrag vom 29.03.2017 AVIVA-Redaktion 

   




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