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AVIVA-BERLIN.de im Februar 2017 - Beitrag vom 26.10.2016

Deap Vally - Femejism
Christina Mohr

Lindsey Troy und Julie Edwards im Interview mit AVIVA. Die Musikerinnen aus Los Angeles haben sich in einer Handarbeitsgruppe kennengelernt und spielen seitdem als Duo Deap Vally knochentrockenen Hardrock – klingt paradox?



Irgendwie verrĂĽckt? Mag sein. Doch die beiden Musikerinnen (Gesang, Gitarre & Schlagzeug, sonst nix) sehen keine WidersprĂĽche:

"I´m gonna do it / ´Cause I wanna", heißt es auf der Single "Gonnawanna", und auch sonst sind Deap Vally eher unerschrocken und selbstbewusst.
Den mäkeligen Kommentaren zu ihrem Debütalbum "Sistrionix" von 2013, nach denen ihre Riffs angeblich zu wenig eigenständig klängen und stark denen ihres Freundes und Förderers Jack White ähnelten, begegnen Troy und Edwards mit ihrem neuen Album "Femejism", das vor Verve und fuck-you-Attitude regelrecht überschäumt. Der Titel ist eine hübsche Kombi aus feminism und jism – vulgar slang für Sperma.

Ihrer Vorliebe fĂĽr schweren Bluesrock der Led-Zeppelin-Schule und verzerrten Gitarrensound lassen Troy und Edwards fast durchgehend freien Lauf, drehen die Regler hoch bis zum Anschlag, beziehungsweise lassen sie das ihren Produzenten Nick Zinner tun, der als Yeah-Yeah-Yeahs-Gitarrist ja Erfahrung im Umgang mit anderen wilden Kolleginnen hat.

Der echte Clou an Deap Vally ist jedoch ihre kompromisslos feministische Haltung, die in prägnanten Songzeilen gipfelt: "I am not ashamed of my mental state / And I am not ashamed for my body weight / I am not ashamed of being no one´s wife", heißt es in "Smile More" – Femejism rules!

Das Video zu "Smile More" wurde von der in Bosnien geborenen kanadischen Filmemacherin Nina Ljeti ausschließlich mit einem iPhone6S gedreht. Als Schauplätze dient dabei Ost Los Angeles sowie Downtown LA, wo große Teile des Albums aufgenommen bzw. gemischt wurden und auch die ersten Jamsessions der Band stattfanden.

Das Duo brachte gerade zwei große US-Touren mit Peaches und Wolfmother hinter sich. Während ihrer kurzen Europa-Tournee fand Julie Edwards Zeit für einige Fragen von AVIVA-Berlin.de:

AVIVA-Berlin: Glückwunsch zu eurem neuen Album – es ist wirklich toll geworden! Arbeitet ihr gern im Studio oder spielt ihr lieber live?

Julie Edwards: Beides ist so unterschiedlich: Auftritte sind ein einziger Rausch, ein energetischer Austausch mit dem Publikum – und es erfüllt mich mit großer Freude sagen zu können, dass nichts dem Live-Erlebnis gleichkommt. Aber im Studio ist der Ort, wo Träume Realität werden, wo wir die komplette Kontrolle haben und neue Dinge ausprobieren können.

AVIVA-Berlin: War es ein groĂźer kĂĽnstlerischer Schritt von "Sistrionix" zu "Femejism"?

Julie Edwards: Definitiv. "Femejism" deckt eine weit größere emotionale Bandbreite ab, außerdem experimentieren wir mit vielen verschiedenen Gitarrenrock-Genres: Surf, Psychedelic, sogar Progrock!

AVIVA-Berlin: Welchen Song von "Femejism" ist dir am wichtigsten und warum?
Julie Edwards: Oh, das ist eine schwierige Frage – das ändert sich dauernd. Im Moment stehe ich sehr auf "Julian", weil es ein so kantiges Stück ist, mit einer sehr seltsamen und spartanischen Stimmung.

AVIVA-Berlin: Wie ist es, immer zu zweit unterwegs zu sein – ist es leichter oder schwieriger als Duo?

Julie Edwards: (lacht) Wir haben immer nur in Duos gespielt (Lindsey mit ihrer Schwester in The Troys, ich mit meinem besten Freund Marc Smollin als The Pity Party), also können wir nicht wirklich vergleichen, wie es mit einer größeren Band wäre.
Nach einer Tour ist es für uns beide ganz gut und gesund, wenn wir ein bisschen Zeit für uns alleine haben: Wir sind oft wochenlang auf engstem Raum zusammen, verbringen die meisten Stunden gemeinsam… aber wir mögen uns immer noch gern :-D

AVIVA-Berlin: In einem kürzlich veröffentlichten Interview sagt ihr, dass gerade eine sehr aufregende Zeit für weibliche Bands sei – woran macht ihr das fest?

Julie Edwards: Es gibt so tolle Bands/Künstlerinnen zurzeit: Savages, Coathangers, White Lung zum Beispiel. Babes in Toyland, Sleater-Kinney und L7 haben wieder zusammengefunden und gehen auf Tour – ich finde, dass es eine fantastische Zeit für Frauen ist, um aufregende, konfrontative Musik zu machen!

AVIVA-Berlin: Was würdest du im Musikbusiness ändern, wenn du könntest?

Julie Edwards: Das sogenannte "Geschäftsmodell", das die KünstlerInnen als letzte bezahlt!

AVIVA-Berlin: Passiert es euch nach Konzerten, dass männliche Fans zu euch kommen und sagen, dass ihr ganz schön gut an euren Instrumenten seid, obwohl ihr Frauen seid?

Julie Edwards: Ja klar, aber die meisten versuchen, uns Komplimente zu machen. Ich (Julie spielt Schlagzeug, Anm. CM) bekomme oft zu hören, dass es sehr ungewöhnlich ist, dass ich überhaupt Schlagzeug spiele – es gäbe doch so wenige Drummerinnen. Dann entgegne ich immer, "doch, es gibt eine Menge!" Und fange an, aufzuzählen…

AVIVA-Berlin: Was siehst du, wenn du ins Publikum guckst?
Julie Edwards: Schwitzende Headbanger!

AVIVA-Berlin: Ihr seid nicht nur eine hart rockende Band, sondern auch höchst talentierte Häklerinnen/Strickerinnen – wie sind diese "Handarbeiten" miteinander verknüpft?

Julie Edwards: Oh ja, es gibt Verbindungen: FĂĽr beides braucht man Konzentration, Hingabe und den Willen, durchzuhalten, etwas zu Ende zu bringen. AuĂźerdem wirkt beides meditativ und heilend, jedenfalls auf uns.

AVIVA-Berlin: Was waren die kompliziertesten StĂĽcke, die ihr je angefertigt habt?

Julie Edwards: Lindsey hat mal einen Overall für ihren Neffen gestrickt, das war ganz schön schwierig. Ich habe schon so viele Sachen gemacht, dass ich mich an einzelne, besonders komplizierte gar nicht mehr erinnern kann... (lacht).

AVIVA-Berlin: Erinnerst du dich daran, als du und Lindsey zum ersten Mal zusammen Musik gemacht habt?
Julie Edwards: Wir machten eine Jam-Session mit unserem Freund Ashley Dzerigian (Bass) – das hat viel Spaß gemacht und es kam sogar ein sehr guter Song dabei heraus. Den wir allerdings nicht spielen, ich weiß auch nicht, wieso eigentlich.

AVIVA-Berlin: Wart ihr euch von Anfang an einig darĂĽber, welche Musik ihr spielen wollt?
Julie Edwards: Ja, wir haben sofort übereingestimmt, wir hatten dieselbe Vision. Bis heute – wir sind immer gespannt auf die Vorschläge der anderen. Ich schätze Lindseys Geschmack sehr!

AVIVA-Berlin: Habt ihr irgendwelche role models – musikalisch oder generell?
Julie Edwards: Hillary Clinton.


Deap Vally
Femejism

Label: Cooking Vinyl
Vertrieb: Sony
VĂ–: 16.09.2016

Deap Vally im Netz:
www.deapvally.com

Music Beitrag vom 26.10.2016 Christina Mohr 

   




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