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AVIVA-BERLIN.de im April 2018 - Beitrag vom 17.12.2017

Liza Cody - Krokodile und edle Ziele
Bärbel Gerdes

Lady Bag ist zurück! Als Nonne verkleidet zieht die obdachlose Angela May Sutherland – wenn sie denn tatsächlich so heißt – durch London und zeigt uns die Stadt von unten: Gesundheitswesen, Fürsorge, Gefängnisse – alles liegt im Großbritannien der Finanzkrise am Boden. Liza Cody fesselt die Leserin mit Spannung, Witz und Intellekt.



Da ist sie wieder! 2013 war Lady Bag aus den Krimiseiten aufgetaucht und hatte das Feuilleton begeistert, denn wann gab es schon eine Ermittlerin, eine Protagonistin, eine Anti-Heldin, die uns die britische Hauptstadt so zeigte? Die obdachlose Frau, die durch die zerstörende Beziehung zu einem Mann erst ins Gefängnis, dann auf der Straße landete, stolpert von einer Katastrophe in die nächste. Alkoholsüchtig und mit Elektra, einer Windhündin, deren Leben sie gerettet hat, an der Leine, zieht sie durch die Straßen. Wer bettelt und einen Hund dabei hat, hat bessere Erfolgschancen als ohne – die Leute spenden gerne für den Hund, nicht für den Menschen. Regnet es, geben die Passant*innen weniger, denn sie wollen schnell ins Warme. Und nie darf man sagen, dass man das gespendete Geld tatsächlich für zwei Liter billigen Rotwein ausgibt, damit das Leben etwas erträglicher, etwas wärmer wird.

In ihrem neuen Roman wird Lady Bag mit einem Auftrag aus dem Gefängnis entlassen: eine Mitinhaftierte bittet sie, nach ihrem Sohn zu sehen. Der Dreijährige wohnt bei seiner Oma und seiner Tante, einem 14jährigen Mädchen, das auf dem Strich geht. Auch wenn Lady Bag sich wundert, dass ausgerechnet sie Familienangelegenheiten lösen soll, kann sie die Bitte nicht ausschlagen. Und so beginnt ein neues und rasantes Abenteuer. Lady Bag, unter Bewährungsauflagen aus dem Gefängnis entlassen und mit ihren seltsamen Freunden wiedervereint – Pierre, dem 120-Kilo-Mann im Diva-Look und Schmister, dem herrlich aufgedonnerten Mann, der eine Frau werden möchte – findet den dreijährigen Connor, verwahrlost und missbraucht. Sie will ihn retten. Dass das nicht gutgehen kann, ist klar.

Liza Cody hat bereits zahlreiche Krimis geschrieben. Unter anderem erfand sie die Ringerin Eva Wylie, die ebenfalls zum unteren Ende der Gesellschaft gehört. Diese Figur geht auf die Profi-Wrestlerin Klondike Kate zurück.
Zuvor betrat mit Anna Lee eine Ex-Polizistin die KrimibĂĽhne. Sie bewacht einen Schrottplatz, haust in einem Wohnwagen und arbeitet fĂĽr eine Detektei. Diese Romane wurden in der Serie "Anna Lee" fĂĽr das britische Fernsehen verfilmt.

Liza Cody selbst arbeitete nach ihrem Kunststudium als Malerin, Fotografin, Roadie und Möbelbauerin und auch für Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett.
Ihre Romane sind rasant, schnell, klug und schnodderig, die Dialoge höchst amüsant. Auch Elektra, die arthritiskranke Hündin, spricht mit Lady Bag und ist letztendlich die einzig Vernünftige in diesem Irrenhaus aus Gewalt, Alkohol und eben der ganz normalen Gesellschaft. Wie Lady Bag sagt: "Das Chaos ist mein Verbündeter."

AVIVA-Tipp: Ein rasantes Leseabenteuer serviert die britische Schriftstellerin Liza Cody. Ihre Protagonistin zeigt uns ein London, das wir so nicht zu sehen bekommen. Gesellschaftskritik scharfzĂĽngig verpackt!

Zur Autorin: Liza Cody ist das Pseudonym der 1944 in London geborenen Lizza Nassim. Nach dem Studium der Kunst an der London Art School arbeitete sie zunächst bei Madame Tussaud. Es schlossen sich Jobs als Malerin, Fotografin, Möbelbauerin und Textildesignerin an, bis sie 1980 mit Dupe [dt. Video-Piraten, 1986] ihre erste Serienheldin Anna Lee erschuf. Bereits dieser Roman wurde mit dem John Creasey Memorial Award ausgezeichnet. Sie beendete diese Serie 1991. 1992 und 1993 wurde sie als TV-Serie verfilmt.
1992 begann mit der Protagonistin Eva Wylie eine neue Serie. Bucket Nut [dt. Schweres GeschĂĽtz, 1992 und neu aufgelegt als Was sie nicht umbringt, 2015] wurde im selben Jahr mit dem Silver Dagger ausgezeichnet. Lady Bag und Miss Terry erhielten jeweils 2015 und 2017 den Deutschen Krimipreis. Liza Cody lebt in Bath.
Mehr Infos zu Liza Cody unter: www.lizacody.com

Zur Übersetzerin: Else Laudan, 1963 in Berlin geboren, studierte in Hamburg Soziologie und Sozialökonomie. 1987 begann sie, als Lektorin und Übersetzerin zu arbeiten. Ab 1989 Herausgeberin der Ariadne-Reihe im Argument-Verlag. Seit 1997 Co-Geschäftsführerin und Programmchefin des Argument-Verlages. 2009 erhielt sie die Goldene Auguste für besondere Verdienste um den Kriminalroman von Frauen. 2015 Mitbegründerin des feministischen Netzwerks HERLAND. Neben Liza Cody übersetzte sie u.a. Val McDermid und Sarah Dreher.

Liza Cody
Krokodile und edle Ziele

Originaltitel: Crocodiles and Good Intentions
Deutsch von Else Laudan
Argument Verlag, Ariadne 1227, erschienen September 2017
Hardcover, 431 Seiten
20,00 Euro
ISBN: 978-3-86754-227-2
argument.de

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Die wohnungslose Baglady lebt mit ihrem aus dem Tierheim geretteten Greyhound Elektra in den Straßen Londons. Ihren Namen erfährt die Leserin erst spät, dafür umso früher ihre Lebensgeschichte, die sie zur Obdachlosen machte. (2014)


Literatur > Romane + Belletristik Beitrag vom 17.12.2017 Bärbel Gerdes 

   




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