Tanja Dückers - Mein altes West-Berlin. Lesungen 10. März und 14. April 2017 in Berlin
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AVIVA-BERLIN.de im April 2017 - Beitrag vom 16.01.2017

Tanja Dückers - Mein altes West-Berlin. Lesung am 14. April 2017 in Berlin
Helga Egetenmeier

West-Berlin, allein der Klang ruft immer noch vielfältige nostalgische Gefühle und Erinnerungen wach. Die Schriftstellerin, Publizistin und Kunsthistorikerin Tanja Dückers streift als junge Flaneurin durch die 70er- und 80er-Jahre dieser Insel...



... und lässt dabei das Leben zwischen Privatem und Politischem Revue passieren.

Seit mehr als 25 Jahren gehört die Teilung der Stadt nun der Vergangenheit an und ist doch weiterhin präsent. Die West-Berliner Autorin erweckt diese besondere Zeit in ihrem Buch wieder zum Leben, indem sie mit den LeserInnendurch ihre Kindheit und Jugend vagabundiert und dabei auf Menschen trifft, die nur an diesem Ort ihren Platz finden konnten. Bereits in ihrem Berlin-Roman "Hausers Zimmer" (2011) schrieb sie über das West-Berlin der 80er Jahre, das sie aus der Sicht einer Jugendlichen, die in einem piefigen Wilmersdorfer Mietshaus lebte, authentisch wieder auferstehen ließ.

In 57 kurzen Aufsätzen, ergänzt durch 13 kleinformatige Schwarzweißbilder, reflektiert die Autorin mit ihrem, im be.bra verlag in der Reihe "Berliner Orte", erschienen Büchlein "Mein altes West-Berlin" humorvoll ihre Erinnerungen. Dabei ließ sie sich in Erzählstil und Struktur von Walter Benjamins "Berliner Kindheit um 1900" inspirieren. In der bis heute zwölfteiligen Verlagsreihe ist sie die erste Frau.

Die 1968 geborene Tanja Dückers erinnert sich an ihre unbeschwerte Kindheit und Jugend in dieser umschlossenen Stadt. Ihre literarische Reise führt nicht nur zurück in eine Zeit, die von der "Selbstoptimierung" im heutigen "Leistungsträgerzeitalter" weit weg scheint, sondern auch auf diese kleine Insel, die trotz allen Einschränkungen ihren BewohnerInnen auch die Freiheit gab, eine ganz eigene Kultur zu entwickeln: Ihre eigene..
"So konnte man mitten in Berlin, der Stadt, die im Epizentrum der bipolaren Weltordnung lag, ziemlich realitätsvergessen lesen und lümmeln, Gitarre oder Maultrommel spielen und sich, während man ´Revolution´ von den Beatles hörte, die Fingernägel hingebungsvoll in Rot und Schwarz lackieren."

Dreilinden, Bahnhof Zoo, Ku´Damm, KaDeWe, Savignyplatz, Gedächtniskirche und viele weitere Orte füllt Tanja Dückers, liebevoll zurückblickend und gleichzeitig aus dem Heute reflektierend, mit Leben. Dabei gibt sie auch viel von ihrer Biografie preis und erschafft so ein individuelles Bild der Stadt, das gleichzeitig die Geschichte West-Berlins über zwanzig Jahre hinweg verfolgt.

AVIVA-Tipp: Als handlicher historischer Reiseführer für die Jacken- oder Handtasche, animiert das Büchlein dazu, loszuziehen, die beschriebenen Orte zu besuchen, dort einen Kaffee zu trinken, weiterzulesen und weiterzuziehen. Tanja Dückers Erinnerungen begleiten die Leserin dabei unmittelbar mit dem Lebensgefühl der jungen Generation in den 70er und 80er Jahren auf dieser eigenwilligen, unvergleichbaren Insel West-Berlin.

Lesung am 14. April 2017 in Berlin
Siehe dazu: www.bebraverlag.de

Zur Autorin Tanja Dückers, geboren 1968 in West-Berlin. Schriftstellerin, Publizistin, Kunsthistorikerin, studierte Nordamerikanistik, Germanistik und Kunstgeschichte. Sie hat zahlreiche Romane, Hörspiele, Erzählungen, Lyrikbände und Essays veröffentlicht, schreibt als Journalistin für verschiedene Zeitungen, Magazine und Radiosender und lehrt an amerikanischen Colleges und Universitäten Deutsche Literatur/German Studies. Zu ihren Werken zählen die Romane "Himmelskörper", "Der längste Tag des Jahres", "Hausers Zimmer", der Essayband "Morgen nach Utopia", sowie Lyrikbände und Kinderbücher. Zuletzt erschien der Gedichtband "Fundbüros und Verstecke" (2012) im Schöffling Verlag. 2004 verfasste Dückers zusammen mit anderen SchriftstellerInnen die Begleittexte für das Fotoprojekt "Killing Me Softly - Todesarten" der Fotokünstlerin Claudia Reinhardt. Ebenfalls mit einem Beitrag vertreten war sie in "Das Neuköllnbuch". Tanja Dückers schreibt monatlich ein Essay zu einem aktuellen gesellschaftspolitischen Thema für Zeit Online und rezensiert neue Literatur auf Radioeins in der Sendung "Die Literaturagenten".
Tanja Dückers im Netz: www.tanjadueckers.de

Tanja Dückers
Mein altes West-Berlin

be.bra verlag, September 2016
Taschenbuch, 144 Seiten, mit 13 Fotos von Uwe Friedrich
ISBN-13: 978-3-89809-122-0
10,-- Euro
www.bebraverlag.de

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Tanja Dückers - Fundbüros und Verstecke
Das Deutsche Historische Museum zählte sie 2006 zu den 100 kreativsten Köpfen Deutschlands. Im Februar 2012 erschien nun eine neue Sammlung extravaganter Gedichte der Berliner Schriftstellerin, voller kurioser Wortschöpfungen, vielseitig, chaotisch und fantasievoll. Tanja Dückers gibt "alles auf einmal / auf (kreuzen Sie an)". (2012)

Tanja Dückers - Hausers Zimmer
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Kanzlerinnen schwindelfrei - Herausgegeben von Corinna Waffender
Anlässlich der 300-Jahr-Feier von Charlottenburg besetzten fünfzehn Frauen einen prominenten Platz auf dem Ku´damm. Vom Hochsitz aus haben sie Menschenmengen und Autokarawanen beobachtet. (2005)

Literatur > Romane + Belletristik Beitrag vom 16.01.2017 Helga Egetenmeier 

   




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