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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 11.08.2017

Das ist unser Land. Ein Film von Lucas Belvaux mit Émilie Dequenne und Catherine Jacob. Kinostart: 24. August 2017. Vorpremiere mit Publikumsgespräch am 15. August in Berlin
Tina Schreck

Der Film zum Wahljahr 2017: Das packend inszenierte französische Politdrama ("Chez nous") legt die Arbeitsmethoden rechtsextremer Parteien offen und zeigt, dass sich Menschen nur allzu leicht von deren populistischen Parolen blenden lassen. AVIVA verlost 5x2 Freikarten



"Das ist unser Land" ("Chez nous") sorgte schon vor seinem offiziellen Kinostart wegen seiner offensichtlichen Anspielungen auf Marine Le Pen und deren nationalistische Partei in Frankreich heftig für Furore. Allein der Trailer brachte die sozialen Netzwerke und vor allem den Front National zum Kochen. Denn der sah sich so kurz vor den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen am 7. Mai diffamiert und bezeichnete den Film als manipulativ und undemokratisch, wie "Das Erste" in einem Beitrag berichtete.

Eine Frau "aus dem Volk"

Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder, Pauline Duhez, hervorragend dargestellt von der belgischen Schauspielerin Émilie Dequenne, lebt in der nordfranzösischen Kleinstadt Hénart wo sie als Krankenschwester hart arbeitet. Bei Kolleg_innen und Patient_innen ist sie gleichermaßen sehr beliebt. Jede/r kennt sie, jede/r mag sie. Politisch weder links noch rechts, passt sie sich je nach Situation ihrem Umfeld an. Zu ihren besten Freundinnen zählen sowohl die Französin Nathalie (Anne Marivin), die keinen Hehl aus ihrer Ausländerfeindlichkeit macht, als auch die in dritter Generation in Frankreich lebende und stark links orientierte Nada (Charlotte Talpaert), für die Pauline zwar hin und wieder Partei ergreift, im nächsten Moment aber über rassistische Witze lacht. Ihr Vater ist überzeugter Kommunist, ihr Jugendfreund ein Neonazi - eine Tatsache, die er ohne große Mühe vor ihr verbergen kann. Das ist Pauline. Naiv, unauffällig, nett– eine klassische Mitläuferin.

Die perfekte Kandidatin - "Genauso eine brauchen wir!"

Befindet ihr alter Bekannter und Kollege Dr. Berthier (André Dussollier) und schlägt sie dem neu gegründeten RNP (Rassemblement National Populaire) als geeignete Kandidatin für die bevorstehenden Kommunalwahlen vor. Denn als Mitglied des nationalistischen "Le Bloc" liegt es ihm am Herzen, Agnès Dorgelle – die Tochter des Parteivorsitzenden und landesweit bekannten Rechtsradikalen – beim Aufbau ihrer noch jungen Partei zu unterstützen.

"Ich werde nie der Vater einer Faschistin sein"

Trotz der harten Worte ihres Vaters, ist Pauline weiterhin fest entschlossen, für den RNP bei den Kommunalwahlen zu kandidieren. Längst hat sie sich von der vermeintlichen Harmlosigkeit der Partei überzeugen lassen. Weder ihr Vater, noch ihre Freundin Nada, die ihr vorwirft, nichts weiter als eine Marionette zu sein, können sie von ihrem Vorhaben abhalten. Denn neben den negativen Reaktionen gibt es auch viel positiven Zuspruch aus ihrem Umfeld, was in ihr das Gefühl von Zugehörigkeit auslöst. Mehr und mehr lässt sie sich von Agnès Dorgelle und deren begeisterten Anhänger_innen mitreißen und beginnt, sich mit ihnen zu identifizieren.

Gefährlicher Schmusekurs

Agnès ist penibel darauf bedacht, sich von der Hardcore-Schiene ihres Vaters zu distanzieren. Zu diesem Zweck muss alles, was nur ansatzweise auf faschistische, antisemitische oder rassistische Tendenzen hinweisen könnte, peinlichst vermieden werden. Da kommt es natürlich ungelegen, dass sich Pauline während der Wahlen mit ihrer Jugendliebe Stanko (Guillaume Gouix) einlässt. Denn der ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Als ehemaliger Aktivist des Patriotischen Blocks und rechtsradikaler Schläger gefährdet er das Saubermann-Image des populistischen RNP, dessen Mitglieder mit allen Mitteln versuchen, die Beziehung zu sabotieren. Schon bald realisiert Pauline, dass sie nichts weiter als das hübsche Aushängeschild der aufstrebenden Partei ist.

Reale Vorbilder

Auch wenn die erzählte Geschichte in "Das ist unser Land" eine fiktive ist, basieren ihre Kernfakten auf politischen Ereignissen, wie sie sich tatsächlich in jüngerer Zeit in Frankreich auf sehr ähnliche Weise zugetragen haben. Die Parallelen zwischen dem Front National und dem RNP sowie Marine Le Pen und Agnès Dorgelle sind mehr als deutlich zu erkennen. Die großartige Catherine Jacob verkörpert auf erschreckend glaubhafte Weise die Rolle der rechtsradikalen Parteichefin. So findet die französische Schauspielerin das perfekte Mittelmaß zwischen Grobheit und Charisma, um die umstrittene Politikerin darzustellen. Auch Marine Le Pen selbst hat sich in dieser brillanten Darbietung wiedererkannt: "Das ist ein Angriff auf unsere Partei". Florian Philippot, Vizepräsident des FN, befand das Erscheinen des Films so kurz vor der Wahl als "scandaleux et inadmissible". "Chez nous" sei für ihn nichts weiter als "un joli navet", der sich ganz klar gegen den Front National richte.

Ganz zur Freude von Catherine Jacob, die diese öffentlichen Attacken als Geschenk sieht: "La réaction du Front national sur "Chez nous" prouve que nous tapons juste" wie die Schauspielerin gegenüber 20minute.fr in einem Interview erklärt.

AVIVA-Tipp: "Das ist unser Land" provoziert und rüttelt wach. Der Film transportiert ein klares politisches Statement, das realistisch die Gefahr durch die bewusste Instrumentalisierung von Menschen durch populistische Parteien offenbart, die sich auf perfide Art und Weise deren Naivität zunutze machen.

Vorpremiere des Politdramas DAS IST UNSER LAND! mit anschließendem Publikumsgespräch:
Dienstag, 15. August 2017 um 20.00 Uhr im Moviemento

Im Anschluss an die Vorführung diskutieren Nerses Chopurian (i.A. "Gib Rassismus keine Chance!" e.V.), Lisa Paus (Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/ Die Grünen) und Dr. Götz Harald Frommholz (dpart - Forschung für politische Partizipation) mit dem Publikum u.a. über den Film, die Bundestagswahl und (rechten) Populismus.

Zur Hauptdarstellerin: Émilie Dequenne wurde am 29. August 1981 im belgischen Belœil geboren und nahm bereits mit acht Jahren Schauspielunterricht. Mit 16 bestand sie das Abitur und studierte Politische Wissenschaften. Nachdem ihre Tante eine Zeitungsannonce entdeckt hatte, in der Schauspieler für den Film "Rosetta" gesucht wurden, nahm Dequenne am Casting teil und wurde unter 2000 Mitbewerberinnen von den Regiebrüdern Luc und Jean-Pierre Dardenne ausgewählt, die Titelrolle zu spielen. Der Film entwickelte sich zu einem großen Kritiker_innen- und Publikumserfolg, und Dequenne gewann für ihr Kinodebüt den prestigeträchtigen Preis für die Beste Schauspielerin beim Filmfestival in Cannes 1999. Auch ihr zweiter Film, der historische Abenteuerfilm "Pakt der Wölfe", war ein großer Erfolg. Seitdem drehte Émilie Dequenne mit großen Regisseuren wie Claude Berri, André Téchiné und Philippe Lioret und übernahm die Hauptrolle in diversen französischen Produktionen.
Mehr Infos zur Schauspielerin unter: www.imdb.com

Zur Darstellerin Catherine Jacob: Sie kam am 16. Dezember 1956 in Paris als Tochter eines Zahnärzt_innen-Paares zur Welt. Nach dem Abitur entschloss sie sich zunächst für ein Architekturstudium an der Beaux-Arts de Paris. Das Studium brach sie jedoch im Alter von 20 Jahren zugunsten der Schauspielerei ab und nahm Schauspielunterricht an der renommierten Ecole de la Rue Blanche. 1984 debütierte sie in der Kinokomödie "Les Nanas". Erste Erfolge feierte sie mit ihrer One-Woman-Show "Bienvenue au club". Nationale Berühmtheit erlangte sie 1988 sie durch die Rolle der Marie-Thérèse in Etienne Chatiliez "Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss". Für ihre Leistung gewann sie einen César als beste Nachwuchsdarstellerin. Danach drehte sie noch zwei weitere, nicht minder erfolgreiche Filme mit Chatiliez, "Tante Daniele" und "Das Glück liegt in der Wiese". Nach 33 Jahren Karriere zählt Jacob zu den populärsten Schauspielerinnen Frankreichs und ist im Kino ebenso zu Hause wie auf dem Bildschirm. Zuletzt drehte Catherine Jacob mit Juliette Binoche die Komödie "Telle Mère, Telle Fille". Obwohl sie als ausgewiesene Komödienschauspielerin gilt, übernimmt sie regelmäßig dramatische Rollen und steht in klassischen Stücken auf der Theaterbühne.
Mehr Infos zur Schauspielerin unter: www.gala.fr sowie unter www.imdb.com

Das ist unser Land
Originaltitel: Chez nous
Frankreich/Belgien 2017
Regie: Lucas Belvaux
Drehbuch: Lucas Belvaux und Jérôme Leroy
Darsteller_innen: Émilie Dequenne, Catherine Jacob, Anne Marivin, Charlotte Talpaert, Stéphane Caillard, André Dussollier, Guillaume Gouix, Patrick Descamps, Cyril Descours, Michel Ferracci
Kostüm: Dorothée Guiraud
Länge: 118 Minuten
Kinostart: 24.08.2017
Trailer: youtu.be
Filmwebsite: dasistunserland-film.de
Facebook: www.facebook.com


AVIVA-Berlin verlost 5x2 Freikarten. Bitte beantworten Sie dazu folgende Frage: was sagt die junge Frau im Gespräch mit Pauline in Bezug auf den Islam im Trailer? Senden Sie uns Ihre Antwort mit Angabe Ihrer Postadresse bis zum 30.08.2017 per Email an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


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Kultur > Kino Beitrag vom 11.08.2017 AVIVA-Redaktion 

   




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