Ihre beste Stunde. Drehbuch einer Heldin. Regie Lone Scherfig. Kinostart am 6. Juli 2017 - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

VOM BAUEN DER ZUKUNFT – 100 JAHRE BAUHAUS ANNE CLARK – I´LL STEP OUT INTO TOMORROW Die Pariserin – Auftrag Baskenland
Aviva-Berlin > Kultur > Kino AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   JĂĽdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im April 2018 - Beitrag vom 29.06.2017

Ihre beste Stunde. Drehbuch einer Heldin. Regie Lone Scherfig. Kinostart am 6. Juli 2017. Verlosung
Helga Egetenmeier

Basierend auf dem Roman "Their Finest Hour and a Half" von Lissa Evans. Catrin Cole bekommt 1940 in London ein ungewöhnliches Jobangebot: als Drehbuchautorin in einen Propagandafilm die weibliche Perspektive hineinzuschreiben. Regisseurin Lone Scherfig macht daraus...AVIVA verlost 2x2 Kinotickets



...einen facettenreichen Film, der durch trockenen britischen Humor, brillante Dialoge und beeindruckende Schauspieler*innen besticht und in dem dennoch die Schrecken des Zweiten Weltkrieges allgegenwärtig sind.

Für Catrin Cole (Gemma Arterton) ist es ein Leben zwischen zwei Welten und zwei Männern. In ihrer kleinen Wohnung lebt sie mit ihrem Mann, einem depressiven Künstler und enterbtem Adligen, für den es unter seiner männlichen Würde ist, dass sie als Frau das Geld für die Miete verdient. Doch ihr neuer Job als Drehbuchautorin für das Informationsministerium macht Catrin selbstsicher. Über die sprühende Streitgespräche mit ihrem wortgewandten Kollegen, dem brillanten Autor Buckley, erkennt sie ihre eigenen Fähigkeiten und entdeckt ihre große Leidenschaft für die Entwicklung von Geschichten.

Zwei beeindruckende Schauspielerinnen, Helen McCroy als Sophie Smith und Rachael Stirling als Phyl Morre, stehen der jungen Drehbuchautorin als emanzipierte Frauenfiguren zur Seite. Sophie Smith ist die neue Agentin des selbstverliebten Ambrose Hilliard, dem sie seine zeitgerechten Fähigkeiten als alternder Schauspieler bewusst macht.

Die leider etwas im Hintergrund bleibende Figur der scharfsinnigen und kühlen Phyl Moore besticht durch ihre feministischen Statements. Dabei erinnert sie an die unvergessliche Emma Peel und wurde passender Weise mit Rachael Stirling besetzt, der Tochter von Diana Rigg. Sie wendet sich immer wieder unterstützend an Catrin: "They´re afraid they won´t be able to put us back in the box when this is over, and it makes them belligerent."

Die Drehbuchautorinnen vor und hinter der Kamera

Der Drehbuchschreiberin Gaby Chiappe ist es zu verdanken, dass diese Vielzahl der Figuren und Handlungsstränge - dem durch deutsche Bombenangriffe angstbesetzten London, den Dreharbeiten an der englischen Küste und der sich emanzipierenden Autorin - nachvollziehbar bleiben. Die Geschichte basiert auf dem 2009 erschienenen Roman "Their Finest Hour and a Half" von Lissa Evans, das diesen kaum bekannten Abschnitt der britischen Filmgeschichte in den Mittelpunkt nimmt.

Evans lehnte den Charakter von Catrin Cole an die walisische Drehbuchautorin und Dramatikerin Diana Morgan (1908 - 1996) an, die während der 1940er Jahre in den Ealing Studios arbeitete. Sie war dafür eingestellt, die "Ekel"- und "Kitsch"-Passagen für die Frauenfiguren in die von Männern dominierten Filme zu schreiben. Daraus entstanden dann im Laufe der Zeit mehr Filme mit stärkerer weiblicher Perspektive.

Das britische Kino während des Zweiten Weltkriegs

In der Sepia-Färbung der Produktionen aus den 1940er Jahren gehalten, spielt der Film in dem durch Bombardierungen der deutschen Luftwaffe bedrohten und zerstörten London. Zwischen dem 7. September 1939 und dem 16. Mai 1941 fielen "The Blitz" 43.000 Zivilist*innen zum Opfer und über eine Million Häuser wurden beschädigt oder zerstört. So schlossen alle britischen Kinos in den ersten Kriegswochen aus Angst vor Angriffen. Doch für die Bevölkerung war die Bedeutung der Kinobesuche gerade in dieser Zeit sehr hoch, so dass die Kinos wieder öffneten. Damals gingen um die 30 Millionen Brit*innen, davon mehrheitlich Frauen, jede Woche ins Kino.

1942 erschien mit "We Serve" (1942) ein Film, der zur Rekrutierung von Frauen produziert worden war. Regie führte Carol Reed, damals Offizier der britischen Streitkräfte, der auch mit "Der dritte Mann" (1949) bekannt wurde. Nur in Amerika gezeigt wurde sein dokumentarischer Kurzfilm "A Letter From Home" (1941), der als Appell an die Amerikaner*innen galt, die eigene Regierung zum Kriegseintritt zu motivieren. Dies ist auch ein thematischer Strang in "The Nancy Starling", dem Film im Film, mit dem sich das auftraggebende Informationsministerium an ein britisches, wie ein amerikanisches Publikum wendet.

AVIVA-Tipp: Wer den feinen und hintergründigen englischen Humor liebt, der auch ernste Themen ausgezeichnet erfasst, ist in diesem Film genau richtig. Die Bedeutung der Kulturindustrie, wie auch der weiblichen Arbeitskräfte während des Zweiten Weltkriegs wird durch die Schauspieler*innen bestens ins Gleichgewicht gebracht zwischen der Düsternis des Krieges und der komödiantischen Vermittlung einer Filmproduktion.

Zur Regisseurin: Lone Scherfig studierte Filmwissenschaft an der Universität Kopenhagen und an der Sorbonne in Paris, sowie Regie an der Danske Filmskole und wurde durch den Dogma-Film "Italienisch für Anfänger" (2000) bekannt, für den sie 2001 den Silbernen Bären auf der Berlinale erhielt. Bei dem 2003 erschienen "Wilbur wants to kill himself", schrieb sie am Drehbuch mit.

Zur Hauptdarstellerin: Gemma Arterton studierte an der Royal Academy of Dramatic Art und arbeitet auf der BĂĽhne und fĂĽr den Film. Ihren Durchbruch hatte sie 2008 als Bondgirl in "Ein Quantum Trost", dafĂĽr gewann sie 2009 den Empire Award als Beste Newcomerin. Neben anderen Filmen spielte sie 2010 in Stephen Frears "Immer Drama mit Tamara" und 2016 neben Glenn Close in "The Girl with All the Gifts". 2016 war sie in der Wettbewerbsjury der 73. Internationalen Filmfestspiele in Venedig.

Zur Drehbuchautorin: Gaby Chiappe hatte mit "Ihre beste Stunde" ihr SpielfilmdebĂĽt. Sie ist erfahrene Drehbuchautorin fĂĽr das Fernsehen und schreibt an langfristig angelegten Serien, wie "Family Affairs", "Doctors", "East Enders" und "Shetland". Bevor sie zum Schreiben kam, arbeitete sie auch als Schauspielerin und war Teil der feministischen Theatercompany "Trouble and Strife".

Zur Filmmusik: Rachel Portman studierte an der Universität von Oxford Klassische Musik, Komposition und Orchestration. Als erste Frau bekam sie 1997 den Oscar für die Beste Filmmusik für "Jane Austens Emma". Zu ihrer beeindruckenden Filmografie gehören unter anderem "Zeit für Legenden", "Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit" und "Alles, was wir geben mussten".

Ihre beste Stunde
Their Finest
GroĂźbritannien 2016
Regie: Lone Scherfig
Drehbuch: Gaby Chiappe
DarstellerInnen: Gemma Arterton, Sam Claflin, Bill Nighy, Helen McCrory, Rachael Stirling, u.a.
Verleih: Concorde
Lauflänge: 117 Minuten
Kinostart: 06.07.2017

Mehr zum Film unter: www.ihrebestestunde.de


AVIVA-Berlin verlost 2x2 Kinotickets. Bitte vervollständigen Sie den folgenden Satz aus dem Trailer:"Frauen wie wir…" und senden uns eine Email mit Angabe Ihrer Postadresse bis zum 15.07.2017 an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen.
Der mitreißende Film, für drei Oscars nominiert, erzählt die wahre und weitgehend unbekannte Geschichte drei afroamerikanischer Mathematikerinnen, die Anfang der 60er Jahre die ersten NASA-Missionen möglich machten - zu einer Zeit, die von Rassentrennung bestimmt war und Computer noch nicht existierten. (2017)

Song for Marion Ein Film mit Gemma Arterton und Vanessa Redgrave.
Ein alter Grantler findet durch ein exzentrisches Chorensemble und seine engagierte Leiterin neue Lebensfreude - obwohl er mit ihren Motörhead-Interpretationen zunächst recht wenig anfangen kann. (2013)

Immer Drama um Tamara
Was alles während der Rückkehr einer erfolgreichen, attraktiven Journalistin in ihr Heimatdorf auf der britischen Countryside geschehen kann, davon erzählt Stephen Frears in amüsanter, bissiger und dramatischer Weise in dem Nachfolger seiner Publikumslieblinge "High Fidelity" und "The Queen". (2010)

"Willbur wants to kill himself" - Vom selbstmörderischen Nihilismus zum kleinen Glück
Der neue Film "Wilbur wants to kill himself" der Dänin Lone Scherfig: eine Tragikomödie über die Unmöglichkeit des Sterbens und die unstillbare Sehnsucht nach Leben. (2003)

Kultur > Kino Beitrag vom 29.06.2017 Helga Egetenmeier 

   




   © AVIVA-Berlin 2018  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken