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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 02.04.2017

Tiger Girl - mit Ella Rumpf und Maria Dragus. Regie Jakob Lass. Kinostart 6. April 2017
Helga Egetenmeier

Sie pfeifen auf weibliche Rollenerwartungen und ziehen randalierend durch Berlin. Gewalt, stilisiert wie in einem Martial-Art-Film, nutzen die Punkerin und die Prollfrau, um ihre Freiheit zu...AVIVA verlost 3x2 Freikarten



...verteidigen. Nach "Love Steak" ist dies der zweite FOGMA-Film, der mit seinem dokumentarischen Konzept eine Lebendigkeit liefert, die trotz des flotten Rhythmus auch nachdenkliche Momente bereithÀlt.

"Tiger Girl" eröffnete als Weltpremiere auf der diesjÀhrigen Berlinale das Panorama-Special. Vom Publikum begeistert bis irritiert aufgenommen, bietet der Film erfrischend normale Frauenfiguren, die weder durch ein tiefes Dekolletee, noch durch eine schmale Taille oder Stöckelschuhe gefallen wollen.

Doch warum diese Figuren? Dazu meinen Jakob Lass und Ines Schiller vom Autor*innenteam, dass sie Lust auf eine weibliche Superheldin hatten, weil es einfach zu wenige davon gibt und falls doch, diese im, wie sie in der Pressemitteilung schreiben "Fickgewand" unterwegs ist. Und weil "Love Steak" durch den Bechdel-Test gefallen wÀre - eine lobenswerte Selbsterkenntnis des FOGMA-Teams.

Frauenpower in Berlin

Als sie durch die PolizeiprĂŒfung fliegt, beginnt Maggie eine Ausbildung bei einem privaten Sicherheitsdienst. Nach FOGMA-Art findet dies fĂŒr Schauspielerin Maria Dragus gemeinsam mit echten Security-Azubis in realen Unterrichtsstunden statt. Wie vorher bei der Polizei, nerven auch hier die Alltagssexismen der mĂ€nnlichen Kollegen.

Dann lernt die unsichere junge Frau die toughe Tiger kennen, mit schnoddriger Sprache ĂŒberzeugend gespielt von Ella Rumpf. Wie zufĂ€llig lĂ€uft sie ihr immer wieder ĂŒber den Weg und Maggie ist genervt. Als sie jedoch spĂ€t abends auf einer leeren U-Bahn-Station von drei MĂ€nnern angegriffen wird, steht ihr Tiger bei. Aber erst als Maggie ihre Angst ĂŒberwindet und einen BaseballschlĂ€ger in die Hand nimmt, können sie die Angreifer besiegen. "Vanilla the Killer" - so ihr neuer Spitzname - zieht nun zusammen mit Tiger durch die Straßen Berlins. FĂŒr die beiden ungleichen Frauen beginnt damit eine Freundschaft, die im Laufe des Films wieder in Frage gestellt wird.

FOGMA und Martial Art

FOGMA bezeichnet ein Regelwerk, das von dem Dreierteam Jakob Lass, Ines Schiller und Golo Schultz bereits fĂŒr ihren ersten gemeinsamen Film "Love Steaks" aufgestellt wurde. Durch ein möglichst dokumentarisches Umfeld, wie reale Drehorte und natĂŒrliches Licht, soll die Wirklichkeit Teil des Spielfilms werden. Das skelettartige Drehbuch, das keine niedergeschriebenen Dialoge enthĂ€lt, sondern Improvisation durch die Schauspieler*innen verlangt, ergĂ€nzten sie speziell fĂŒr "Tiger Girl" durch streng choreographierte Martial-Arts-Szenen. Dazu kommt die passende Filmmusik, die bereits bei der Ideenfindung mitgedacht wurde und sich zu einem nach vorne treibenden Soundtrack mit HipHop-Elementen entwickelte.

Gewalt gegen Frauen - Gewalt durch Frauen

Gewalt gegen Frauen ist im dokumentarisch angelegten Spielfilm ein ĂŒbliches Stilmittel, im Gegensatz zu Gewalt durch Frauen. Doch seit den Erfolgen von "Thelma und Louise" bis zu "Death Proof", bei denen der mĂ€nnliche Aggressor weibliche Gegenwehr auslöst, akzeptiert die Filmindustrie auch andere Role-Models - ein entscheidender Punkt fĂŒr die Finanzierung eines Films. So hatte die Produktion von "Tiger Girl" ein moderates Budget von einer Million Euro zur VerfĂŒgung.

Perfekt verkörpern Ella Rumpf und Maria Dragus diese wehrhaften Frauentypen, die in prekĂ€ren VerhĂ€ltnissen leben und irgendwie durchs Leben kommen wollen. Doch ihre langfristige Perspektive erscheint gleich Null. GeglĂŒckt verbindet die Geschichte hier die ökonomischen mit den patriarchalen MachtverhĂ€ltnissen und zeigt sie als GewaltausbrĂŒche nach außen. Das ergibt einen wertvollen Kontrast zu den noch weit verbreiteten aufopfernden und selbstzerstörerischen weiblichen Filmfiguren.

AVIVA-Tipp: Ein Berlin-Film durch und durch, mit Schnauze, Kraft und Humor. Und mit unangepassten Frauen, die fĂŒr ihr Recht auf ein respektiertes Leben auch mal die FĂ€uste hoch nehmen und damit die Grenzen des moralisch Üblichen sprengen.

Zum Fogma-Team: Ihren ersten, vielfach ausgezeichneter Film "Love Steaks" produzierten sie 2013 und gewannen damit u.a. alle Preise der Sektion Neues Deutsches Kino beim Filmfest MĂŒnchen 2013.
Regisseur/Autor: Jakob Lass, geboren 1981 in MĂŒnchen, zunĂ€chst Schauspieler, wurde von deutschen Filmhochschulen mehrfach abgelehnt und gewann mit der Kurz-Mockumentary "Bademeister Paul" erste Preise, ab 2009 Regiestudium an der FilmuniversitĂ€t in Babelsberg.
Autorin/Produzentin: Ines Schiller, geboren 1986, studierte Philosophie und Neurowissenschaften in Magdeburg und ZĂŒrich und begann 2010 das Studium der Filmproduktion an der FilmuniversitĂ€t Babelsberg.
Komponist/Produzent: Golo Schultz, mehrfach prÀmierter Musiker und Songwriter und Produzent von Musikvideos, studierte Filmproduktion an der FilmuniversitÀt Babelsberg.

Hauptdarstellerin: Ella Rumpf, 1995 in Paris geboren, wuchs in ZĂŒrich auf und gab 2011 ihr SchauspieldebĂŒt in dem Spielfilm "Draußen im Sommer". Danach studierte sie an einer Londoner Schauspielschule. Sie spielte die "Ali" im preisgekrönten Spielfilm "Chrieg" (2014) und wurde dafĂŒr als "Beste Nebendarstellerin" fĂŒr den Schweizer Filmpreis nominiert. Aktuell spielte sie, neben "Tiger Girl", auch die Hauptrolle in dem französischen Spielfilm "Grave" (2017) von Julia Ducournau.

Hauptdarstellerin: Maria Dragus, 1994 in RumĂ€nien geboren, studierte Ballett an der Palucca Schule in Dresden. Nach kleineren Rollen bekam sie 2010 den Deutschen Filmpreis als "Beste Nebendarstellerin" in Michael Hanekes Drama "Das weiße Band". 2011 spielte sie in Andres Veiels "Wer wenn nicht wir", als "Beste Darstellerin" wurde sie beim Romanian International Filmfestival 2012 in Emily Atefs "Töte mich" ausgezeichnet. 2014 stand sie fĂŒr den ZDF-Dreiteiler "Tannbach" vor der Kamera, 2016 fĂŒr "Die Pfeiler der Macht" und die rumĂ€nische Produktion "Bacalaureat".

Tiger Girl
Deutschland 2016
Regie: Jakob Lass
Drehbuch: Jakob Lass, Ines Schiller, Hannah Schopf, Eva-Maria Reimer
DarstellerInnen: Ella Rumpf, Maria Dragus, u.a.
Verleih: Constantinfilm
LauflÀnge: 91 Minuten
Kinostart: 06.04.2017

Mehr zu Tiger Girl unter:

www.constantin-film.de/kino/tiger-girl und www.facebook.com/tigergirlmovie

Die Filmmusik der Band GrossstadtgeflĂŒster:
www.facebook.com/grossstadtgefluester


AVIVA-Berlin verlost 3x2 Freikarten. Bitte senden Sie uns Ihre Definition von "FOGMA" mit Angabe Ihrer Postadresse bis zum 18.04.2017 per Email an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


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Love Steak - Ein Film mit Lana Cooper
Die Köchin Lara verliebt sich in den Masseur Clemens, es ist der Anfang einer ungleichen Liebesgeschichte. Nicht, weil die Jobs der beiden scheinbar so gar nichts miteinander zu tun haben - ganz im Gegenteil. Ungleich, weil Regisseur Jakob Lass den Blick auf zwei völlig verschiedene Menschen richtet und dabei ganz selbstverstĂ€ndlich gĂ€ngige Rollenklischees aushebelt. In erster Linie erzĂ€hlt das furiose RegiedebĂŒt aber von einer verrĂŒckten, unkonventionellen Liebe, die sich an keine Regeln hĂ€lt - einer Amour fou mit rotzfrecher AttitĂŒde. (2014)

Gender Bias without Borders. An Investigation of Female Characters in Popular Films across 11 Countries.
Diskriminierung gegen Frauen in der globalen Filmindustrie - erste weltweite Studie.
Ob Geschlechterungleichheit in populĂ€ren Filmen ein US-amerikanisches oder ein weltweites PhĂ€nomen ist, war die Ausgangsfrage fĂŒr die Untersuchung, deren Ergebnisse das Geena Davis Institute on Gender in Media, UN Women und die Rockefeller Stiftung Ende September 2014 prĂ€sentierten. Darin wird bei deutschen Filmen die Sexualisierung der weiblichen Charaktere als ĂŒberdurchschnittlich hoch eingeschĂ€tzt. (2014)

Weitere Informationen zum Bechdeltest::

www.bechdeltest.com
Der Bechdeltest wertet den Status von Frauenrollen in Spielfilmen aller Genres und achtet dabei auf die EigenstÀndigkeit weiblicher Figuren.

Kultur > Kino Beitrag vom 02.04.2017 Helga Egetenmeier 

   




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