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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.03.2017

Zu guter Letzt. Kinostart 13. April 2017
Hannah Hanemann

Oscarpreisträgerin Shirley MacLaine und ihre Schauspielkollegin Amanda Seyfried verändern ihre Leben gemeinsam zum Besseren in dieser leichtverdaulichen Generationen-Komödie, die als Charakterstudie beginnt, sich aber im vorhersehbaren Plot einer Samstagabend-Unterhaltung verliert.



Der Inhalt ist schnell erzählt: Die kratzbürstige alte Dame Harriet Lauler (Shirley MacLaine) macht sich nach einem fehlgeschlagenen Suizidversuch Sorgen über ihren Nachruf. Mit ihrer Schroffheit und ihrem Kontrollzwang hat sie so gut wie jeden Menschen aus ihrem Leben vertrieben und befürchtet nun, in nicht allzu positiver Erinnerung zu bleiben. Die junge Nachruf-Schreiberin Anne Sherman (Amanda Seyfried) soll das ändern und eine Lobrede auf sie verfassen. Anne nimmt den Job zwar an, kann bei ihren Recherchen jedoch nicht viel Gutes über ihre Auftraggeberin zutage fördern. Im Bemühen, ihrer Biographie nachträglich einen freundlicheren Klang zu verleihen, krempelt Harriet daraufhin zusammen mit Anne und der 9-Jährigen Brenda (Annjewel Lee Dixon), die sie im Rahmen ihres Imagewandels in einem Heim für schwer erziehbare Kinder kennenlernt und fortan betreut, ihr Leben um. Diese Veränderung beinhaltet ein Wiedersehen mit ihrer erwachsenen Tochter Elizabeth (Anne Heche), mit der sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, eine Abrechnung mit ihrem alten Arbeitgeber und die Erfüllung ihres Traums, bei einem Radiosender als DJane zu arbeiten.

Patchwork-Freundschaft und überschaubare Entwicklungen

Was nach einer seichten (Familien)Komödie mit reichlich konstruierter Handlung klingt, ist leider auch eine. "Zu guter Letzt" (im Original "The Last Word") hat auf seinem Weg zum sehr vorhersehbaren Ende kaum Überraschungen zu bieten. Die Bekehrung Harriet Laulers von der kontrollsüchtigen Egoistin hin zur fürsorglichen Patin für die kleine Brenda und (Groß)Mutterfigur für die unsichere Anne vollzieht sich ohne großes emotionales Ringen. Überhaupt ist sie zu Beginn zwar etwas zickig, jedoch weit davon entfernt, tatsächlich so unausstehlich zu sein, wie es die Beschreibungen ihrer Mitmenschen vermuten lassen. Noch bissigere Kommentare und Provokationen hätten Harriets Image als weiblicher Ebenezer Scrooge glaubwürdiger erscheinen lassen und Tempo und Witz des Films verstärkt. Shirley MacLaine gelingt es dennoch, ihrer Figur Leben einzuhauchen und verströmt mit ihren fast 83 Jahren eine beeindruckende Energie und Präsenz.

Amanda Seyfrieds Charakter Anne Sherman bleibt dagegen etwas blass und eindimensional.Sie verkörpert eine junge Frau, die durch die Begegnung mit Harriet lernt, sich in ihrem Leben zu behaupten und heimlich davon träumt, Schriftstellerin zu werden. Zwar durchläuft sie im Laufe des Films eine kleine Entwicklung samt obligatorischer Liebesgeschichte, viel über ihr Innenleben erfährt die Zuschauerin jedoch nicht.Noch weniger über das der stereotyp gezeichneten Brenda, deren Vorgeschichte, Wünsche und individuelle Charakterzüge weitgehend unbeleuchtet bleiben.

Kompromisse trotz kompromissloser Heldin

In Ansätzen gelingt es dem Regisseur,eine gewisse Melancholie sowie eine filmische Sensibilität und Tiefe durchblitzen zu lassen, wie etwa zu Anfang des Films, wenn Harriet Laulers Alltag in ihrem großen, leeren Haus gezeigt wird, ihre einsamen Abendessen, der perfekt zurechtgestutzte, aber leblose Garten, ihre teuren Kosmetikutensilien aus einer anderen Zeit.
Zudem sind Harriets scharfzüngige Kommentare und Dialoge mit anderen kurzweilig und amüsant, etwa, wenn sie ihre Abneigung gegenüber Kompromissen kund tut:
"Ein Kompromiss bedeutet, dass hinterher zwei Menschen unzufrieden sind statt einem".

Leider hat sich der Filmemacher dieses Diktum nicht zu Herzen genommen. Für anspruchsvolle Zuschauer*innen ist der Film zu durchschaubar und oberflächlich, für Familien mit Kindern zu ruhig und zu ernst. Hätte er sich mehr auf die kleinen, melancholischen Momente oder den zynischen Wortwitz seiner Protagonistin konzentriert, statt auf seichte Situationskomik und kitschige Lebensweisheiten, wäre ein emotional ergreifenderes Werk dabei herausgekommen. Denn Shirley MacLaines Harriet ist eine unterhaltsame Figur, der mensch gerne länger zusehen würde - nur eben im Rahmen eines anderen Plots.Tatsächlich schein es ein wenig, als habe der Drehbuchautor Dickens "Weihnachtsgeschichte" und die Tragik-Komödie "Das beste kommt zum Schluss" in einen Topf geworfen und einmal kräftig umgerührt. Das Ergebnis ist ein Film ohne Ecken und Kanten, dem ein bissen mehr Risikobereitschaft und weniger altbekannte Motive gut getan hätten.

AVIVA-Tipp: "Zu guter Letzt" ist ein etwas zahm geratener Feel-Good-Movie mit melancholischen Untertönen. Shirley MacLaines Performance überzeugt, kann die dünne Handlung jedoch nicht aufwiegen. Seine anrührenden und witzigen Momente hat der Film aber dennoch.

Zu den Schauspielerinnen:

Shirley MacLaine wurde 1934 in Richmond, Virginia, geboren. Nachdem sie Anfang der 1950er Jahre zunächst als Schauspielerin und Tänzerin am Broadway arbeitete, hatte sie 1955 ihr Filmdebüt in Alfred Hitchcocks schwarzer Komödie "Immer Ärger mit Harry", für die sie im selben Jahr einen Golden Globe gewann. Es folgten weitere Rollen in Komödien, bis sie 1958 für "Verdammt sind sie alle" ihre erste Oscar-Nominierung erhielt. Weitere Oscar-Nominierungen heimste sie in den folgenden Jahren u.a. für "Das Apartment"(1960) und "Irma la Douce" (1963) ein. 1983 gewann sie schließlich den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in "Zeit der Zärtlichkeit". Auf den 49. internationalen Filmfestspielen in Berlin wurde ihr 1999 derGoldene Bär für ihr Lebenswerk verliehen.

Amanda Seyfried wurde 1985 in Allentown, Pennsylvania geboren. Sie startete ihre Schauspielkarriere als Darstellerin in Sitcoms, bevor sie 2004 mit ihrer Rolle in "Girls Club" erste Bekanntheit erlangte. Von 2006 bis 2011 spielte sie eine Hauptrolle in der HBO-Serie "Big Love". Nachdem sie in den Erfolgsfilmen "Mamma Mia" (2008) und "Les Misérables"(2012)mitgewirkt hatte, portraitierte sie 2013 die Pornodarstellerin Linda Lovelace in dem Biopic "Lovelace". 2017 ist sie in der Neuauflage der Kultserie "Twin Peaks" zu sehen.

Zum Regisseur: Mark Pellington wurde 1962 in Baltimore, Maryland geboren. Er begann seine Karriere mit Musikvideos für Bands wie Pearl Jam, Bon Jovi oder die Nine Inch Nails. Für die Gedichtvisualisierung "United States of Poetry" arbeitete er u.a. mit Leonard Cohen zusammen. Sein erster Film "Der lange Weg der Leidenschaft" wurde 1997 beim Sundance Filmfestival für den Großen Preis der Jury nominiert. Es folgten Filme wie "Arlington Road"(1999), "Die Mothman Prophezeiungen"(2002) und "Henry Poole Is Here" (2008).
Mehr Infos: www.markpellington.com

Zu guter Letzt
Originaltitel: The Last Word
Spielfilm, USA 2017
Regie: Mark Pellington
Drehbuch: Stuart Ross Fink
Kamera: Eric Koretz
Schnitt: Julia Wong, A.C.E
DarstellerInnen: Shirley MacLaine, Amanda Seyfried, Anne Heche, Annjewel Lee Dixon
Verleih: TOBIS Film
Lauflänge: 108 Minuten
Kinostart: 13.04.2017
www.zuguterletzt-derfilm.de

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Kultur > Kino Beitrag vom 27.03.2017 AVIVA-Redaktion 

   




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