Shimon-Peres-Preis am 10. Ok-tober 2017 erstmalig verliehen - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de 4/6/5778 - Beitrag vom 12.10.2017

Shimon-Peres-Preis am 10. Oktober 2017 erstmalig verliehen
Sharon Adler

In Anwesenheit der Familie Peres wurden im Jüdischen Museum Berlin mit dem Shimon-Peres-Preis zwei deutsch-israelische Kooperationsprojekte ausgezeichnet, die herausragende Beispiele für den erfolgreichen Austausch junger Fach- und Führungskräfte aus den beiden Ländern darstellen und sich um die Ausgestaltung der deutsch-israelischen Beziehungen besonders verdient gemacht haben: Microfy, Israel & Migration Hub, Deutschland, und Yasmeen Godder Company, Israel & Monica Gillette, Deutschland



Der Shimon-Peres-Preis, der in Kooperation zwischen der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum und dem Auswärtigen Amt verliehen wird, zeichnet im Andenken an den am 28. September 2016 verstorbenen ehemaligen israelischen Staatspräsidenten Menschen aus, die sich in den letzten Jahren erfolgreich für beide Gesellschaften und die deutsch-israelischen Beziehungen eingesetzt haben.



Der Preis ging in diesem Jahr an zwei deutsch-israelische Kooperationen, die auf zwei unterschiedlichen zukunftsrelevanten Themengebieten nachhaltige Ergebnisse erzielt haben, die beiden Gesellschaften zugutekommen:

Microfy, Israel & Migration Hub, Deutschland

An dem Fachkräfteaustausch "Exchange on Social Entrepreneurship" nahmen 19 Initiativen für und von geflüchteten Menschen aus Deutschland und Israel teil. Ziel des Projekts war es, sozialunternehmerische Hub-Strukturen in Deutschland und Israel zu befördern, die wirtschaftliche und soziale Integrationsmöglichkeiten für Geflüchtete und sozial Benachteiligte bieten. Dabei trug der Fachaustausch zur Bildung nachhaltiger deutsch-israelischer Netzwerke bei: So entsteht in Israel zurzeit in Zusammenarbeit mit der Stadt Tel Aviv ein Migration Hub nach dem Berliner Modell.

Yasmeen Godder Company, Israel & Monica Gillette, Deutsch-land

In dem Projekt "Störung" ging es darum, den Effekt von Tanz und Bewegung auf das Krankheitsbild und das Wohlbefinden von an Parkinson erkrankten Menschen zu untersuchen. Dafür kamen über 80 deutsche und israelische Teilnehmende aus Medizin, Neuro- und Ingenieurswissenschaften, Theater und Tanz mit Parkinsonpatienten- und patientinnen zusammen, um gemeinsam Erkenntnisse für therapeutische Ansätze zu gewinnen und etablierte Vorstellungen vom "Kranksein" zu überdenken. Die Ergebnisse des Projekts sind in zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zum Thema eingeflossen. Bis heute arbeiten die Choreographinnen in Tanzklassen mit Menschen mit Parkinson und teilen die Projektergebnisse mit zahlreichen Institutionen, auf Festivals und auf Konferenzen in beiden Ländern.

Die Jury wählte Projekte, die sich gesellschaftlichen Herausforderungen stellen
Über die Preisvergabe entschied eine Jury aus Vertreter_innen der Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Kultur und Wirtschaft.

Beide Kooperationen zeichneten sich dadurch aus, dass sie aktuelle Herausforderungen in Angriff nahmen und ihre Ergebnisse weit über die Projekte hinauswirkten.

Dr. Tamara Or, Geschäftsführender Vorstand des Deutsch-Israelischen Zukunftsforums, beglückwünschte die Preisträgerinnen: "Wir hoffen, dass dieser Preis Euch ermutigen wird, Euch weiterhin für unsere Gesellschaften und für die deutsch-israelischen Beziehungen einzusetzen. Möge er Euch ermutigen, auch wenn es einmal schwer wird, immer vor allem das Verbindende und nicht das Trennende zu sehen."



Der Preis knüpft damit an das Vermächtnis von Shimon Peres an, wie seine Tochter, die Sprachwissenschaftlerin Professorin Tsvia Walden, in ihrer bewegenden Rede erklärte. Dank des Preises werde "der Geist meines Vaters sowohl hier als auch in Israel weiterleben und inspirieren". Er sei mutig und innovativ und ziele darauf ab, Völkerverständigung proaktiv zu gestalten.

Eingerahmt von Live-Musik des israelischen Keyboarder, Komponisten und Produzenten Idan Raichel und Band fand die Preisverleihung mit Standing Ovations für die Preisträgerinnen einen würdigen Rahmen.
Aber auch die Gedenk- und Schweigeminute für die am 5. Oktober 2017 durch einen tragischen Unglücksfall durch das Sturmtief Xavier getötete Journalistin, Nahostkorrespondentin, Politik-Expertin und Chefredakteurin der Zeitschrift "Internationale Politik" (IP) der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) Dr. Sylke Tempel fand ihren Platz. Dr. Tamara Or war sichtlich bewegt, als sie die tödlich verunglückte Sylke Tempel in ihrem Eingangsstatement würdigte. Sylke Tempel sollte ursprünglich die Gesprächsrunde mit den Preisträgerinnen führen. Dies übernahm an ihrer Stelle die Journalistin und Moderatorin beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Shelly Kupferberg, die auch die Moderation des gesamte Abends gestaltete. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hielt die Festrede, in der er die Arbeit der Projekte würdigte und sich ausdrücklich für die Einladung bedankte. Er nutzte die Preisverleihung jedoch auch für eine in diesem Rahmen deplatzierte und peinliche Selbstdarstellung, entschuldigte sich für sein Verhalten während seiner letzten Israel-Reise, und witzelte schließlich darüber, es sei ihm nun "erlaubt worden, bei seiner nächsten Israel-Reise Vertreter_innen von "Breaking the Silence" treffen zu "dürfen".



Das Deutsch-Israelische Zukunftsforum

bringt Fach- und Führungskräfte aus Deutschland und Israel zusammen, die Verantwortung übernehmen und sich für die demokratische Ausgestaltung unserer Gesellschaften einsetzen.

Das Deutsch-Israelische Zukunftsforum unterstützt Multiplikator_innen aus Deutschland und Israel und fördert bilaterale Projekte, die einen Beitrag zur nachhaltigen Gestaltung der Gegenwart und Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen leisten.
Das Deutsch-Israelische Zukunftsforum und das Auswärtige Amt schreiben nun jährlich den Shimon-Peres-Preis aus.

Weitere Informationen: www.dizf.de

Weitere Informationen zu den Preisträgerinnen und deren Projekten:

migrationhub.network

www.microfy.org

hafraah.wordpress.com




Fotos: Sharon Adler

Jüdisches Leben Beitrag vom 12.10.2017 Sharon Adler 

   




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