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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 27.11.2017

Die göttliche Ordnung. Ein Film von Petra Volpe mit Marie Leuenberger Kamera: Judith Kaufmann. Filmmusik: Annette Focks. Ab 01. Dezember als DVD, Blu-ray und DIGITAL. Verlosung
Helga Egetenmeier

2018 feiert Deutschland 100 Jahre Frauenwahlrecht, die Schweiz dagegen liegt mit dessen Einführung 1971 an drittletzter Stelle in Europa. Die Regisseurin und Drehbuchautorin Petra Volpe inszenierte aus den Kämpfen der Schweizer Frauen um das Stimmrecht...AVIVA verlost 2 DVDs



... einen liebevollen und kampflustigen Spielfilm, der unzweifelhaft zeigt: das Private ist politisch.

Auf die Frage, warum jetzt gerade dieser Film, verweist Regisseurin und Drehbuchautorin Petra Volpe auf die aktuelle Erhebung "The best and worst places to be a working woman" des The Economist. In dieser Auswertung zur Gleichberechtigung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt liegt die Schweiz an viertletzter Stelle. Es gehe ihr so, meint Volpe, wie einer amerikanischen Feministin, die schon seit Jahrzehnten für Gleichberechtigung demonstriert. Auf deren Plakat während des Women´s March zum Internationalen Frauentag am 8. März 2017 war zu lesen: "I can´t believe I still have to protest this shit!"

Mit viel Zeitgefühl führt Volpe in ein beschauliches Dorf im Schweizer Appenzell des Jahres 1971. Die junge Nora führt mit Hans eine liebevolle Ehe und kümmert sich um die zwei schulpflichtigen Söhne. Als sie wieder arbeiten gehen will, sind die männlichen Familienmitglieder, einschließlich Schwiegervater und Schwager, strikt dagegen. Als Hans dann noch auf das Schweizer Recht verweist, dass dem Mann die Entscheidungshoheit über die Tätigkeit seiner Ehefrau gibt, ist Nora erschüttert und beginnt, sich für das Frauenwahlrecht einzusetzen. Über dessen mögliche Einführung werden jedoch ausschließlich die Männer abstimmen…

"Solange die Frauen nicht stimmen können, ist die Schweiz keine Demokratie."

Der Kampf um das Frauenstimmrecht in der Schweiz reicht bis in das Jahr 1893 zurück, als es der Schweizerische Arbeiterinnenverein erstmals einforderte. Im Jahr 1929 reichte der Schweizerische Verband für Frauenstimmrechte eine Petition ein, deren 249.237 Unterschriften, 78.840 von Männern und 170.397 von Frauen, jedoch folgenlos blieb. Bei einer nationalen Abstimmung 1959 wurde das Frauenstimmrecht mit 67 % Nein-Stimmen abgelehnt.

Obwohl das nationale Stimmrecht für alle Frauen am 7. Februar 1971 eingeführt wurde, erhielten die Appenzell-Innerrhoderinnen das kantonale Stimmrecht erst nach einer Entscheidung des Bundesgerichts 1990. Die "männliche Ordnung" des Schweizer Eherechts gab dem Mann als Oberhaupt der Familie bis 1988 die Erlaubnis, entscheiden zu dürfen, ob die Ehefrau arbeiten gehen darf oder nicht.

"Die göttliche Ordnung" und nationale Unterschiede

Neben der als religiös begründeten "göttlichen Ordnung", auf die konservative Männer, wie auch die Gegnerinnen des Frauenstimmrechts verweisen, war in vielen Kantonen der Schweiz das Wahlrecht an den aktiven Wehrdienst gekoppelt, der wiederum nur für Männer galt.

Welche beruflichen Möglichkeiten sich Frauen bieten, wenn sie durch die Abwesenheit von Männern einen Zugang zu Arbeitsplätzen erhalten, zeigten dieses Jahr bereits die Spielfilme "Ihre beste Stunde" für die 40er Jahre in Großbritannien und "Hidden Figures" für die 50er Jahre in den USA. Der Mangel an männlichen Arbeitskräften aufgrund des Zweiten Weltkriegs eröffnete Frauen neue und spannende Arbeitsmöglichkeiten - heute ist dafür leider wieder eine Quotenregelung nötig.

In der Schweiz gab es durch die sogenannte Neutralität im Zweiten Weltkrieg - die der Schweizer Soziologe und Politiker Jean Ziegler "ein Musterbeispiel der Scheinheiligkeit" nennt - für Frauen keine gesellschaftliche Notwendigkeit und damit Erlaubnis, neue berufliche Rollenbilder zu etablieren. Deshalb sorgte erst der feministische Aufbruch der 60er Jahre für eine starke Frauensolidarität in allen Gesellschaftsschichten, die den gemeinsamen Kampf um das Wahlrecht, wie der Film zeigt, auch in die entlegenen Schweizer Dörfer tragen konnte.

AVIVA-Tipp: Warmherzig inszeniert, verweist der Film mit Humor und schwungvollen Bildern, auf die gerade auch heute wichtige Erkenntnis, dass das individuelle Leben nicht außerhalb politischer Strukturen stattfindet. Der kraftvoll präsentierte solidarische Kampfgeist der Frauen macht Lust darauf, sich weiterhin für Feminismus und Gleichberechtigung stark zu machen.

Auszeichnungen:
Schweizer Filmpreis 2017: Bestes Drehbuch, Beste Darstellerin für Marie Leuenberg, Beste Darstellung in einer Nebenrolle für Rachel Braunschweig
"Prix de Soleure" der Solothurner Filmtage 2017
Beim Tribeca Film Festival 2017in New York gewann der Film den Zuschauer*innenpreis und den Nora-Ephron-Preis. Hauptdarstellerin Marie Leuenberger wurde als beste Schauspielerin in einem internationalen Film geehrt.
Die göttliche Ordnung geht für die Schweiz für den Auslands-Oscar® 2018 ins Rennen.

Zur Regisseurin und Drehbuchautorin: Petra Volpe in Suhr geboren, studierte an der F+F Medien- und Kunstschule in Zürich, wie auch an der Filmhochschule Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg Dramaturgie und Drehbuch. Sie arbeitete als Cutterin und aktuell als freischaffende Drehbuchautorin und Regisseurin. Seit 1992 dreht sie in unterschiedlichen Genres Filme, Kurzfilme, Experimentalfilme, Dokumentar- und Spielfilme, schrieb für den Film "Heidi" (2015) das Drehbuch und hatte 2013 mit "Traumland", einem Film über die Realität in der Prostitution, ihr Kinodebüt.
Mehr Infos unter: twitter.com/petravolpe und www.die-agenten.de

Zur Hauptdarstellerin: Marie Leuenberger, geboren in Berlin und aufgewachsen in Basel, hat als Tochter eines Schweizer Vaters und einer deutschen Mutter sowohl die deutsche Staatsangehörigkeit wie auch das Schweizer Bürger*innenrecht. Von 1996 bis 1999 spielte sie am Jungen Theater Basel und absolvierte danach eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Neben Theaterrollen tritt sie in Kino- und Fernsehfilmen auf und arbeitet im Hörbuch-Bereich. Für ihre Hauptrolle in "Die Standesbeamtin" (2009) erhielt sie beim World Film Festival in Montreal, sowie beim Schweizer Filmpreis, die Auszeichnung als beste Darstellerin.
Mehr Infos unter: www.imdb.com

Zur Kamerafrau: Judith Kaufmann, geboren in Stuttgart und aufgewachsen in Berlin, ist eine bildgestaltende Kamerafrau. Sie studierte an der Staatlichen Fachschule für Optik und Fototechnik in Berlin, arbeitete zuerst als Kamera-Assistentin und wurde 1991 Chefinkamerafrau. Neben weiteren Auszeichnungen erhielt sie 2014 den Günter-Rohrbach-Filmpreis für "Traumland" und arbeitete mit unterschiedlichen Regisseur*innen, wie Feo Aladag für "Die Fremde" (2010), Andres Veiel für "Wer wenn nicht wir" (2011) und Oliver Hirschbiegel für "Elser - Er hätte die Welt verändert" (2015). Bei Feo Aladags "Zwischen Welten" (2014) war Judith Kaufmann nicht nur Kamerafrau, sondern auch Co-Drehbuchautorin.
Mehr Infos unter: www.imdb.com

Zur Filmmusik: Annette Focks, geboren in Niedersachsen, spielte bereits als Kind verschiedene Instrumente und studierte von 1985 bis 1993 an der Musikhochschule Köln. Ihr Studium an der Hochschule für Musik und Theater München schloss sie mit einem Diplom in Komposition für Film und Fernsehen. Neben vielen weiteren Filmen, steuerte sie auch die Musik zu "Poll" (2010), "Nachtzug nach Lissabon" (2013) und "Die Blumen von gestern" (2016) bei. Sie schreibt auch Konzertwerke für Orchester und Kammermusik-Ensemble.
Mehr Infos unter: www.annette-focks.de

Die göttliche Ordnung
Original: The Divine Order
Schweiz 2017
Drehbuch und Regie: Petra Volpe
Darsteller*nnen: Marie Leuenberger, Rachel Braunschweig, Maximilian Simonischek, u.a.
Verleih: Alamode Film
Lauflänge: 96 Minuten
Kinostart: 03.08.2017
Ab 01. Dezember als DVD, Blu-ray und DIGITAL

Technische Details:
DVD

Label: Alamode Filmdistribution OHG
Vertrieb: Alive
Sprachen: Deutsch, Schweizerdeutsch. Untertitel: Deutsch
Extras: Making-of, Interviews, Trailer, Wendecover
Filmlänge: 92 Min
Tonformat: Deutsch, Schweizerdeutsch DD 5.1
FSK Ab 6 Jahren
Bestell-Nr.: 6417999
EAN 4042564179996

Blu-ray
Label: Alamode Filmdistribution OHG
Vertrieb: Alive
Sprachen: Deutsch, Schweizerdeutsch. Untertitel: Deutsch
Extras: Making-of, Interviews, Trailer, Wendecover
Filmlänge: 96 Min
Tonformat: Deutsch, Schweizerdeutsch DTSHD 5.1
FSK Ab 6 Jahren
Bestell-Nr.: 6418000
EAN 4042564180008

Mehr zum Film "Die göttliche Ordnung" und der Trailer unter: www.goettlicheordnung.ch und www.facebook.com/goettlicheordnung


AVIVA-Berlin verlost 2 DVDs.
Es ist noch gar nicht lange her, da wurde ein Mann nicht dafür kritisiert, wenn er meinte, Frauen gehörten an den Herd. Und auch heute müssen Frauen noch oft Schlagfertigkeit gegenüber Mansplaining & Co. beweisen.
AVIVA-Berlin ruft die Community dazu auf, uns ihre schlagfertigsten Antworten auf dumme Männer- bzw. Väterfragen oder -sprüche einzureichen (Diese werden nicht bzw. nur anonymisiert veröffentlicht): Antworten bitte mit Angabe der Postadresse bis zum 31. Januar 2018 per Email an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin

100 Jahre Frauenwahlrecht. Ziel erreicht - und weiter?
Herausgegeben von Isabel Rohner und Rebecca Beerheide.
Schluss mit den Trippelschritten. Im November 1918 erhielten die Frauen gegen heftige Widerstände das aktive und passive Wahlrecht. Eine feministische Emanzipationsgeschichte, ein leidenschaftlicher Prozess, der hartnäckig und zäh bis heute weitergeführt wird. Ein perspektivenreiches und politisch brandaktueller Sammelband mit Beiträgen von einflussreichen Frauen aus Politik, Wirtschaft und Medien. (2017)

Ihre beste Stunde. Drehbuch einer Heldin
Basierend auf dem Roman "Their Finest Hour and a Half" von Lissa Evans. Catrin Cole bekommt 1940 in London ein ungewöhnliches Jobangebot: als Drehbuchautorin in einen Propagandafilm die weibliche Perspektive hineinzuschreiben. Regisseurin Lone Scherfig macht daraus einen facettenreichen Film, der durch trockenen britischen Humor, brillante Dialoge und beeindruckende Schauspieler*innen besticht und in dem dennoch die Schrecken des Zweiten Weltkrieges allgegenwärtig sind. (2017)

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen
Der mitreißende Film, für drei Oscars nominiert, erzählt die wahre und weitgehend unbekannte Geschichte drei afroamerikanischer Mathematikerinnen, die Anfang der 60er die ersten NASA-Missionen möglich machten - zu einer Zeit, die von Rassentrennung bestimmt war und Computer noch nicht existierten. (2017)

Die Suffragetten. Sie wollten wählen - und wurden ausgelacht. Herausgegeben von Antonia Meiners
Vor fast 100 Jahren haben sich die Suffragetten, wie sie despektierlich genannt wurden, aufgelehnt gegen unwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen. Sie forderten für alle Frauen das uneingeschränkte Wahlrecht, sie wurden dafür verspottet, gedemütigt und verhaftet. Diese Frauen hatten Mut, Kampfgeist und eine klare Vorstellung von nicht verhandelbaren Werten. Das macht ihr Handeln so aktuell. (2016)

Antje Schrupp - Vote for Victoria! Das wilde Leben von Amerikas erster Präsidentschaftskandidatin Victoria Woodhull (1838 - 1927)
Sie war Wunderheilerin, Prostituierte, Wall-Street-Brokerin, Zeitungsmacherin und Politikerin. Das Leben der Victoria Woodhull war facetten- und abwechslungsreich. Die Autorin portraitiert in ihrer neu erschienenen Biographie die Person Victoria und ihre politische Ideologie. (2016)

Verliebte Feinde
In Deutschland kennt sie kaum jemand. Dabei war die Schweizerin Iris von Roten eine der wichtigsten deutschsprachigen Feministinnen des 20. Jahrhunderts. Mit ihrem Buch "Frauen im Laufgitter" eckte sie nicht nur bei den konservativen GegnerInnen der Gleichberechtigung an, sondern brachte auch die schweizerische Frauenbewegung gegen sich auf. (2013)

Les Reines Prochaines – Blut, das neue Album. Die Doku von Claudia Wilke - Les Reines Prochaines. Alleine denken ist kriminell
Schräg, morbide und kein bisschen leise: Das Schweizer Quartett verweigert auch nach über 25 Jahren im Musikgeschäft das Etikett "altersmilde" und wartet auf seinem neuen Album mit kleinen und größeren Hintersinnigkeiten über Frühstückseier und Identitätssuche auf. (2013)

Mehr Informationen zum Thema:

The Economist stellt unter dem Titel "The best and worst places to be a working woman" ihren "glass-ceiling index" vor, der die Gleichberechtigung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt misst. (8. März 2017)

Gewinnspiele Beitrag vom 27.11.2017 Helga Egetenmeier 

   




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