Ana Lichtwer, Anna Schroll und Cornelia Temesvári - Kreuzberg kocht. Portraits - Interviews - Rezepte
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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2016 - Beitrag vom 21.02.2012

Ana Lichtwer, Anna Schroll und Cornelia Temesvári - Kreuzberg kocht. Portraits - Interviews - Rezepte
Anne Fröhlich

In 55 Portraits werden Menschen und Initiativen vorgestellt, die in Kreuzberg etwas verändern wollen – und bereit sind, sich dafür aktiv zu engagieren. Nachdem die ersten 3.000 Exemplare des...



... Buchs innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren, erscheint im Februar 2012 bereits die zweite Auflage.

Aus einer Fülle gemeinnütziger Projekte wählten die Initiatorinnen außergewöhnliche Kultur- und Nachbarschaftsinitiativen aus, die sich für einen nachhaltigen Umgang mit Umwelt und Energie und ein stärkeres Miteinander im Szenebezirk – über sämtliche Kulturen hinweg, zwischen alt und jung, arm und reich, queer, homo und hetero - einsetzen. Das Ziel des Buches ist es, "Engagement im eigenen Umfeld zu entdecken, vor allem aber, selbst aktiv zu werden", so die Herausgeberinnen Ana Lichtwer, Anna Schroll und Cornelia Temesvári im Vorwort.

Die Idee zu "Kreuzberg kocht" stammt von der Gründerin des Berliner Büchertischs, Ana Lichtwer. Inspirationsgrundlage wiederum war die Diplomarbeit "Geliebte Alternativen" der Fotografin Anna Schroll aus dem Jahr 2009. Im Rahmen ihrer Arbeit reiste sie durch ganz Deutschland und besuchte Menschen und Initiativen, die sich bewusst für ein Leben fernab von gesellschaftlichen Normen und Konventionen entschieden haben. Lichtwers Idee war es dann, dieses Prinzip auf Kreuzberg zu fokussieren und mit den Kochrezepten unterschiedlichster Länder und Kulturen zu verbinden. Schrolls Reaktion: "Wie lecker!". Von 2009 an arbeiteten Lichtwer, Schroll und die Autorin Cornelia Temesvári, die auch die Texte für "Kreuzberg kocht" verfasste, an den im Buch abgedruckten Portraits. Über zwei Jahre lang führten sie 55 Interviews, vereinbarten 84 Fototermine, bei denen 7719 Fotos entstanden, und kochten mit Verstärkung durch weitere MitarbeiterInnen und FreundInnen sämtliche Rezepte nach.

Denn alle Portraitierten wurden gebeten, eines ihrer Lieblingsrezepte preiszugeben, das möglichst auch ihr jeweiliges Projekt wiederspiegeln sollte. Das Ergebnis ist eine Mischung, die so bunt ist wie Kreuzberg selbst. So findet sich beispielsweise im Kapitel "Gesellschaftliches & Ganz Grünes" eine vegetarische "Prinzessinnengartenpizza" nach dem Rezept des Mitbegründers der Prinzessinnengärten, Robert Shaw, während das Kapitel "Fortschreiter & Fortgeschrittenes" so Geheimnisvolles wie "Xinxim de galinha mit Tutu de feijão" bereithält, was so viel heißt wie "Huhn in Kokosmilch mit Bohnenpüree auf brasilianische Art". Das dazugehörige Rezept verriet Murah Soares, der Leiter des Interkulturellen Zentrums Forum Brasil, der sich seit der ersten Stunde beim Karneval der Kulturen engagiert.

Hauptaugenmerk liegt in "Kreuzberg kocht" immer auf den Menschen und ihrem Engagement, die Rezepte illustrieren die Vielfältigkeit der Portraitierten. Die Idee dahinter, so Ana Lichtwer: "Essen verbindet!". So auch bei "Mjadara", einem Bulgur-Linsen-Gericht. Das Rezept stammt von einem Frauenkollektiv, das seit 1989 mit "Kraut und Rüben" einen der allerersten Bioläden überhaupt betreibt. Gegründet 1978 als "Verein Praktische Pädagogik" von einer Gruppe aus der Kreuzberger Alternativszene, entwickelte sich das Projekt bald und zu einem Pionierunternehmen der Ökobewegung. Anfangs waren die Frauen noch gezwungen, Teile des Angebots aus konventionellem Anbau zu beziehen, einfach weil es noch nicht genügend BiobauerInnen, geschweige denn andere Bioläden gab, bei denen man hätte einkaufen können.

In den Folgejahren entwickelte sich dann aber langsam die ökologische Landwirtschaft, angetrieben vor allem von der Anti-Atomkraft-Bewegung. Die Entscheidung, als Frauenkollektiv zu arbeiten, sei zunächst eher zufällig gefallen, so eine der Betreiberinnen, Britta Mielenz, doch mit der Zeit sei daraus ein bewährtes Konzept entstanden. "Es gibt so ein entspannteres Arbeitsklima. Man traut sich mehr zu oder hat vielleicht auch mehr Mut, einen Fehler zu machen", ergänzt ihre Kollegin Anette Reiss.

Lichtwer, Schroll und Temesvári sind im Laufe ihrer Recherchearbeit aber nicht nur auf Engagement und Begeisterung gestoßen, sondern auch auf Frustration. Auf Enttäuschung über eine Gesellschaft, die auch nach drei Einwanderungsgenerationen noch mit "MigrantInnen" fremdelt, die nie migriert sind. Auf Wut über Kürzungen im Sozialbereich, die dazu führen, dass Ehrenamtliche zu KonkurrentInnen werden. Das zeigt, dass die Projekte wichtig sind, dass mensch sie unterstützen und lebendig halten muss – und dass es noch viel Raum für neue Ideen und neue Initiativen gibt. Daher lautet auch das Fazit der Herausgeberinnen: "Das Kreuzberg, das wir fanden, ist kein Traumbezirk, es ist kein traumhafter Ort, aber es ist ein Ort, an dem Träume leben".

Foto-Ausstellung und Veranstaltungsreihe

Aufgrund des großen Erfolgs von "Kreuzberg kocht" sind in naher Zukunft eine Foto-Ausstellung und eine Veranstaltungsreihe geplant, die engagierten Menschen in Kreuzberg die Möglichkeit geben soll, sich einem breiteren Publikum vorzustellen. Den Anfang machte die Regenbogenfabrik, die vom 06. bis 10. Februar 2012 fünfzehn Rezepte aus dem Buch nachkochte, anschließend möchte sich der Berliner Büchertisch in Kooperation mit weiteren Kreuzberger Projekten aktueller Themen des Buches annehmen. So fand im März 2012 eine Veranstaltung zum Thema "Urban Gardening" statt, ebenfalls im März zu "Alternative Arbeitswelten" und im Mai zu "Nachhaltiger Konsum". Viele weitere Events sind in Planung, wofür die Initiatorinnen noch ehrenamtliche MitarbeiterInnen suchen.

AVIVA-Tipp: Der große Erfolg und das durchweg positive Feedback sagen eigentlich schon alles: "Kreuzberg kocht" ist weit mehr als bloß ein Kochbuch. Es macht Mut, mit der in unserer Gesellschaft allzu verbreiteten Lethargie angesichts sozialer Probleme zu brechen und aktiv zu werden. Mensch kann vielleicht nicht gleich die ganze Welt retten, aber im Kleinen einiges bewirken. Oder wie es so schön heißt: Wie isst man einen Elefanten? Am besten in kleinen Stücken.

Ana Lichtwer, Anna Schroll und Cornelia Temesvarí – Kreuzberg kocht
Herausgeber: Edition Berliner Büchertisch, erschienen: Dezember, 2011, zweite Auflage Februar 2012
Gebunden mit Fadenheftung, 368 Seiten, Lesebändchen
ISBN 978-3-9814716-1-8
16,90 Euro

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.kreuzberg-kocht.de

www.buechertisch.org



Buecher Beitrag vom 21.02.2012 AVIVA-Redaktion 

   




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